Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 18 (1885)
- Issue
- Heft 25 (18.6.1885)
- Article
- Frankreich : Paris [Nachricht]
- Date
- 1885-06-18
- Page
- 396 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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396 28 Meter. Sie hat 1800 Sitzplätze. Der Bau kostete; in ehr als zwei Millionen Frank. Die .zwei Jahre später : vollendete Synagoge der Nue des TournelleS enthält! 1300 Stellen und kostete der Stadt und der jüdischen ' Gemeinde aenleinschastlich eine Million. Die in der j Nue Bunan!! gelegene poriugiessiche Synagoge wurde vor acht Jahren vollendet. Sie cutljäll 800 Stellen. Die Baukosten wurden durch ein von den Mitgliedern der portugiesischen Gemeinde gezeichnetes Anleihen gedeckt. Italien. * Nom. Die Dentolirung des römischen Ghetto, dieses ältesten europäischen Judcnviertcls (cs cxistirte schon zur Zeit Cäsar's), berichtet die 0״t. Fr. Pr.", wird eifrig fortgesetzt, und hat die archäologische Kom- Mission in Rom, welche mit der Ausgrabung und Er- Haltung der Alterlhümer betraut ist, der Regierung diesbezüglich folgende Vorschläge unterbreitet: 1) sollen alle im Ghetto noch vorhandenen antiken.Bauten, wie der Tempel deS Jupiter und die Portici der Kaiserin Octavia, von allen Seiten bloßgelegt und dann rcnovirt werden; 2) so!! das für daö Ghetto neu entworfene Straßenprojekt so angelegt werden, daß das daselbst befindliche Theater des Marcellus, dann die Krypta deS Kaisers Balbo und die Portici der slavischen Kaiser und des Kaisers Philippus gerade an einer Straßenkrcuznng zu stehen kommen; 3) soll der Staat zur Erhaltung dieser Denkmäler jährlich einen Beitrag leisten. England. §§ London, 14. Juni. Herr Dr. Adler, welcher von seiner Reise nach Palästina zurückgekehrt ist, hat unterm 3. d. Mts. dein Vorstände des Mansion- House-.Fund zur Unterstützung der russischen Inden über das Resultat seiner Erfahrungen im heiligen Lande einen Bericht erstattet, welcher folgendermaßen lautet: ,.Geehrte Herren! Vor meiner Abreise nach dem heiligen Lande hatten Sie die Güte, mir den Betrag von 500 Pfund zu dem Zwecke zu übergeben, solche zur Unterstützung der russisch-jüdischen Ansiedler der Kolonie ״Pethach Tikwah" und sonstiger bedürftiger in Palästina niedergelassener russischer Emigranten zu verwenden. Ich erlaube mir deshalb hierdurch, Ihnen einen kurzen Bericht über das Ergcbniß meiner Erkundigungen uub persönlichen Wahrnehmung zu erstatten. Ich bcsuchte am 26. April die Kolonie ״Pethach Tikwah" in Begleitung des Herrn B. L. BenaS. Dieselbe liegt drei Stunden nordöstlich 011ט Jaffa und bildet einen Theil der Dorfschaft Entcbes. DaS Land ist fruchtbar und für den Ackerbau wohl geeignet, aber von dem seichten Flüßchen Andja begrenzt und von Morästen umgeben, welche in! Sommer stark auSdimsten und Fieber erzeugen. Um den hieraus drohenden Gefahren zu entgehen, haben die Kolonisten ihre dis setzt nur ans Holzhüttcn bestehenden Wohnungen auf einer Erhöhung erbaut und sind daran, Gummibäume (Eucalypten) in großer Anzahl zu pflanzen. Die Furcht vor den aus den Si'nnpfen drohenden Gefahren hat mehrere Ansiedler veranlaßt, nach einem zwei Stunden entfernt liegenden Grundstücke zu verziehen. Der Boden dieser Zweig- Niederlassung, welche den Namen ״Moschab Jehudith" führt, ist mager und sandig und wenig für Landwirthschuft geeignet. Er ist jedoch zum Bewohnen sehr gesund. Als bereits einige Häuser an dieser Stelle errichtet waren, untersagte der Gouverneur von Jerusalem den ferneren Dan unter der Begründung, daß nach türkischem Gesetze ein besonderes Ferman von der Hohen Pforte für die Anlage einer neuen Dorfschast eingcholt werden muß. — Diese beiden Kolonien zählen 28 Familien, umfassend 167 Personen, von welchen 18 Familien mit 110 Seelen Russen sind, welche ihr Vaterland vcrlassen haben, um den Verfolgungen zu entgehen. Alle diese Kolonisten scheinen ebenso wohl Fähigkeiten wie Lust zur Arbeit zu haben. Nur zwei derselben, welche in besseren BeruwgenSverhältnissen sich befinden, bcschüftigen arabische Arbeiter. Die Ansiedler haben bercitS verschiedene Erndtcn an Weizen, Gerste, Sesam, Mais und Lupinen eingcheimst. Sie'bauen auch Wasser- Melonen und Kartoffeln. Den Weizen gebrauchen sie zu Vrod, Gerste als Pferdcfntter, Sesan! und Wasser-- meloncn werden nach Jaffa gesandt, um nach Europa verschifft zu werden. Die Wohnungen sind sehr ärmlich eingerichtet, aber von den Frauen äußerst sauber gehalten. Ich konnte nur einen Theil der russischen Kolonisten sehen; denn obschon sie Alle von meinem beabsichtigtcn Besuche wußten, blieben doch einige der Leute bis zum späten Abendanbruch ans. um ihre Feldarbeiten zu beendigen. Auf Befragen erfuhr ich, daß die Kolonisten sehr zuversichtlich auf einen gedeihlichen Erfolg ihrer Anstrengungen rechnen, daß sie aber ausgiebige Hülfe verlangen, um in den Stand gesetzt zu werden, Häuser und Ställe zu bauen, Pferde, Kühe und Schafe in genügender Anzahl zu erwerben und Weinberge und Fruchtbäume zu pflanzen. Ich berechnete mit Hülfe des Herrn W. Wissotzki aus Moskau, welcher als Abgesandter der palästinesischen KolonisationSgcsellschast auf der Ansiedelung war, daß die gesummten Kosten hierfür sich ungefähr auf! 500 Pfund belaufen würden. Bevor ich mich entschloß, eine Unterstützung den Kolonisten zu gewähren, hielt ich es für meine Pflicht, mich zu vergewisser!!, ob Aussicht vorhanden sei, daß es ihnen gewährt werde, die Häuser, welche sie sich gebaut hatten, zu bewohnen und fernerhin Wohngebäude zu errichten. Ich suchte deshalb um eine Audienz bei den! Gouverneur von Jerusalem Raouf Pascha nach und erhielt solche. Ich überzeugte mich bei derselben, daß die Kolonisation von Palästina nicht mit günstigen Augen seitens der türkisch(« Negierung betrachtet werden, weil diese fürchtet,