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Jeschurun · 1885-12-24 · Heft 52 (24.12.1885) · p. 831

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
18 (1885)
Issue
Heft 52 (24.12.1885)
Article
Amerika : Chicago [Nachricht]
Date
1885-12-24
Page
831 (sequence 2)
Language
German
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831 Brei geht, ohne sich den Mund zu verbrennen, erlassen Sie mir wohl, ich lege dem ganzen Ulk nur eine sympto׳- malische Bedeutung bei. Wollen Sie eine Probe der Resolutionen? ״Wir erklären, daß alle solche mosaischen und rabbinischen Gesetze, wie Speise-Verordnungen, priesterliche Reinheit und Kleidung Zeiten entstammen und unter dem Einflüsse von Ideen entstanden sind, welche gänzlich fremd sind unseren gegenwärtigen geistigen und intellektuellen Zuständen. Sie verfehlen, den modernen Juden mit einem Geiste pricstcrlicher Heiligkeit zu durchdringcn; ihre Beobachtung in unseren Tagen ist eher geeignet, moderne geistige Erhebung (soll wohl heißen: geistige Ueberhebung?) zu verhindern als zu befördern. Wir erkennen im Iudcnthum eine fortschreitende Religion (natürlich; אשרי האיש, Fortschritt ist des Mannes, אשר לא הלך בעצת רשעים), stets -bestrebt, in Uebercinstintmung zu sein mit den Forderungen der Vernunft. Wir sind überzeugt von der höchsten Nothwcndigkcit der Bewahrung der historischen Ucbereinstimmung mit unserer großen Vergangenheit (glaub'S gerne; denn sonst brauchte man ja keine ReverendSl). Wir schätzten an Christenthmn und Islam, Töchterreligionen des Judenthums, ihre providentielle Mission, die Verbreitung der monotheistischen Wahrheit befördern zu helfen (und deshalb, nicht wahr? lassen wir uns von christlichen Geistlichen in der Synagoge vertreten?). Wir anerkennen, daß der Geist weiter Humanität unserer Zeit unser Verbündete ist in der Erfüllung unserer Mission, und deshalb reichen wir die Hand der Genossenschaft allen, welche mit uns arbeiten an der Errichtung des Reiches der Wahrheit und Rechtlichkeit unter den Menschen. Wir anerkennen die Lehre des Iudenthums, daß die menschliche Seele unsterblich ist, indem wir diesen Glauben auf die göttliche Natur des menschlichen Geistes gründen, welcher stets Seligkeit empfindet in Rechtschaffenheit und Jammer in BoSheit. (Was er wohl bei dem Treiben solcher Neuerends empfinden mag?). Wir verwerfen als nicht in! Judenthume wurzelnde Ideen den Glauben sowohl an körpcrlicher Auferstehung wie den Geh'mnom (verwerfen hilft da nichts, werden schon daran Glauben müssen) und Eden, als Orte für immerwährende Bestrafung und Belohnung."-Ich meine, die Herren hätten cS sich kürzer und bequemer nlachcn können. Sie hätten nur zu beschließen brauchen: i) Wir erklären, daß die Gemeinden verpflichtet sind, ReverendS anzustellen und gut zu bezahlen. 2) Dafür haben diese den Abfall ihrer resp. Gemeinden zu sanktioniren. 3) Wir thun es hiermit. — Das wäre deutlicher, ehrlicher und mit den thatsächlicheu Verhältnissen übereinstimmend gewesen.; Palästina.- A Der kleine Nest der Samaritaner ist in fort« währender Abnahme begriffen und wird voraussichtlich in nicht allzuferner Zelt gänzlich untergehen. In Nablus, dem alten Schcchem, dem einzigen Orte, wo sie sich noch behaupten, leben nur noch 151 Seelen in einem Harat-es-Samara genannten Stadtviertel, und zwar 53 Männer. 46 Frauen, 36 Knaben und 16 Mädchen. Sie zeichnen sich durch ihren rothen Turban und einer eigenLhümtichen Haar- und Barttracht von den übrigen Einwohnern aus. Ihr Oberhaupt und Priester nennt sich Jakob ben Abraham Hakohcn. Sie besitzen eine kleine Synagoge und bringen Opfer auf dem Gerisim dar.-In Palästina bestehen jetzt sieben jüdische Kolonien: ״Nischon iezijon" in der Nähe von Joppe mit 130 Seelen; ״Sichron Jakob" bei Haifa mit 370 Seelen; ״Rosch Pinah"; Ekron", nördlich von Joppe mit 147 Seelen; ״Pethach Tikwah" mit 167 Seelen; ״Jcßod hamaleh" in der Nähe von Safed, und ״Nidrah" im Westen von Joppe. Wrieskcrsterr 6er "g-leöaFition. Aus verschiedene anonyme Anfragen und Zuschriften erwidern wir, dag wir grundsätzlich aus solche nicht eingehen können. Vielen anderen geehrten Herren die ergebene Mittheilung, daß alle Korrespondenzen erledigt werden. Wir muffen aber um Nachsicht bitten, wenn wir darin etwas langsam sind. lieberhauste Beschäftigung macht eS uns thatsächlich unmöglich, pünktlicher zu sein. Inserate werden die Zspaltige Petitzeile .-»der deren Raum mit'25» Psg. berechnet. Für den Inhalt derselben übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung. Insertion«, und Abonnements-Annahme sür Frankfurt a. M. auch bei Herrn I. Kauffmann daselbst, ohne Preiserhöhung בשר Prinz Emil כשרי J)arH1stadt. Feine Küche, streng religiös, geräumige Zimmer; besouders zur Abhaltung! von Hochzeiten empfohlen. Referenz: Herr Rabbiner Dr. Marx, Darmstsdt. Jung. Mann, ged. Einjähr., in bedeut. Maiiuf.-Groö.-Gcsch. kond. sucht per sofort oder später isr. Feiertage frei. Branche egal. Sprachkenntniffe. Vorzügl. Refer. Grs. Off. sul>. 208 Exped. d. Blattes. ׳.׳■'׳.,,■■"■כשר Emmerthale läse-Fabrikation A. Erlanger, Lnzern (Schweiz) Referenzen; die Herren Rabbiner Hirsch in Frankfurt a. M., Dr. Hildesheimer in Berlin, Dr. Lehmann in Mainz.

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