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Jeschurun · 1885-08-06 · Heft 32 (6.8.1885) · p. 505

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Journal
Jeschurun
Volume
18 (1885)
Issue
Heft 32 (6.8.1885)
Article
An der Bahre des großen Menschenfreundes
Date
1885-08-06
Page
505 (sequence 1)
Language
German
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Jeschnrun. 505 An der Wahre des großen Menschenfreundes. ' Bon Jedidjah. Es klingt aus alten Zeiten (Lin Vicb so süß und mild — Es rührt zu Thränen die Menschen, Mit Wehmuth es mich erfüllt. Es ist das Lied der Liebe, Die Bruder und Bruder vereint — Es klinget so bang und so schmerzlich, Wie man einen Tobten beweint. WaS nützen die Thränen, die Thränen, Du thörichte Menscheuwelt — Es singt dir das Lied der Liebe, Was dir das Leben erhält. Doch weh, es verklingen die Töne, Die einst ich so deutlich gehört — Mir ist eS, als wenn die Liebe Der Zahn der Zeilen verzehrt. Vergessen, Vergessen umhüllet, Was du gesungen, o Lied, Und bange Wehmuth und Trauer Das Herze mir drob durchzieht. Nun ist gestorben, gestorben, Den noch das Lied hat beseelt — Und wehe, die Sänger der Töne Sind bald bis zu Ende gezählt. Und leiser und immer leiser Ertönt die Melodie — Es ist, als wenn mit dem Todten, Dem Edlen, auch sterbe sic. O rettet, o rettet, die Klänge, Schützt sie vor Vergessenheit, Noch tönen sie, meint auch nur leise, Seid sie zu bewahren bereit. Ihr habt ja selbst vernommen, Wie lieblich einst tönte so laut DaS Lied der Menschenliebe — Ihr habt seine Wirkung geschaut. Der edelste Sänger deS Liedes Er ist geschieden von hier — Das Vermächtniß des Tobten, die Liebe, Bewahret in Ewigkeit Ihr. Das Lied, das aus'alten Zeiten Erklang so süß und so mild. Dann nicht mit Wehmuth die Herzen, — Mit Freude und Wonne erfüllt. ־d־ Mlh einmal die Inden auf den lchUer Messen. In Nr. 24 habe ich ans der .,Geschichte der Leipziger Messen" von Hasse einen kleinen Auszug ans den statistischen Angaben bczw. der Zahl der jüdischen Meßbesucher nütgctheilt, ich erlaube mir nun, ans dem hochinteressanten Buche einige Auszüge aus der Geschichte der Inden auf der Leipziger Messe mitzntheilen. Den wiederholten Klagen der einheimischen Kauf- Mannschaft über den Handel der Fremden zwischen den Messen Rechnung tragend, richtete der Rath am 6. März 1763 eine Vorstellung an den Kurfürsten, in welcher er ausführte, daß: 1״) zu Dato noch viele Juden hier angctroffen würden, welche mit dem Geldumsatz zu schaffen hätten und sonst nach ihrer Art Handlungsgewerbe trieben; 2) daß verschiedene griechische Handelsleute zwischen den Messen hier verblieben und türkisches Garn, Baumwolle und rohe Leder verkaufen; 3) daß die Negotianten ihre Gcwölber lange vor Eintritt derer Messen crösfnctcn und zum Verkauf ihrer Waarcn ehender, als vorhin gestattet worden, verschritten." ״Wobei dann vermelde Kausmannschast auträgt, die Juden gänzlich anszuweiscn, den Handel der griechischen Kanflente zwischen denen Messen zu verbieten und die Jntimation von Ao. 1752 wegen Oeffnnng deren fremden Gewölbcr zu verbieten." Da Leipzig durch den nunmehr glücklich beendeten Krieg so entsetzlich bedrängt gewesen, beabsichtige man, zur Besserung der Handelsverhältnisse ״durch ösfcntlichen Anschlag das unnütze Judengcsindel, welches ein dem negotio derer christlichen Handelsleute und bem gemeinen Wesen nachtheiliges Gewerbe treibe, den lungern Aufenthalt in hiesiger Stadt zu untersagen." Ausgenommen hiervon sollten jedoch werden Barnch Aron Lcvi und Salomon Spire, ״welche beide sowohl während des Krieges als auch nach Ausgang desselben durch Vorstreckung beträchtlicher Geldsummen gemeiner Stadt ersprießliche Dienste geleistet," desgleichen solche, ״welche mit ihrem Vermögen zu assistiren sich erbieten wurden." In seiner Antwort vom l 3. April 1763 resolvirte der König und Kurfürst Friedrich August, daß ״Wir, soviel die Wegschasfnug der Juden aubelauqt, euch deS nächsten mit Resolution versehen werden " Diese ResolnLion erfolgte erst am l. Oktober 1803 gelegentlich einer Erläuterung des Reskripts vom 28. Jrmi

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