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Jeschurun · 1885-12-31 · Heft 53 (31.12.1885) · p. 845

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
18 (1885)
Issue
Heft 53 (31.12.1885)
Article
Deutschland : Treysa [Nachricht]
Date
1885-12-31
Page
845 (sequence 2)
Language
German
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845 sein 50jähriges Anitsjubiläum. Die ganze Stadt, ohne Unterschied der Konfession, hatte sich an dem schönen Feste bcthciligt. Schon am Vorabend ward dem greisen Jubilar ein Ständchen durch den Trcysaer Männergesangvcrein und am 21. Dezember früh ein solches durch ein Musikkorps gebracht. Im Laufe des Vormittags erschienen verschiedene Deputationen, um dem ebenso beliebten als wohlverehrtcn Lehrer ihre Glückwünsche darzubringcn. Nach beendigtem Festgottcsdienst ward der Jubilar in geordnetem Fcstzuge, an welchem die Spitzen der Behörden, sämmtliche Schulen u. s. w. Theil nahmen, zum Festsaale abgcholt, woselbst ein solennes Festmahl stattfand, an welches sich dann Abends theatralische Aufführung und Ball anschloß. Oesterreich-Ungarn. f. Wien, 23. Dezember. Heute füllte der hiesige Gerichtshof ein Urtheil, welches gewiß manchen etwas befremden wird. Es ist bekannt daß vor Kurzem ein armer jüdischer Hadernsannnler, Naniens David Schwarz, als er mit seinem Wägelchen in der Nahe einer der Wiener Vorstädte fuhr, von einem Arbeiter derart mißhandelt wurde, daß der unglückliche Jude auf der Stelle seinen Geist anfgab. Heute fand nun die Verhandlung gegen jenen Arbeiter, der natürlich sofort dingfest gemacht worden, statt. Der Gerichtshof sich auf das Gutachten des gerichtlichen Obduzenten stützend, welches dahin lautete, daß die Wunde welche Schwarz am Kopfe harte, nur eine leichte Verletzung sei, der Tod jedoch infolge eines schon lange bestandenen Herzfehlers am Herzschlage eingetreten sei, verurtheilte den Angeklagten bloß wegen ״leichter Körperverletzung" zu nur acht Tagen Arrest! 0. W. Aus Böhmen, 25. Dezember. Es dürste noch nicht allenthalben bekannt sein, daß an den drei Kurorten Karlsbad, Maricnbad und Teplitz israelitische Kurhospitäler für arme jüdische Kurgäste bestehen. Dieselben sind von den bemittelteren jüdischen Kurgästen errichtet worden und haben den Zweck, arnicn jüdischen Kurgästen freie Wohnung, vollständige Verköstigung, Bäder, ärztliche Behandlung, Medikamente und alle Bedürfnisse für den ordentlichen Kurgcbrauch zu gcwähren. Im abgelaufenen Sommer waren im Karlsdaher Hospital 92 arme Kurgäste anwesend. In Marienbad waren im Ganzen 61 Personen verpflegt worden, darunter 31 Männer und 30 Frauen; von crstcrcn waren 2 Rabbiner, 3 Neligionslchrer, 2 Gemeinde- Beamte,!Studiosus, 1 Literat re. Die ärztliche Be- Handlung wird durch Professor Dr. E. H. Kisch in Prag unentgeltlich besorgt. Gesuche um Aufnahme in eine dieser drei Anstalten sind an die betreffende Direktion zu richten. Jedem Gesuche, das längsten« bis zum Monate März eingereicht sein muß, ist ein׳ ärztliches Zeugniß über die Kurbedürstigkeit des GesuchstetlerS, so wie ein MittellosigkcitS-Attcst beizutegen. Sämmtliche Stücke sind stcmpclfrei. Für Karlsbad und Marienbad ist der Sitz der Direktion in Prag, und lautet die Adresse: ״An die Direktion des Marienbader israelitischen Knrhospitals in Prag. ״Für das Tcpkitzer Hospital ist der Sitz der Direktion in Teplitz. Holland. ש Amsterdam, 25. Dezember. Der Verstorbene Herr I. E. Tcxeira de Mattoö hat außer einem Legate von fl 3000 für die allgemeinen Armen von Amsterdam, Legate von je fl 1000 den folgenden Institutionen vermacht: den allgemeinen Armen von Baare; ferner in Amsterdam: der Armenkasse der portug. Gemeinde, der Armenverwaltung der hochdeutschen Gemeinde, dem Port. Knabcn-Waisenhausc, ditto Mädchen-Waisenhause, ditto Männer-Alter-Vcrsorgungöanstalt, ditto Frauen- Altcr-Bersorgungsanstalt, dem hochdeutschen Knaben- Waisenhanse, ditto Müdchcn-Waisenhause, der Kranken- Verpflegung, den! Kinder-Krankenhause, dem Taubstummcn-Jnstitute in Groningen, ditto in Rotterdam. 8.1^. Amsterdam, °25. Dezember. Wie wir hören, ist von Frau Wittwc I. E. Texeira de MattyS und 1)1׳. MendeS de Leon und Gemahlin den Parnassiin der portugisch-israelitischcn Gemeinde eine׳Summe von 100 000 Gulden als Beitrag für den Vau eines neuen Armenhauses mid Frauen-AltcrversorgungSanstalt, zur Verfügung gestellt worden. Die edlen Spender haben damit den Wunsch ihres verstorbenen Gemahls, Vaters und Schwiegervaters erfüllt, welcher diesen Betrag zu schenken sich vorgenommen, doch vor der Ausführung dieses hochherzigen Vorsatzes mit dem Tode abberufen worden war. Durch diese Schenkung ist es möglich geworden, einem lang gehegten Bedürfnisse der Gemeinde nachzukommen. £ Rotterdam, 27. Dezember. Die Herren Gcbr. Hägens, in deren Verlag bereits das ״Weekblad voor israel. Heisgczinnen" erscheint, versenden einen Prospekt, in welchem sie zwei holländische illustrirte jüdische Monatsschriften ankündigen: ״Ehoreb" (Bibliothek für israe! Familien) und ״Jedidjah" (Bibliothek für Israels Jugend). Beide Zeitschriften sollen durch Beiträge aus dem mannigfachen Gebiete jüdischen Wissens in verschiedenster Form Anregung und Belehrung bieten, und da Herr Oberrabiner Tal in Arnhem die Aufsicht über die Redaktion führen wird, sind wir vollauf bercchtigt, nur דברים פתוחים zu erwarten. Dänemark. H Kopenhagen, 16. Debeth. Gestern feierte unsere Gemeinde ein schönes Fest, den 70. Geburtstag des allverehrten Herrn M. L. Melchior. Am Vor-

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