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Jeschurun · 1885-11-26 · Heft 48 (26.11.1885) · p. 766

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Journal
Jeschurun
Volume
18 (1885)
Issue
Heft 48 (26.11.1885)
Article
Österreich-Ungarn : Krakau [Nachricht]
Date
1885-11-26
Page
766 (sequence 2)
Language
German
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766 haß ich also rede, ich, einer der Kleinsten in Israel — .מרב שיחי וכעסי דברתי עד הנה ׳e- Drohobyez (Galizien), November. Der hiesige erledigte Rabbinersitz soll demnächst besetzt werden. ES gilt, den rechten Mann ausfindig zu machen, dem wir volles Vertrauen entgegenbringen können. Kein Wunder, daß diese Angelegenheit alle Gemüther be schäftigt. Unter den mit Aussicht genannten Personlichkciten zählen in erster Linie die Herren Rabbiner SchmelkeS, Kunstadt und Salat. Möge die Wahl unter Gottes Beistand zum Segen für unsere Gemeinde, zum Heile für das Judenthum auSsallen. Holland. n Haag. 22. November. Unser geehrter Oberrabbiner, der ehrwürdige Herr Berenstein, hat im Hinblick auf die Ausweisungen aus Preußen, wodurch zahlreiche dieser Unglücklichen theils auf der Durchreise, Lhcits um sich in unserem gastfreien Laude eine neue Heimath zu suchen, unsere Stadt berühren, die Mitglicdcr unserer Gemeinde durch Zirkular zur Bildung einer אורחים NO^.N-Vercinigung aufgcfordcrt, und es ist nicht zu bezweifeln, daß diesem Rufe Folge geleistet wird. — In Berücksichtigung des gleichen Umstandes haben die Herren N. Lansbcrg, E. Edersheim und M. SimonS an den Kerkeraad das Gesuch gerichtet, daß bei קריאת התורה ein besonderer freiwilliger מי שברך mit Spenden zu Gunsten dieser Unglücklichen gestattet werde. Es wurde einstimmig beschlossen, die Erlaubnis zu crtheilcn, und zwar von sofort bis Ende dcS nächsten Jahres. — Möchte doch in Deutschland etwas mehr für die Vertriebenen geschehen, daß dieselben nicht meist von allen Mitteln entblößt hierher kommen. ES ist den BedaucrnSwerthcn doch wenig damit gedient, wenn wir ihnen nur die Mittel zur Weiterreise gewähren, während wir namentlich Handwerkern, die einige hundert Gulden mitbringcn. eher zu einem Domizile in unserem Lande verhelfen könnten; auch im günstigsten Falle bleibt für uns noch mehr als genug zu thun übrig. — Gestatten Sie mir, geehrter Herr Redakteur, auch von einer Dckorirung zu berichten, obwohl Ihr geschätztes Blatt sonst, und mit Recht, solche Mittheilungcn nicht bringt. Herr E. EderSheim, ein Jehudi von echtem Schrot und Korn, auf den stolz zu sein unsere Gemeiude alles Recht hat, hat zu seinem sechzigsten Geburtstage von unserem Oberrabincr den Morcnu-Titcl erhalten, eine in unserem Lande höchst seltene Aus- Zeichnung, die sicher auch die vielen Verehrer des Herrn Edersheim im Auslande erfreuen wird. England. Zsudon, 20. November. Bei den bevorstehenden ParlamentSwahkn treten etwa neunzehn Mische Kandidaten auf, von welchen dreizehn von den Liberalen und sechs von den Konservativen aufgestellt sind. Die Ersteren sind die Herren: Arthur Cohen, E. F. Davis, P. Falk, Baron I. Goldsinid, E. Hart, A. G. Henriques, Baron C. Jessel, S. Montagu, G. F. Philipps, Baron F. de Rothschild, Baron David Salomons, Serjeant Simon. Sydney Stern. Die Letzteren sind die Herren: Lionel L. Cohen, Alderman P. Cowan, James Davis, Mayor Lewis Isaak, Saul Isaak, Baron H. de ÄormS. — Der Minister des Auswärtigen, MarguiS of Salisbury, hat auf die Vorstellung des Board os Deputies wegen der gegen die Juden in Fez vorgekommenen Ausschrcitungen geantwortet, daß der britische Vertreter angewiesen worden sei, die geeigneten Schritte zu thun, um eine Wiederholung der Judenverfolgungen in Fez zu verhindern. Serbien. Belgrad, November. Herr Dr. Rüben Vierer berichtet in der ״Oesterr. Wochenschrift" über die religiösen Verhältnisse das Folgende. Die Aschkenasim, etwa 60 Familien zählend, stehen den Spagniolen an Religiösität weit nach. Während diese größtcntheils am Sabbath die Geschäfte ruhen lassen, hält es in der aschkenasischen Gemeinde schwer, am Sabbath Minjan zu erhalten, weil die Mitglieder ihre gewohnte Thätigfeit im Gewerbe nicht unterbrechen; dabei sind sie meistens wohlhabende Handwerker. Herr Vierer plädirt für die Anstellung eines tüchtigen Rabbiners, um das gesunkene religiöse Gefühl zu beleben. Rußland. ...2. Petersburg, 18. November. Der neueste Tagesbefehl dcS Petersburgers StadthauptmannS zur Judcnfrage lautet folgendermaßen: ״In Bezug auf die Berechtigung solcher Juden, die sich außerhalb der für sie speziell bestinuntcn Gouvernements haben auschreiben lassen, in der Residenz zu wohnen, hat der dirigirende Senat am 24. Oktober d. I. 8ud 12 264 erklärt, daß die Berechtigung der Juden, sich in der Residenz aufzuhaltcn, in jedem einzelnen Fall geprüft und aus Grund der jedem einzelnen Juden zustehenden Rechte, ganz abgesehen von dem Ort seiner Zugehörigkeit, entschieden werden muß. Behufs Vermeidung der bisher vorgckommeuen Mißverständnisse macht der Stadt- Hauptmann solches den Pristaven bekannt und fordert sie auf, die Dokumente derjenigen Juden, welche auS Orten, die im § 16 des Paßreglements von 1876 nicht bezeichnet sind, in die Residenz kommen, in die Paßabtheilung der Kanzlei des Stadthauptmanns abzuliesern, woselbst die erforderlichen Anordnungen getroffen werden sollen.

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