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Jeschurun · 1886-01-21 · Heft 3 (21.1.1886) · p. 45

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Journal
Jeschurun
Volume
19 (1886)
Issue
Heft 3 (21.1.1886)
Article
Frankreich : Paris [Nachricht]
Date
1886-01-21
Page
45 (sequence 2)
Language
German
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45 groj?c Redner Mirabcan, der ihn anssprach. Seil j 1787 halte er in Frankreich die Lehren dieses isracj titischen Philosophen eingesührt durch eine kleine Dro- ' schüre, betitelt: ״Mendelssohn und die politische Reform? der Juden." — In Paris, der Poiyglottenstadt, zeigt \ unS Herr Alexander Harkavy sein neues Werk über die Umgangssprache, den sogenannten Jargon, der russischen Jnhcn. Her»׳ Dr. Nabbinowitz tadelt in einer übrigens sehr günstigen Kritik dieses Werks den Ausdruck ״Jargon", indem er bemerkt, das; eine Anzahl von drei bis vier Millionen Personen, die eine und dieselbe Umgangs׳ spräche sprechen, dasselbe Recht haben, dieselbe einen Dialekt zu nennen, wie die Bulgaren, Eroaten und selbst die Rumänin Auch anberer Völker Sprachidcome seien durch Znsammcnschmelznng verschiedener Sprachen ebenso entstanden. Ein gründliches Studium dieses Dialektes, des UrspungcS der Wörter, ihrer Um- Wandelung je nach den Zeitcpochcn und Ländern wäre von großer Bedeutung in philologischer Hinsicht. — Bei dem in Frankreich jetzt herrschenden Streben Alles zu laicisiren und zu seknlarisiren ist die Existenz auch der jüdischen Gemeinden hier sehr bedroht. ES ist überhaupt schon schwer, bei dem Mangel der Angabe der Konfession in den öffentlichen Akten eine Statistik der Inden sestzusttllen. Das Konsistorium sendet Zirkulare aus, in welchem es bittet, doch durch Angäbe aller in Paris wohnenden Israeliten eine möglichst vollständige Registratur der jüdischen Gemeinde zu ermöglichen. Auch die Manhelim sind besonders um ihre Notizen ersucht worden. — Man fürchtet jetzt eine neue Gefahr und zwar finanzieller Natur. Bis jetzt dursten nämlich die israelitischen Konsistorien Geldgescheute und Vermächtnisse annehmcn. Es unterliegt nun gegenwärtig der Entscheidung des StaatSraths die Frage, ob dies auch in Zukunft geduldet werden könne. Die weitere Gewährung wäre nur gerecht, denn der allgemeinen Pariser sogenannten ..öffentlichen Wohlthätigkeit" ,.;n^i^tnucm 1ml)!i<1n<:׳' würde ein derartiges Verbot doch kaum zu Gttte kommen, da die betreffenden Spenden zu ganz speziellen und bestimmten Zwecken gegeben werden. Von maßgebender Seite wird als bestes Mittel, um die Israeliten in freier Vcrcinigung zusammcnzuhalten und ihren Sinn für jüdisches Gemeinwesen zu wecken, die Einführung der Seffentlichkeit der Konsistorlalsitzuiigcn vorgeschlagen, sowie eine regelmäßige, umfassendere und Jedem zugängliche Vcröffentlichnng der Daten. Mitgliederlisten des Budgets, der Akten und überhaupt deS Getriebes der jüdischen Gemeinde. Sodann müßte zur Unterstützung der sieben Mitglieder des Konsistoriums, die sich überdies nur selten zur Verathung zusammenfindcn, eine größere Anzahl intelligenter und jüdisch gesinnter Repräsentanten der Gemeinde anfgcfordert und dadurch zum .wärmeren Interesse für die Gemeinde gewonnen werden. Wir finden die Aufforderung zu einem derartigen Vorgehen schon in der heutigen Sidroh, in welcher Jißran dem großen VolkSführer für seine allerdings in der größtmöglichsten Oesfentlichkeit, dein wahren רשות הרבים דאורייתא geführte Administration die Weisung ertheilt: 2. B. M. 18, 21: ״Aber ersehe Du auch auS dem ganzen Volke Männer von Tüchtigkeit, gottcSsürchtigc Männer von Wahrheit, die Gewinnst hassen." Schließen auch wir mit dem Wunsche an die Pariser jüdische Gemeinde: ״Wenn Du dieses thnst, so kann Dir Gott seine Befehle crtheilcn und Du kannst bestehen und auch dieses ganze Volk wird Jeder in Frieden aus die ihm gebührende Stelle kommen". (Uebcrsetznng deS Herrn Rabbiners S. N. Hirsch.) וגם בל העם הזה על מקמו יבא בשלום. N ußland. ״.z. Petrrsbnrg, Januar. Der ״WoSchod" berichtet, daß die Negierung die Aufhebung der Schule in Sitomir beschlossen hat. — Nach demselben Blatte werden anS den Anfkünften der Lichtstcner mtb der Fleisch- (teuer für Unterricht bei* Inden im Gouvernement Wilna jährlich 109 41(.) Rubel verausgabt. 1057 jüdische Schüler daselbst besuchen Gymnasien, 148 Progyntnasien, 309 Nealschnlcn und 189 Mädchen-Gymnasien. P a t ä st i u a. * Ein Lnslkurhanö wird denmächst auf dem Karmel errichtet werden. Frau von Bannwarth ans den! Sigmaringschen Orte Ostrach hat für diesen Zweck den Betrag von 30 000 Jk zur Verfügung gestellt, und in der That dürste sich der Bergkegel Neschmia. welcher reich bewaldet ist und voll der frischen MccrcSbriese stets gestreift wird, sich ganz vorzüglich dafür eignen. Man würde von Haifa auS, welches 5 Kilometer von dem Sanatorium entfernt liegt, bequem dorthin gelangen können. - Bei Jericho ist seil Ende Januar 1885 eine Brücke über den Jordan fertig gestellt worden, welche 35 Meter lang, 3 Meter breit und 3*/- Meter hoch ist. Dieselbe ist ungefähr zwei Stirnbni von der Mündung des Jordans in das Todte Meer errichtet. Zur Unterkunft für Fremde finb jetzt in Jericho ein Lokanda mit zwei Zimmern und zwei Zelten, sowie ein Hospiz mit zwanzig Rälimcn und drei kleine Häuser eingerichtet. mit einer Karte von Palästina von ' ' 1 I N. Sokalow. Warschau. ]885. Das vorliegende anspruchlose Buch enthält des Jrtteressaittcu über das Heilige Land so viel, daß dem

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