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Jeschurun · 1885-09-09 · Heft 37 (9.9.1885) · p. 591

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
18 (1885)
Issue
Heft 37 (9.9.1885)
Article
Australien : Brisbane [Nachricht]
Date
1885-09-09
Page
591 (sequence 2)
Language
German
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591 wie der Melbourner ״IewishHerald" meldet, der Grundstein zu der neuen Synagoge gelegt. Dieselbe verspricht, dem Plane und den zur Verfügung stehenden Mitteln nach, ein Prachtbau zu werden. Die Synagogc soll 400 Sitzplätze enthalten für 260 Männer in der Halle, 140 Frauen auf den Gallerien; außer den: eigentlichen Gebetranme wird das Gebäude noch mehrere andere Räumlichkeiten umfassen. Der Vau wird im byzantinischen Style gehalten werden, die Lade der Almcmar und die Sitzplätze sollen aus polirtem Ccder- Holze sein. Die Gesammtkosten sollen 5000 L. betragen. Der Bau soll im nächsten November vollendet werden. — Der Rabbiner Herr A. P. Philipps gab in seiner Rede ein Bild der Geschichte der BriSbaner jüdischen Gemeinde, die 1865 aus zwölf Männern bestanden habe und jetzt einen solchen Aufschwung genommen habe, daß sie in die günstige Lage gekommen sei, einen solchen Prachtbau zur Ehre Gottes zu errichten. — Er schloß in seine Rede auch einen innigen Dank an die christlichen Mitbürger ein. die das regste Interesse und die freundlichste Theilnahme zu dem Liebeswerke gezeigt hatten. Merschan. Die Gesetzsammlung des Jndenspiegels, zusommcngestellt und gefälscht von Aron Briman, Pscudodoktor Justus. Beleuchtet und berichtigt von vr.meä. K. Lippe. Jassy l885. Nachdem zuerst in dieser Wochenschrift Jahrgang 1883 die gründliche Arbeit des gelehrten Gugenhcimcr das Konglomerat von Fälschung, Verleumdung und Unwisscnheit, welches unter dem Titel ״Iudenspicgel" in die Ocfscntlichkeit trat, nach Gebühr gewürdigt, und nachdem auch später (1864, Hoffmann in der ״Jüdischen Presse", Lew in ״Israelitische Wochenschrift") die Lügen dieses Pamphlets nachgewicsen sind, erscheint diese Schrift auf dem Plan in dem Jrrthum, die erste Widerlcgung des JustuS'schen ״Iudenspiegels" zu liefern und in dem Sclbstbcwußtsein, der Welt bczw. zukünftigen jüdischen Streitern gegen Borurtheil oder Verleumdung die bislang unbekannte Weise zu zeigen, wie man den Feind heimleuchtct. Der Verfasser, ein jüdischer Arzt zu Jassy und in Galizien geboren, behandelt die ihm anscheinend fremde deutsche Sprache mit ziemlicher Gewandtheit. Er ist von heiliger Liebe zu seinem Volke erfüllt und giebt sich im edlen Stolze als Jude,, welcher für den heiligen Nationalschatz: Bibel, Talmud, Midrasch gegen fremde Angriffe und Beschirnpfungen in edlem Zorne das Schwert zieht. ES ist aber zweierlei bei, dieser Schrift sehr zu bedauern. Zunächst, daß der warmherzige Verfasser das eigentliche Wesen des Judenthums, welches er gegen freche Angriffe vcrtheidigen will, nicht erfaßt und begriffen hat und eine durchaus falsche Darstellung davon giebt, und ferner, daß er von der Vertheidigung zun! Angriffe übergeht, und zwar zum Angriff auf die Kirche und den Klerus, welche er als etwas vom Christenthum durchaus VerschiedcneS charakterisirt. So sehr deshalb die edle Entrüstung, welche des Herrn Verfassers Feder führt, zu loben ist, und so manche wirkungsvolle Parthien auch das Werk enthält, so verinögen wir uns mit demselben dennoch nicht zu befreunden und würden eS bedauern, wenn diese Kampfesweise Nachahmung finden sollte. X. A ufr« f. Aus hiesiger Stadt sind in Folge höherer Anordnung viele russisch-polnische Unterthanen ausgewiesen und müssen in verschiedenen Terminen bis spätestens zum 15. Oktober er. bei Vermeidung von Zwangsmaßregeln das preußische Staatsgebiet verlassen. Unter den Ausgewiesenen befinden sich bis zur Stunde schon einige Hundert gänzlich mittelloser Glaubensgenossen, ungerechnet diejenigen, welche sich in Folge der zahlreichen Ausweisungen auö ärmeren Provinzgemeinden an uns wenden werden. Ein solches Massenelend vermögen wir nur einigermaßen zu lindern, wenn die auswärtigen Glaubensgenossen in gewohnter Weise mithelfen und uns hierdurch in den Stand setzen, den armen Ausgewiescne» die Mittel zur Reise und einen, wenn auch nothdürftigen Unterhalt für die nächste Zeit zu gewähren. Hier kann nur die schleunigste Hülfe nützen, und werden Beiträge an den mitunterzeichneten Herrn A. Freudenberg erbeten. Königsberg i. Pr., 3. September 1885. Vr. Bamberger, Rabbiner. Di*. Falkenheim, z. Z. stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes. S. Fe in berg, Kommerzicnrath. L. Eichel bäum, stellvertretender Vorsitzender der Repräsentanten-Versammlung. A.Frendenberg.Kaufmann. A. Bloch, Kaufmann. G. Moser, Kaufmann. S. Eger, Kaufmann.

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