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Jeschurun · 1885-10-22 · Heft 43 (22.10.1885) · p. 687

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
18 (1885)
Issue
Heft 43 (22.10.1885)
Article
Rumänien : von der rumänischen Grenze [Nachricht]
Date
1885-10-22
Page
687 (sequence 2)
Language
German
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unbehelligt geblieben sei, denen die anderen Juden sich jetzt dort ausgcsctzt sehen. Täglich werden Verhaft tungen unter ihnen vorgenommen. Man mißhandelt die Unglücklichen, wirst sie ohne gehöriges Verhör in den Kerker.. Jeder Verkehr mit der Außenwelt ist diesen Bejannuernswerthen abgeschnitten, und cs geht das furchtbare Gerücht, daß dieselben bereits nicht n!ehr unter den Lebenden weilen. Diese schreckliche Kunde findet fast allgemein Glauben. Gott allein weiß es. So viel steht aber;um Mindesten außer jeglichem Zweifel, daß sie in entsetzlichem Zustande im Kerker schmachten. — AnS Dorohoi wird mir berichtet, daß der dortige Polizeimeister kürzlich in dem Hause eines der angesehensten jüdischen Einwohner plötzlich erschienen sei, um ihn und seine Frau auf das Brutalste durchs znprügcln. Als der unter den Streichen sich windende Jude ausricf: ״Lasset es doch jetzt genug sein und habt mit mir und meinem Weibe Mitleid," da versetzte der wüthige Polizeimeister ihm zum Schlüsse so wuchtige Hiebe auf den Kopf, daß er blutüberströmt zusammenbrach. Irgend ein Grund für diese Mißhandlung ist nicht angegeben worden. Der angesehene Mann hatte sich nur geweigert, jene Erklärung über die gute Be- Handlung der Juden zu unterzeichnen. Deshalb sollte er dieselbe zu kosten bekommen.—Solche und ähnliche Vorkommnisse sind an der Tagesordnung. Was nützen alle Berichte? Sie befriedigen die Neugier des Auslands, aber Niemand tritt auf als wirksamer Annehmer der Mißhandelten und Unterdrückten, deren Blut und Seufzer, deren Noth und Jammer von Menschen unerhört zu Gott um Hülse schreien. Nur noch ein recht kennzeichnendes Faktum für die ״gute Behandlung" und die Zivilisation Rumäniens. Es sind jetzt ungefähr zwei Jahre her, da brach in der großen Mühle des angesehenen Herrn Joel Hirsch Söller in Dorohoi ein bedeutendes Feuer aus, wobei für etwa 400 000 Frank verloren ging. Der Polizeimeister war zur Stelle und hatte seine herzliche Freude daran. Zur Erhöhung dieser freudigen Stimmung, wahrscheinlich um אש והמתת עישן LN vereint zu scheu, zvg er ohne jegliche Bcrüulassnng seinen Säbel und hieb dem Buchhalter des Herrn Söller die linke Hand so vollständig ab, daß sie zur Erde fiel. Herr Sollcr machte von diesem Verbrechen, das vor vielen Zeugen verübt worden war, Anzeige beim Gerichte. 'Dasselbe hat aber bis jetzt noch keine Zeit gefunden, sich damit zu befassen. Der Verbrecher aber hat sich dahin geäußert, daß es ihm aufrichtig leid thue, dem Juden die linke Hand abgehauen zu haben, die rechte wäre ihm lieber gewesen. Bedarf es eines KonimentarS zu den rumänischen Gräueln, wenn, solche Bestien zu Wächtern der Ordnung bestellt sind, und die Gerichte für au Juden verübte Verbrechen schlafen? Amerika. * Eincinnati, 16. September. Die ״Deborah" berichtet folgendes Stückchen: Am Rosch-haschanah, wo die russisch-polnischen Juden viele Vetlokale einrichten, sah ein Polizeibeanllce. daß viele Leute in ein Schanklokal eintraten, und daß im oberen Stock des HanseS die Fenster dicht behängt waren. .,Das muß eine Spiel- Hölle sein," dachte der treue Diener der heiligen Hermandad, ״da kann mau sich Lorbeeren erringen," rief die Patrouillemannschaft, besetzte alle Ausgänge des Hauses und drang mit einigen Kameraden hinein, um das Nest auszuheben und die verruchten Spieler dem strafenden Arm der Gerechtigkeit zu übermitteln. Er stürzt in daS verdächtige Zimmer, und findet statt wüster Spieler — andächtig betende Inden. Tableau! Inserate werden die rlspaltige Prtilzeile oder deren Raum mit 25 Psg. berechnet. M A ä!IM KM Für den Inhalt derselben übernimmt dir' Äcdaülon keinerlei Verantwortung. : Iusertionsimb Abonnements-Annahme für Frankfurt a. M. auch bei Herrn F. Kaufs mann daselbst, ohne Preiserhöhung' Hffsne!)rerftesse. Dic Slcllc ci»e§ NcÜWUslchrcrin unserer Gemeinde mit 1500 Mk. jährlichem Gehalt wird vakant, und ist baldigst wieder zu besetzen. Geeignete, und vorzüglich verheirathete Bewerber wollen deren Atteste, auch ein euri'ieulmu vitae bald an uns einsenden. . Jnowrazlaw, 28. Sept. 1885. Der Vorst, d. Synagogengemeinde zu FttowraZlsw. Erzieher gesucht. (DAe Stelle eines Erziehers in 2*׳/ unserer Anstatt ist sofort zu besetzen. UnvcrhciraLhctc, pädagogisch gebildete, jüdische Lehrer werden ersucht, ihre etwaigen Bewerbungen recht baldigst bei dem Unterzeichneten einzurcichen. Königsberg r.'Pr., 30. Sept. 1885. Der Vorstand j <fyc Sielte eines Knltrr.slrenmterr! in hiesiger Synagogengemeiude ' ist per!. Januar 1860 anderweitig zu bcseßen. Bewerber muß geprüfter Lehrer, musikalisch gebildeter Kantor und zum Schächteramt befähigt fein: Gehalts). a.1800Mk. und lohnende Neben ein: ünfte. Neisekosten werden nicht vergütet. Glütz, im September 1885. ׳' ׳- U"FAU«. I flgf MW de 8 יןWMWMM

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