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Jeschurun · 1886-01-07 · Heft 1 (7.1.1886) · p. 14

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Journal
Jeschurun
Volume
19 (1886)
Issue
Heft 1 (7.1.1886)
Article
Amerika : New York [Nachricht]
Date
1886-01-07
Page
14 (sequence 2)
Language
German
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14 1885: 13248 Personen nach Ncwhork.?lach hier gilt das Gleiche, wie für Rumänien: die Meisten derselben sind Glaubensgenossen. — Anders verhält cS sich mit den ans Oesterreich-Ungarn AnSivandernden. In jenen Ländern ist auch unter der nichtjüdischen Bevölkerung eine gleich große AnSwandernngSlust vorhanden. Es läßt sich daher — da bei den Anmeldestellen niemals Erhebungen über die Religion gemacht werden — die Zahl der aus Oesterreich.Ungarn nach Amerika cingewanderten Israeliten auch nicht annährend bcrechnen. Wir bemerken nochmals, daß diese Zahlen nur speziell Newhork betreffen; wie groß nm(3 nun die Gesammtzahl der in den letzten Jahren überhaupt nach den vereinigten Staaten von Nordamerika auSgewandertcn Israeliten sein! — Im. Allgemeinen nimmt man an, daß für die seit 1882 allein ans Rußland nach Nordamerika cingewanderten Israeliten die Zahl 30 000 nicht zu hoch gegriffen sei. Marokko. * Wie dem ״Icw. Ehron." ans Tanger gemeldet wird, beruht das Gerücht von dem Tode des Statt׳ Halters in Dcmnat ans Unwahrheit; derselbe lebt und verbleib! nach wie vor in seiner Stellung; auch die Vage der Israeliten ist noch die traurige wie früher. Aus Madrid wird vom 30.Dezember telegraphirt: ״Der Sultan von Marokko hat jenen Ferman, den er einst auf Einschreiten MontesioreS zu Gunsten der Inden erlassen hat, als null,' und nichtig erklärt, da Montefiore inzwischen verstorben ist." P a l ä st i n a. * Die Iudenmissionüre haben mit ihren Grün׳ düngen nicht immer Glück. Sie müssen aber absolut Schiffbrnch leiden, wenn sie ihr Mißlingen anerkennen. Dieses ist auch der Fall mit der Gründung Artus, über welche jetzt die JA. E.-L. K. Z." folgendermaßen berichtet: ..Die mit großem Geldaufwand von Engländern unternommene Iudcnkolonie Artus bei Jaffa in Palästina muß als vollständig gescheitert betrachtet werden. Um für die neuerdings stark an gewachsene Zahl von Profelhten, zugleich aber auch für arme Judenfamilicn, eine Unicrkunft und ein Arbeitsfeld zu schaffen, wurde mit englischem Gelde bei dem verlassenen Dorfe .Artus im Jahre 1883 ein Areal angekaust und eine beträchtliche Zahl von provisorischen hölzernen Wohnnugen und in ihrer Mitte ein Gemeinde- und Schul- Haus gebaut. Allein die Ansiedler, welche mehr aus die englischen Unterstützungsgelder als auf die Frucht ihrer Arbeit rechneten, fügten sich nur mit Widerwillen in die Anordnungen dcS BorslcherS, der in Folge dessen schon im Juli d. I. seine Stellung verließ. Gegenwärtig sollen nur noch zwei Familien ohne Aufsicht und Leitung in Artus wohnen. Die Kolonie muß somit als völlig gescheitert betrachtet werden. Ob es möglich ist, sic in beschränkterer Ausdehnung unter Leitung deS englischen Pastors Kclk in Jerusalem fort- Zufuhren, muß die Zukunft lehren. Mit der Kolonie sind auch die ״TidingS from Zion" in Jerusalem, von dcn Missionaren der Londoner Indcnmission, Kelk und Friedländer hcranSgegeben, im. Juli d. I. eingegangen. (ftlutiintf liniitp. 33011 S0in 11 ct Bcrljhotd Nosner. (''!!><• <•1.(1 i» nurbcimiicn.; I. ES war in dcn Wochen zwischen Ostern und Pfingsten. Wessen Busen wird nicht von Wonneschauern geschwellt, wenn er dieser gottbegnadeten Zeit gedenkt? Der Frühling ist noch in der Knospe, und die Blnmcn duften in ihrem Knospenaltcr am süßesten, am berauschendsten. Ein zartes Geheimniß verhüllt noch die Rose, aber die Blätter theilcn sich schon und gestatten einen Einblick in daS reizende Mysterium; ein keusches Farbenleuchten, ein liebliches Blättergekränsel — — —. Beilchcnduft. Wald hauch, Mattcngrün, Himmelblau und Sonnengold — das ist diese Zeit! Ich möchte gerne den skeptischen Bibelkritiker sehen, der mitten in der Pracht und Wonne dieser Zeit noch den Muth hätte, seinen pedantischen Kathedcrkram beizubehalten und mit einem hochweisen Stirnrunzeln das einstige Eden auf Erden in daS Reich der Fiktion hinüber zu dcmonstriren. Es war ein Sonntag und alle Welt flüchtete auS der Stadt ins ״Gebirg". DaS Gebirge aber war eben ein Gebirge, eine große Menge von^Bergcn, Thälern und Hügeln, die einander in der malerischsten Weise ablösten mit dunkeln Tannen- und Fichtenwäldern, mit krystallklaren und eiskalten Quellen, die von benbewaldeten Bergrücken herabricseltcn und in schmalen Aederchen durch die Thalwiesen liefen, bis sie schließlich zwischen hohen Grashalmen versickerten. Mancher Quelle ist von den löblichen Stadtvätern die Ehre zu Thcil geworden, daß sie an ihrer Mündung einen großen, behauenen Stein anbringcn ließen mit einem wunderschönen Sprnchvcrs darauf. Aber die löblichen Stadtvätcr haben noch mehr gethan. Sic haben auch . weil und breit hellgekicste Wege anlcgen lassen, die sich in einem großen Netz zwischen dcn Bergen, Wäldern, Weingärten und Thälern winden, überall zu. den schönsten pocsievollften Partien jührcud. Und die löblichen Stadtvätcr haben'S auch

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