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Jeschurun · 1885-09-09 · Heft 37 (9.9.1885) · p. 583

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Journal
Jeschurun
Volume
18 (1885)
Issue
Heft 37 (9.9.1885)
Article
Erklärung [Nachricht] / Gugenheimer, Joseph
Date
1885-09-09
Page
583 (sequence 2)
Language
German
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daß wir in Bezug auf diese Schrift nie ein Gutachten gegeben haben; daß uns diese Schrift bisher gänzlich unbekannt war; daß sich unsere dein 9. S. Kolbe crtheiltcn Empfehlungen nur auf sein unter dem Titel בגי[ אריאל in hebräischer Sprache erschienenes Werk und ans sein Vorhaben, das Heitigthum zu Jerusalem Ln verkleinertem Maße Plastisch darzustellen, bezogen; daß daher diejenigen der ״Archäologischen Beschreibung Jerusalems" vorangedruckten angeblichen ״Auszüge der von den jüdischen Sachverständigen über dieses Werk abgegebenen Gutachten", welche unsere Namen tragen, Falsifikate sind. Obwohl wir überzeugt sind, daß die meisten der Herren Nabbincn, deren Gutachten jene Auszüge entnommen sein sollen, sich verpflichtet halten werden, dieser Erklärung beizutreten, glaubten wir doch, wegen der verderblichen, thcils auf Ignoranz, theils auf prinzipieller Leugnung der jüdischen Lehre beruhenden Angaben, die in der erwähnten ״Archäologischen Beschreibung Jerusalems" Vorkommen, mit der Veröffentlichung unserer Erklärung um so weniger zögern zu dürfen, als die löbliche Redaktion dieses Blattes bei der Wichtigkeit des Gegenstandes gewiß die Güte haben wird, die nachträglichen Beitrittserklärungen aufzuuehmcn.*) Im Elul 5645. B. Schreiber, Oberrabbiner in Preßburg. Salomon Spitzer, Rabbiner des orth. Bethauses, Gr. Schiffgasse, Wien. Dr. Joses Gugenheimer, Rabbiner in Kolin. Korrespondenzen und Nachrichten. Deutschland. -a- Berlin, 4. September. Das bekannte antisemitische Witzblatt ״Die Wahrheit" scheint nächstens vom Schauplatz seiner irdischen Thätigkeit abberufen zu werden, da ihm der 1161׳v118 rerum, das Geld, fehlt. Augenblicklich wird von der Redaktion ein letzter verzweifelter Versuch gemacht, das lecke Schiff dem Schiffbruch zu entreißen, und zwar in Gestalt eines Zirkulars, in welcheni folgende Passus von Bedeutung sind: ״Die Verhältnisse liegen leider so, daß, wenn die Parte! nicht kräftiger für ihn und seine Verlags׳ artikcl cintritt, der Unterzeichnete in absehbarer Zeit gezwungen sein wird, sein fruchtloses Ringen gegen Israel einzustellen. Wenn eS mir bisher auch gelungen ist, die Finanzen meiner antisemitischen Unternehmungen durch eine rastlose Thätigkeit und durch anderweitigen Erwerb flott zu halten, so wird es mir doch auf die Dauer unmöglich sein, zu den Kosten meiner ״Wahrheit" *) Wir erklären uns gern hierzu bereit. Die Red. vierteljährlich einen Zuschuß von mehreren hundert Mark zu leisten. Wie lange bei solchen materiellen Schwierigleiten meine geistige und körperliche Elastizität noch andauern wird, weiß ich nicht, denn mehr als schwache Menschenkräfte stehen mir auch nicht zur Verfügung. Berlin 0., Spittelmarkt 6, im Juli 1885. Mit Hochachtung deGrousilliers, Redakteur der ״Wahrheit" und Besitzer des Verlages: M. Schulze." Arme ״Wahrheit" — so verkennt man dein ehrliches Streben; doch tröste dich, du Lheilst nur das Schicksal deiner anderen Schwestern! * Berlin, 4. September. Die ״Nationalzeitung" schreibt: Gegen das ״Christlich-soziale Korrespondenzblatt" ist wegen eines Leitartikels ״Zu den Stöcker- Prozessen" und eines aus der ״Kreuz-Ztg." übernommenen Artikels: ״Das freie Ermessen des Richters" (cs ist das der berüchtigte Artikel, der mit den Worten: II y a des juifs ä Berlin schloß, eine Voruntersuchung wegen Richterbeleidigung eingeleitet. Der verantwortliche Redakteur und frühere Portier des Herrn Stöcker, Aschenbrenner, ist in der Sache bereits gerichtlich vernommen worden. So schreibt das ״Christlich-soziale Korrespondenzblatt." Die ״Kreuz-Ztg." theilt dagegen in ihrem ״Berl. Zuschauer" nur mit, daß gegen das ״Christ!.-soz. Korrespondenzbl." wegen zwei anläßlich der Stöckerprozesse veröffentlichten Artikel die Vor- Untersuchung eingelcitet worden sei, verschweigt aber, daß es sich um eineu ihrer eigenen Artikel handelt! Oesterreich-Ungarn. *H* Pest, 3. September. Dem ״Egyetertes" wird aus Lemberg vom 31. August telegraphirt, daß in der Nacht vom 30. zum 31. August im Wirthshause des Dorfes Glemboka (Zortkower Kreis) sieben Juden ermordet seien; die Thäter sollen sogleich von der Gendarmerie verfolgt, uud vier derselben verhaftet sein. Der Untersuchungsrichter war gleich nach dem Bekanntwerden des Verbrechens auf dem Schauplatze des Mordes. Nähere Nachrichten über den Thatbestand fehlen noch augenblicklich. Doch dürfte darüber in Bälde Näheres bekannt werden. Schweiz. v. Ich habe Ihnen von einem besonders erfreulichen Ereigniß zu berichten, an welches wir für einen gedeihlichen Aufschwung des jüdischen Lebens in nnserm ganzen Lande die frohesten Hoffnungen knüpfen. Die Gemeinden Baden, Endingen, Luzern und Lengenau haben sich zu einem Verbände vereinigt und den durch seine hervorragend geistige Begabung, sowie durch sein ernstes, begeistertes und begeisterndes Einstehen für die Interessen des gesetzestreuen IudenthumS rühmlichst bekannten Herrn Rabbiner Dr. Ehrmann zu Trier zu ihrem Rabbiner einstimmig erwählt. Wir

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