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Jeschurun · 1885-06-18 · Heft 25 (18.6.1885) · p. 393

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Journal
Jeschurun
Volume
18 (1885)
Issue
Heft 25 (18.6.1885)
Article
Die jüdische Bevölkerung Rußlands
Date
1885-06-18
Page
393 (sequence 1)
Language
German
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M25. Jeschurrrr1< Die jkdifche Dkliöllrkriulg D11s;lll1lds Das russische stalistische Zentralkomitee veröffentlicht in einer periodischen Schrift Erhebungen aus dem Jahre 1884 über die israelitische Bevölkerung in den 16 GouvernementS, welche den Juden zun: Aufenthalt angewiesen worden sind, nämlich in den Gouvernements Minsk, Grodno, Kowno, Mohilew, Podolien, Vessarabien, Wo!- hynien, Wilna, Witebsk, Kiew, Cherson, Tschernigow, Pultawa, KatherinoSlaw, Taurien und Charkow. Die fraglichen 16 Gouvernements nebst drei Präsckturen zählen nahezu 25 י/י Millionen Einwohner, worunter 2 930 639 Israeliten beiderlei Geschlechts, waö mehr als einem Zehntel (11,5"/״) der Gesammtbevölkerung gleichkommt. Im Nordwesten, in Lithaucn und Westrußland, ist die israelitische Bevölkerung am dichtesten, in Klein-Rußland am geringsten. Im Gouvernement Minsk bilden die Juden mehr als den fünften Thcil aller Einwohner; in den Gouvernements Grodno, Kowno und Mohilew beinahe ein Fünftel. Aehnlich ist es auch in Podolien (19 "/״). Ein bedeutendes Kontingcnt (12 bis 15"/,» kommt auch aus Befsarabicn, Wolhynien und die Gouvernements Wilna, Witebsk und Kiew. Der zehnte Theil der Bevölkerung des Gouvernements Cherson ist israelitisch. Wendet man sich nach dem Osten und dem Süden, so nimmt die Dichte der israelitischen Bevölkerung ab: in den Gouverncinents Tschernigow beträgt sie nur noch 4,4"/«, in den Gouvernements Pultawa und KatherinoSlaw 3,5 und 3,2"/״, in Taurien 2,5 ״/״ (in einem der Distrikte sogar weniger als 1 "/״), endlich im Gouvernement Charkow 0,4 "/״. Die größte Anhäufung der Juden findet man in den Städten und Flecken. Unter 166 Städten findet man 4, wo die israelitische Bevölkerung 80"/,» übersteigt, in 14 beläuft sie sich aus 70 bis 80 ",0, in 68 auf 50 bis 70"/״, in 29 von 20 bis 40 °/0 u. s. f. In einem Drittel der Gesammtzahl dieser Städte ist mehr als die Hälfte der Bevölkerung jüdisch, in der anderen Hälfte derselben bilden die Israeliten mehr als 30"/<» aller Einwohner. In Kiew giebt cs 11 000 Israeliten, worunter 1800 Handwerker, 300 Personen, welche die freien Gewerbe auSüben, 112 Faktore, 22 Schenkenbcsitzcr, 14 Wucherer rc. Was die Flecken anlangt, so hat mehr als ein Viertel derselben eine jüdische Bevölkerung, welche zwischen 60 und 90"/״ schwankt, und nirgends reicht dieselbe unter 30 "/״ herab. Auf dem Lande ist das israelitische Element minder stark vertreten; in einem einzigen der 162 Distrikte der zum Aufenthalt der Juden bestimmten Region bilden dieselben, in Kanew im Gouvernement Kiew, 15,7"/״ der ganzen Bevölkerung; sonst überall bilden 393 die Israeliten in den Dörfern nur ein Zehntel bis zu einem Zwanzigstel der Bevölkerung (in 28 Distrikten nur von 5 bis zu 10"/״, in 106 Distrikten nur 00!/י bis zu 5 "/<», und in 28 Distrikten sogar weniger als 1 "/״. Die israelitische Bevölkerung ist im Allgenteinen dichter in den Distrikten, welche den Hauptorten des Gouvernements näher gelegen sind, als in denen der Peripherie. ES giebt aber auch Ausnahmen. In Wolhynien z. B. ist die Vertheilung der Juden in allen Distrikten ziemlich regelmäßig, und man zählt sogar mehr im Distrikt Lutsk als in dem von Jitomir, dem Hauptort der Provinz. Im Gouvernement Kiew giebt es die meisten Juden in den Distrikten Kanew und Berditschew. In Podolien zeigt sich dieselbe Erscheinung in den Distrikten Balta und Mohilew, gerade wie im Gouvernement Pultawa hinsichtlich mehrerer Distrikte, vor Allem in dem von Krcmcntschug und in dem von Tschernigow, mit seinem Distrikte Nedschine. wo die Juden 9,5 "/״ der Gesammtbevölkerung bilden. In den zehn anderen Gouvernements wird die obenerwähnte Regel nicht übertreten. In Betreff der Frage des Grundbesitzes und der Bodenpacht-Verhältnisse der Israeliten ist ermittelt, daß in 12 unter diesem Gesichtspunkte untersuchten Gouvernements auf 51 Millionen Dessjätincn Grund und Boden, welche deren Areal bilden, die Juden nur 5,3"/״ innehaben, worunter 1,2"/״ als Eigeuthum und nahezu 4"/״ in Pacht. Die Juden haben erst in Folge der Reformen von 1661 Ländereien als Eigenthum erwerben können und haben nun in Wirklichkeit den fünften Theil der verkauften herrschaftlichen Ländereien erworben. In einem einzigen Gouvernement, in Befsarabicn, ist der zwanzigste Theil der vom Adel verkauften Ländereien in die Hände von Juden übergegangen. Im Gouvernement Grodno haben die Juden mehr als ein Zehntel der Vodenfläche inne. Die jüdischen Pächter sind weit zahlreicher als die Grundbesitzer derselben Rasse. Uebrigens ziehen die Israeliten es vor, sich in den südlichen Provinzen anznkaufen. (Ausland.) Korrespondenzen nnd Nachrichten. Deutschland. Hannover, 16. Juni In der gestrigen Sitzung des Repräsentanten-Kollegiums wurde Herr Dr. Kroner, Rabbiner zu Erfurt, einstimmig zum Oberlehrer und Leiter der NcligiouSschule gewählt. Mit diesem Amte ist dasjenige eines Direktors der hiesigen Bildungsanstalt für jüdische Lehrer voraus-- sichtlich vereinigt, da eS keinem Zweifel tmterliegt, daß der Gewählte von dem königlichen Provinzial-Schul-

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