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Jeschurun · 1885-06-04 · Heft 23 (4.6.1885) · p. 367

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
18 (1885)
Issue
Heft 23 (4.6.1885)
Article
Rumänien : Bukarest [Nachricht]
Date
1885-06-04
Page
367 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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367 nachahmungswerthc Methode cingeführt worden. Die jüdischen Schüler sind genöthigt, ihre Plätze auf der Schulbank für jede halbe Stunde aufs Neue gegen ein kleines Entgelt zu miethcn. Wird nach Ablauf einer jeden halben Stunde dieser Micthzins nicht erneuert, so haben die jüdischen Schüler aus der Bank zu treten — und an dem Unterrichte stehend theilzunehmen. Dadurch wird natürlich ihr Lerneifer angespornt und ihr jugendliches Herz mit Liebe und Dankbarkeit gegen Schule, Lehrer und Mitschüler erfüllt; ferner werden sie dadurch schon frühzeitig daran gewöhnt, ihre Stellung im rumänischen Staate genau kennen zu lernen, was für ihr ganzes Leben von den heilsamsten praktischen Folgen ist. Das ist doch eine wahrhaft weise Schulzucht, welche das übrige Europa von dem Musterstaate Rumänien annehmcn sollte, der an der Spitze der Zivilisation marschirt. Merscha«. Der polnische Resident Berend Lehmann. Von seinem Ur-Ur-Urcnkel Emil Lehmann. Dresden und Leipzig. E. Pierson, 1885. Eine sehr interessante Zusammenstellung des Lebens und Wirkens des hochberühmten und wohlverdienten Residenten, des Stifters der Halberstädter Klaus, des Erbauers der Halberstädter Synagoge, des Veranstalters der zu Frankfurt a. O. erschienenen Talmudausgabe, des edlen, für alle Interessen des Judenthums und für seine gedrückten Glaubensgenossen mit Eifer auftretcnden und einstehenden Mannes, welcher im Jahre 1661 (24. Nissan) zu Halberstadt geboren wurde und im Jahre 1730 (24. Thamus) sein thatcnreiches, scgcnsvolles Leben beschloß. Er war im vollsten Sinne der ״Schtadlon", der Anwalt seines Volkes vor den Fürstenthronen und in den Regicrnngskanzleien, und wohl dürfen sich noch die spätesten Enkel eines solchen Ahns rühmen. Er erlangte die Erlaubnis, sich auch in Dresden niederzulasscn, woselbst von seinem Sohne der Verfasser dieser Schrift abstammt, während ein anderer Zweig in dem achtzigjährigen Greis Herrn Kostmaun Berend zu Hannover heute repräsentirt wird. Dem Verfasser hat das Hochgefühl, ein Sproß des polnischen Residenten zu sein, sichtlich die Feder beführt, und eS berührt deshalb um so peinlicher und schmerzlicher, den Gegensatz zu gewahren, in welchem der Enkel zu den geistigen Bestrebungen seines großen Urahnen sich gestellt. Er beklagt es, daß die Klansstiftung zu Halberstadt, dank der Fürsicht der nicht minder berühmten Nachkommen des Rabbi Hirsch Gotting, der zu Halberstadt blühenden hochangesehenen Familie Hirsch, im Geiste und Sinne des Stifters ,.auf den Standpunkt der - strengsten Orthodoxie" noch heute steht. Er drückt das Bedauern durch ein ״leider" aus. Wann wird die Zeit kommen, in welcher keine Kluft zwischen Enkel und Großvater, zwischen Vergangenheit und Gegenwart gähnt, in welcher das Heiligthum der Ahnen auch das Heiliglhum der Enkelkinder wiederum ist? Dieses ״leider" klingt wie ein schriller Mißton durch die Zeiten. Der Nachkomme eines Berend Lehmann, eifriger Förderer und Führer der Reform — das schmerzt. Statt freudigen Dank zu empfinden, daß nach ״den Intentionen des Stifters" ״die Anerkenntnis und Befolgung des Schulchan-Aruch" einen intcrgrirenden Theil der neu bekräftigten Statuten der Stiftung von 1883 bildet, dieses ״leider" — das ist wirklich zu beklagen. X. * * * Von dem Herrn Reserenten in Nummer 8 über ס, התורה והמצוי ואלה פוסקיך wird uns mitgetheilt, daß derselbe bei Abfassung jener Anzeige das 0' שני המטות noch nicht gesehen hatte, sondern nur die in אלה פופקיך sich befindenden Zitate aus den ersten Bogen des שני המטות und aus einer vor etwa zehn Jahren unter dem Titel תולדות אדם erschienenen Schrift des Herrn Naftali Levy vor Augen hatte. Unser geehrter Herr Mitarbeiter habe aber jetzt erfahren, daß Herr Naftali Levy sich keineswegs zu den Konsequenzen bekennt, die sich aus den erwähnten, seinem תולדות אדם entnommenen Zitaten ergeben. Nachdem ihm das 2' שני המטות vorlicgt, habe er wahrgenommen, daß die, jenen Zitaten gemäß, in der genannten früheren Schrift ausgesprochenen irrigen und verwerflichen Ansichten in bcn 0׳ שני המטות keines- Wegs hervortreten und auch durchaus keinen Einfluß auf den Inhalt dieses Werks geübt haben, daß vielmehr aus demselben hcrvorgcht, daß der Verfasser, Herr Naftali Levy, in seinen Kommentaren zu הלי בבוד אם ואם sich, wie Seite 15 ersichtlich, auch zur Aufgabe gemacht hat, Denjenigen, welche die Authentizität der mündlichen Lehre leugnen, cntgcgcnzutrcten, und daß er sich durch verschiedene linguistische und halachische Erörterungen, die dem Verfasser der nur auf die ersten Bogen des ם' שני המטות sich beziehenden Schrift אלה פופקיך bei Veröffentlichung seiner Kritik noch nicht Vorgelegen sind, sich ein Verdienst um die Erörterung mancher Bibel- und Talmudstellen erworben hat. p- DruckfehlerbcrrchLrgmrg in Nr. 2t. Zn der Dichtung ״Der Gottesruf an Israel" 4. Strophe statt ״warst" lies ״vorerst".

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