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Jeschurun · 1885-12-03 · Heft 49 (3.12.1885) · p. 783

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
18 (1885)
Issue
Heft 49 (3.12.1885)
Article
Frankreich : Paris [Nachricht]
Date
1885-12-03
Page
783 (sequence 2)
Language
German
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783 Die Schcchitah wäre ja den Reformern ebenso überflüßig wie Mikweh. Die Größe der Summe des gegcnwärügen Uebcrschusses des Schcchitahbudget erleichtert jetzt auch die Ausführung des Projektes, unter der Leitung des Herrn Rabbiners Wciskopf, das Schächten und das Kaschruß der Schlachtereien zu verbessern und es dahin zu bringen, daß die Gesetzestrenen künftig nicht mehr gezwungen sind, mit den größten Opfern eine Scparatverwaltnng für eine streng religiöse Handhabung des rituellen Schlachtwcsens zu erhalten, ,wie dies unter Herrn Rabbiner WciSkopfs Leitung bis jetzt stattgefunden. So werden schließlich in allen Städten die Separationen, .die von der gcsctzcStreuen Opposition nach dem Vorbilde Frankfurts sich gebitdet haben, dahin führen, daß die neologe Majorität einlenkt, auß Furcht, sonst ganz unterzugehen, und aus der erwachenden Erkenntniß, daß eS ebenso unlogisch wie unfromm ist, an der Tradition der vom Allmächtigen uns verliehenen Lehre auch nur das Allergeringste zu andern, weil es der beschränkten Tagcsweisheit der sogenannte Reform so besser gedünkt hatte. Möge das Werk des großen Rabbiners dieser Prototypgemcinde Frankfurt, die ״Freie Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judenthums", bald allüberall diesen Sieg der מעטים über die רבים herbciführen. Mögen die in Alinea 1 seines Programmes vorangestellten Institutioncn der בתי מדרשים und der ישיבות in allen Wclttheilen wieder den Rest des mit dem Siegel des Hohenpriesters versehenen OeleS der reinen unvcrfälschten Glaubenslehre anzünden und unser Erdenlcben das in den acht Dezennien rasch wie acht Tage dahincilt, erleuchten. Die Unachtsamkeit in der Ausübung dieses Berufes uns zu erleuchten - ist ein frevelhafter Ucbermuth;שגגת תלמוד עולת?רו, der bald besiegt werden wird von denen, die sich dem Studium der heiligen Wissenschaft geweiht, wie es uns das Gebet des Chanuckafestes zuruft חדים ביד עופקי תורתך. England. London, 26. November. Lord Salisbury erwiderte auf eine von Herrn Lionel L. Cohen in Betreff seiner von Serjcant Simon bemängelten früheren Haltung gegen die Inden an ihn gerichtete Interpellation in einem Schreiben vom 20. d. M., daß er bis znm Jahre 1858 keine Juden gekannt und deshalb eine irrige Meinung über sie gehabt habe. Durch die seitdem aus dem Umgänge mit Inden gewonnene bessere Ueberzengung sei er der früheren falschen Meinung über sie untreu geworden und würde mit Freuden den Eintritt von Juden in größerer Anzahl ins Parlament begrüßen. Mexiko. * Der ״Hebrew" (San Francisco) veröffentlicht das Schreiben eines Reisenden in Mexico. Derselbe traf daselbst au&ci in der Hauptstadt nur sehr wenige Inden. In Villa Lerdo wohnen nur zwei Juden; in ZacatccaS nur einer. In der Hauptstadt Mexico dagegen ist eine größere jüdische Ansiedelung, die eine höchst geachtete Stellung cinuimmt. Unter Anderem giebt eS da auch zwei Generäle jüdischen Bekenntnisses. i1; Kollektiv-Berichte aus Ungarn. XLt'X. Ich bcdanre lebhaft Ihrem telegraphischen Ansuchen, über die vor einigen Tagen in Budapest gcflogencn Berat Hungen einer Anzahl orthodoxer Rabbiner und Laien dem ״Jeschurun" ausführlichen BeAcht zu erstatten, momentan keine Folge geben zu können. Sie wünschen gewiß Mittheilungen über die Beschlüsse dieser אסיפת, während dieselbe mir als Vorläu fcr einer demnächst ctugubcrufcnbcngroßenVetsammlung zu gelten hat. Hier wurde bloS das ״Programm" für die אסיפה in spe festgesetzt. Dieses ״Programm" enthält nun das, was unsere ״Kollektiv-Berichte" seit Jahren erstreben, eine ״durchgreifende Reorganisation der DurchführungSkommis.sion", auch unsere im ״Jeschmmr" niedergelegte Proposition, Herrn Reich einen koordinirten zweiten Präses zur Seite zu stellen, wurde akzeptt'rt. Der von uns seiner Zeit empfohlene Herr M. Trcbitsch ist seither leider mit Tode abgcgangen, und hat die ״Versammlung" Herrn I. L. Straffer aus Tab zum zweiten Präses designirt. Diese Wahl ist eine glückliche zu nennen. Herr Straffer ist in der That der Mann, dem das ganze Land die wärmsten Sympathien entgegenbringt. Seine talmudische Gelehrsanckeit, seine ungeheuchelte Frömmigkeit, die Lauterkeit seines Charakters, sein Gercchligkeits- und Biedersinn, bieten die sicherste Bürgschaft dafür, daß unter seiner Aegide;הקולות יחדלו die lautgewordcnen Klagen allmählig aushören werden. Herr Straffer ist ein Schwager des verehrten Herrn Oberrabbiners Schreiber גי aus Preßburg, nämlich ein Eidam des גאו; בעל כתב סופר ז׳צ׳ל — Doch einen wichtigen Punkt hat die vorberathende ״Versammlung" fast ignorirt, nämlich die ״Bereinigung aller konservativen Elemente" — und darum können wir uns mit ihrem lückenhaften Programm nicht zufrieden geben und wollen vor der Hand darüber schweigen. Den konservativen Elementen in den nicht konstituirten Gemeinden wollen wir heute bloS rathen, falls die ״große אסיפת" in spe sie nicht in den ״alleinseligmachenden" Bund aufnimmt, so mögen sie dem Heros der jüdischen- Orthodoxie in Deutschland folgen und ״der freien Vereinigung" sich anschtießen.; ־ *

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