Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 19 (1886)
- Issue
- Heft 2 (14.1.1886)
- Article
- Rußland : Petersburg [Nachricht]
- Date
- 1886-01-14
- Page
- 30 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- Odesa 1× ep/1000834
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der Jndcnkommission aus. Die beiden Hauptfragen, welche demnächst entschieden werden sollen, sind: 1) Ob den Juden die Ansiedelung im Innern Rußlands ge׳ stattet werden solle. 2) Ob die Juden Grundbesitz erwerben dürfen. Erstere Frage sott von der Mehrzahl der darum angegangenen Behörden in' bejahendem Sinne beantwortet worden sein. In Bezug auf die zweite Frage sollen die verschiedensten Antworten eingegangen sein. — Wie gemeldet wird, wurde im Dorfe PetcrpowlowSka ein zwölfjähriges Mädchen'des Nachts ans dem elterlichen Hause geraubt. Lange Zeit war der Verbleib des Mädchens unbekannt. Jetzt stellt sich heraus, daß dasselbe in ein Kloster gebracht worden ist, um es zur Taufe zu zwingen. Aehnlichcs wird von einem vierzehnjährigen Knaben aus dem Dorfe Ncichenseld gemeldet. Oie beiden Fälle verursachen natürlich in den betreffenden Gemeinden keine geringe Bestürzung unter der jüdischen Bevölkerung. ... v. Warschau, 5. Januar. Das neubegonnene Kalenderjahr bringt leider sogleich neue צרות über uns. So hat der Befehlshaber der hier in Garnison liegenden Garde angeordnet, daß zu den Submissionen re. vom 1. Januar a. c. an mir Christen zngclassen werden sollen; selbst wenn die Angebote der׳ nichtchristlichen Submittenten günstiger sein sollten, sind dieselben von nun an unberücksichtia zu lassen. "י Cfceffa, 7. Januar. . Nach einem kürzlich hcrausgegcbeuen Erlasse ist eS den in Odessa ansässigen ausländischen Juden verboten, inländische Waaren zu führen. Man kann sich denken, .in welche peinliche Situation die vielen Geschäftsleute verseht sind, die bis jetzt inländische Waaren geführt haben. Odessa» Die Zahl der sich hier aufhaltcnden fremden Juden beziffert sich auf rund 20 000, van welchen etwa 13 000 türkische und (3000 österreichische UntertHanen sind. Amerika. ע״ע Newyvrk. ES scheint, als ob unsere Brüder, namentlich die aus Rußtand und Oesterreich ein׳- gewanderten, ernstliche Schritte thun, um ein Ziel zu erreichen, dessen Erlangung zum wirklichen und wahrhastigen Segen für die iuncrn und äußern Verhältnisse der hierländischeu jüdischen Diaspora werden kann. Es ist eine schöne und in gewissem Sinne erhabene Idee, deren Verwirklichung die unbelnittelteu Brüder mit Begeisterung erfaßt und mit großen Opfern energisch zu betreiben suchen: die Befreiung von dem Hausirbündel, die Beschäftigung mit der Landwirthschast. Zwiefach sind die Beweggründe, welche zu diesem glücklichen Gedanken geführt, sowohl materieller wie religiöser Art. Materiell, weit in der That in den großen Städten eine zu große ärmere Bevölkerung vorhanden sein dürfte, um für den Kleinhandel und das Klein- Handwerk genügende Gelegenheit zu finden, — religiös, weil durch den Handel in der Stadt und auf dem flachen Lande die Versuchung zu groß ist, den religiösen Gesetzen und Sitten untren zu werden. Werdet Farmer! möchte in Wirklichkeit der Erlösnngsruf sein. Die Angelegenheit scheint in dein rechten Sinne und mit Umsicht in die Hand genolnmen zu sein. Eigene nionatliche Beiträge bilden die Grundlage für die. Ausführung. Zunächst hat man auf Kansas sein Augenmerk gelenkt, wo der Boden fruchtbar ist und weite Landstrccken noch verhältnißmäßig billig zu haben sind. Es werden in der nächsten Zeit wahrscheinlich au fünfzig bis hundert Parteien dorthin gehen und eine jüdische Kolonie anlegen. Die Segenswünsche aller Wohlgesinnten mögen sie begleiten. Ich betrachte diese Sache als eine sehr gute- und halte eS für Pflicht, sie zu fördern. Gebe Gott, daß sie gelinge, daß in dem freien Amerika ein wackerer jüdischer Farmerstand erstehe, welcher das alte GotteSgesetz Hochhalte und nach ihm lebe und unter rüstiger Arbeit zu Wohlstand gelange! Australien * In Siducy hat sich eine Gesellschaft mit einem Kapital von 3000 Psd. Sterling (!30 000 Mark) gebildet, um Matzoth in bester und streng gesetzmäßiger Ausführung herzustellen. Die Veranlassung hierzu war die Wahrnehmung, daß, namentlich in letzterer Hinsicht, bis jetzt nicht genügend gesorgt war. Den Herren M. Gotthelf und I. L. Jsaaes ist die Anregung zu diesem höchst anerkennenswerthcn Werke zu danken. Man will dadurch nicht nur für Sidney, sondern für ganz Australien Sorge tragen, daß das Peßachfest in wirklich gesetzcstrencr Weise begangen werden kann. — In Auckland, Neu-Seeland, hat die Einweihung einer sehr schönen Synagoge stattgefnnden. So erfreulich es ift. daß unsere Brüder in den fernsten Zonen sich zu Religionsgemeinden vereinigen, so sehr ist cs zu bcklagen, daß, wie aus dem Einweihnngsbcrichte hervorgeht, die Gemeinde in Auckland nicht die gesetzmäßigen Bestimmungen, ob ans Unwissenheit oder Leichtfertigfeit ist nicht ersichtlich, zu beobachten scheint. (01!a!um Imntgrit. Bon 0amucl Bert,hold Rosner. (Alle :IN-chtc vorl'cl aUc».) (Fortsetzung.) Ludwig alias Louis alias Leo verhält sich zu Moses wie ein Südamerikaner zu Einem ans dem Norden Europas: er ist sein vollkommener Antagonist. Bei ihm wäre es überflüssige Mühe, mit Hülfe psycho-