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Jeschurun · 1886-01-14 · Heft 2 (14.1.1886) · p. 29

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
19 (1886)
Issue
Heft 2 (14.1.1886)
Article
Holland
Date
1886-01-14
Page
29 (sequence 2)
Language
German
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29 als möglich, ohne mit ihrem Namen hcrvorzutrctcn.! צדקה בסתר ist ihr Wahlspruch. Die Feier wurde denn auch nur > von den Verwandten der Gefeierten, dem Vorstand und j den Beamten der Anstalt und, Irrst not least, den ן Waisen selbst bcigewohnt und entnehmen wir hierüber! dem ״N. I. W." Folgendes: ״Der Vizepräsident, Herr A. Daniel, begrüßte Frau Benjamins mit einfachen, doch herzlichen Worten, darauf hinweisend, wie sie in den 25 Jahren mit aller Kraft für die Pfleglinge eingetreten sei und so den wahren jüdischen Frauencharakter zur Geltung gebracht habe, wie sie ihrer Namensgenossin Mirjam gleich, sich an die Spitze stellte und durch ihr Beispiel viele andere Frauen herangezogen habe. Nach diesem sprach Herr Rabbiner van Loen gleichfalls Worte der Anerkennung und thcilte mit, daß die Vorsteher, da die Jubilarin jedes Geschenk entschieden verweigerte, zum Andenken an diesen Tag der Anstalt eine silberne Wcinkanue mit entsprechender Inschrift geschenkt haben. Die Jubilarin selbst übergab der Synagoge der Anstalt ein פרכת und כבסה, verschaffte den Zöglingen einen vergnügten Tag und übergab jedem derselben ein entsprechendes Geschenk. Möge cS der Frau Benjamins vergönnt sein, noch recht lauge in ihrem segensreichen Wirken fortznfahren. יעריך ימיה ה׳ בטוב ושנותיה בנעימים. . Frankreich. *** Paris, im Januar. Wo immer wir Juden uns auch zerstreut finden auf dem weiten Erdenrunde, wir fühlen uns mit unseren Brüdern außer durch die vielen anderen Berciuigungsmittcl schon verbunden durch die gemeinsame Betrachtung der allwöchentlichen Sidroh nach der Eintheiiung der Thauroh, die unsere Lehrer scstgestcllt. Wenn wir so gemeinsam im Laufe eines Jahres uns unsere ganze Lehre und Geschichte vorführen von der Schöpfung der Welt bis zuin Segen, den unser großer Führer Mauscheh bei seinem Hiuschcidcn vor unserem Eintritt in das gelobte Land uns crtheilt, so geben wir unserem Leben erst den wahren Inhalt בי הם חיינו וארך ימינו, wie unsere Weisen es ansdrückcn, בל המשלים פרשיותיו עם הצבור שנים מקרא ואחד תרגום מאריבין לו ימיו ושנותיו. In der Mute des Winters werden wir durch die Kapitel des Auszugs aus Mizrajim schon vorbereitet auf die Fcstesstiminung. die uns bald darauf beim Eintritt des Peßach, der Eriuueruugszeit an die Freiheit und den Frühling der Menschheit, erwartet. In der heutigen Sidroh der ישירה, des ״Ge-- sanges", hören wir schon die ersten Signaltöne des nach der rauhen und dttuklcn Winterszeit wieder erwachenden ntildcn und sonnigen Lebens. Dieser Gesang, der zuerst erschallte, als der Ewige ״seine Kinder durch die gctheiltcn Fluthen des Schilfmccres geführt und ihre Verfolger und Feinde in die Abgründe versenkt hatte", ertönt noch heute ständig in den Synagogen und mit besonders feierlichem Klange vor dem Akte, durch welchen an dem achttägigen jüdischen Knaben der. Bund vollzogen werden soll, dessen Verdienst nach dem Worte הנהר ים פוך למרים im Stande war, jenes Wunder zu bewirken. Mit der Segcnsverhcißnng: הבה לתורה ולחופה ולמעשים טובים wird bem neuen Weltbürger gewünscht, daß ihm, dessen Blutstropfen auf Geheiß des Ewigen geopfert sind, auch die Naturkrüste dienstbar gemacht werden, damit er Thauroh lerne, die ihm beftimmte Gattin erlange und für seine und Anderer Existenz arbeite und somit Aufgaben erfülle, deren richtige Lösung für so schwer gehalten wird, wie. die Theilung des Schilfmcereö. (קשה זווגו(פרנסתו ׳של אדם בפריעת ים סוף. Welchen Wiederhol! aber haben zu allen Zeiten in den jüdischen Herzen, in den jüdischen Familien und den jüdischen Gemeinden die Worte. Kap. 13, 19 gefunden: ״Und Moscheh nahm die Gebeine Josephs mit sich, denn er hatte den Kindern Israels den Eid abgciwmmcn wie folgt: der All-!nächtige wird Euch bedenken, dann sollt Ihr meine Gebeine von hier mit Euch nehmen." Sowie Abraham als erstes Besitzthum im heiligen Lande eine Ruhestätte für seine Sara erworben, so ist eS für alle Zeiten heilige Pflicht aller jüdischen Nachkommen geblieben, nach dieser Richtung hin הסד ואמת, die wahre, uncigennützige Nächstenliebe auszuüben. Hier in Paris tritt diese Licbcspflicht noch gebieterischer au uns heran,!veil die Ausübung derselben durch die thenrcn Preise des Terrains und andere Verhältnisse sehr erschwert ist. Es bestehen hier die Gesellschaften ״Du repos etcrnel“ und ״De la terre promise", welche bestrebt sind, auch den ärmeren Glaubensgenossen eine dauernde Ruhestätte zuzusicheru. Es bleibt aber noch sehr vieles in dieser Beziehung zu thun übrig, und die Gründung einer הברה קדישא, welche in orthodoxen Kreisen so oft hier geplant wurde, ist bis jetzt noch nicht ansgeführt. Die Sorge um die in demselben Verse bekundete heiße Liebe zum heiligen Lande wird hier in Paris zwar nichts weniger als vernachlässigt. Man intercssirt sich hier nänllich viel um die Kolonisation. ES fehlt aber an der nölhigen Sorgfalt in der hierfür bethatigtcn Liebe, daß dieselbe auch wirklich der תורה הקדושה zu Gute kommt. Man kümmert sich wohl um den Anfang des Verses, mit dem wir diese Zeilen schließen, dessen Ende wir aber nicht weniger den löblichen Komitees zur liebevollen Berücksichtigung dringend ans Herz reden möchten. תבאמו ותטעמו בהר נחלתך — מבון לשבתך פעלת ד/ מקדש ד׳ כוננו ידיך — ד' ימלך לעלם ועד־ Nußland. ...z. Petersburg, 7. Januar. Neuerdings tauchen einmal wieder Gerüchte über die Thätigkeit

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