Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 18 (1885)
- Issue
- Heft 31 (30.7.1885)
- Article
- Türkei : Rumelien [Nachricht]
- Date
- 1885-07-30
- Page
- 495 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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mm ref 495 säuerten Brode für das Jahr 1885. Glücklichrweise hat diese sinnlose Anklage dieses Mal keine bcdanerlichen Folgen gehabt, wie dies nur zu oft geschieht, und die einen Augenblick überreizten Gemüt her haben sich bald beruhigt. Das Komitee der Alliance zu Tatar-Bazardjik hat Schritte gcthan bei den Zivil- und geistlichen Behörden, damit emo Untersuchung den Fall aufkläre. Der Präfekt machte alsbald den Staatsamvalt mit diesen bedauerlichen Vorgängen bekannt. Der Bischof Msge. Todoraki Thlosf war abwesend; bald nach seiner Rückkehr berief er die bulgarische Gemeinde zusammen uub bewies in einer glanzenden Rede die Sinnlosigkeit der Blutanklage. Außerdem ließ er die Vertreter einer jeden Korporation zu sich entbieten, 11m ihnen klar zu machen, wie salsch, ungerecht und schamlos eine solche Anklage sei. Marokko. - ES bestätigt sich, daß der Sultan ernstlichste Befehle zu Gunsten der mißhandelten Inden in D.emnat crtheilt hat. Dieselben sind der Jurisdiktion des Gouverneurs entzogen und ein hoher Beamter zu ihrer Sicherheit dorthin gesendet worden. Ihre Beschwerden sollen unmittelbar dem Sultan unterbreitet werden. Palästina. jji Herr Wisotzki warnt vor dem unbedachtsamcn Nusivandern nach dem heiligen Laude znm Behnfe der Kolonisation. Die Unerfahrenen fallen nur zu leicht gewissenlosen Landagcntcn in die Hände, welche, unter dem Vorgcbcn, ihnen bei dem Ankauf von Ländereien behulslich zu sein, sic des letzten Groschens berauben. Er ist der Ansicht, daß mau mindestens 3000 Rubel mitbringen müsse, dabei aber noch äußerst vorsichtig zu handeln habe und sich am besten an die Vereine wende welche die Förderung der palästinensischen Kolonisation zur Ausgabe sich gemacht haben. — Der ״Hachctazclcth" erzählt von einer sehr seltenen Feier, der festlichen Erfüllung der מצות פדיון הפור, welche kürzlich stattgefnnden hat. In der Regel pflegt man nämlich der möglichen Verpflichtung hierzu auSzmveichen. In diesem Falle aber halte der Eigenthümer im Gegenthcil die Gelegenheit gesucht, um diese מצוה ansüben zu können. Er veranstaltete dazu ein großes Festmahl und unter feierlichem Gepränge wurde die Handlung vorgenommcn. — Der bekannte Reisende, Jakob Safir, Verfasser des sehr werthvollen Werkes אבן ספיר, ist kürzlich gestorben. Barmherzige Glaubens genossen!!!/רחמנים מי רחמנים Es ist!ein gewöhnlicher Fall, der uns veranlaßt, uns in dieser Form au bk Wotzlrhärigen in Israel und an alle wahren Menschenfreunde mit der bescheidencu Bitte zu wenden, uns in der Linderung von Nvth und Elend hochherzig unterstützen zu wollen. Ein hier wohnhafter fleißiger und redlicher Familienvater ist seit mehreren Jahren in Folge wiederholter Krank- Heils- und Unglückssällc trotz angestrengter Bemühungen nicht im Stande gewesen, die sechs Seelen, seine Frau und fünf unmündige Kinder, die von ihm abhängig sind, selbst nach dem bescheidensten Maßstabe zu ernähren. Unsere Gcmcrude ist klein, und selbst unter den wenigen Mitgliedern giebt cs nur einige, die als bemittel! gelten könnten, aber trotzdem haben wir. bisher aus eigenen Mitteln nach unseren Kräften und über unsere Kräfte hinans zur Unterstützung und Erhaltung dieser unglücklichen Familie beigctragen. Ware keine Veränderung crngclreten, so hätten wir gerne nach wie vor uns dieser Ausgabe unterzogen und hätten uns auch jetzt nicht gestattet, das sonst auch mit WohlthätigkeitSangelegenheiten aller Art so sehr in Anspruch genommene Publikum zu belästigen. Aber leider ist cS nun so weit gekommen, daß die letzten Besitzthumer dieser Unglücklichen, ihr Wohnhaus und ihr Bischen Feld, verkauft werden sollen. Dieses zu verhüten ist uns allein unmöglich. Die Kosten, welche die Rettung der Aermsten vor Obdachlosigkcit und Jammer erfordert, sind für unsere kleine unbemittelte Gemeinde unerschwinglich. Deshalb und deshalb allein wenden wir nns an die Wohlthätigen und Barmherzigen in Israel, und rufen Euch zu, ״übet doch diese große טצוה, seid uns behülsiich, diese unglücklichen Menschen vor entsetzlichem Elend zu bewahren." Erinnert Euch המקיים נפש אהת מישראל באלו ״ קיים עולם מלאwer eine Seele in Israel vor dem Untergänge rettet, ist als ob er eine ganze Welt gerettet" und der Segen nicht blos der Unglücklichen, die Ihr rettet, sondern auch unser Aller wird Euere Belohnung sein. Beiträge nimmt gern entgegen der nnter.zcichnete Vorstand. Abraham Schön, Vorstand der israelitischen Knltnsgemeinde Nordheim v. d. Rhön. - Vorstehende Angabe beruht nach ihrem ganzen Inhalte ans.voller Wahrheit, und so kann ich nicht umhin, diese auf Verlangen allen GlaubenSbrudern und -Schwestern aufs Wärmste zu empfehlen. Gersseld, cm Juli (1665). Wormser, Distrikts-Rabbiner.