Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 18 (1885)
- Issue
- Heft 21 (19.5.1885)
- Article
- Holland : Amsterdam [Nachricht]
- Date
- 1885-05-19
- Page
- 334 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- Radom 1× ep/1000823
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zu storbenen Rabbi A. van I. Baz Dias Vt, ^weiland Dajan bcr portugiesischen Gemeinde, einen ihm würdigen Grabstein zu setzen. d Nottcrdaur, 17. Mai. Der hiesige Wohlthätigkeitsverein צדקח סתר, der tut Stillen eine sehr segensreiche Thätigkeit entfaltet, veranstaltet zur Mehrung seiner Mittel eine Lotterie, zu welcher die Gewinne ihm von der hiesigen Bevölkerung, ohne Unterschied des religiösen Bekenntnisses, geschenkt worden sind. Die Lotterie ist auf 10 000 Loose, a 50 Cents, projektirt, doch ist bis jetzt erst die Hälfte untergebracht. Von den Geschenken, zum Theile sehr kostbarer Art, ist eine Ausstellung arrangirL und jüngsten Mittwoch dieselbe im Kreise des Komitees mit seinen Damen von unserem Oberrabbtuer Herrn Di׳. Ritter offiziell eröffnet worden. Verschiedene Zeitungen haben zur Eröffnung Berichtcrftattcr entsandt und äußern sich sehr günstig über das Unternehmen an sich, das geschmackvolle Arrangentcnt der Ausstellung und den Eröffnungsakt. Der Eintrittspreis zur Ausstellung ist auf 25 Cents festgesetzt, der erste Tag ergab eine Einnahme von 80 Gulden. Wir wünschen dem Vereine einen recht großen Erfolg. — Herrn Eduard v. Hartmann ist vor Kurzem in unserem Lande ein kleines Malheur passirt. In einer Versammlung der ״Maatschappy tot Nut der Israeliten", Sektion Groningen, erklärte ihn der Vorsitzende Di׳. Ali Cohen anläßlich dcS Werkes: ״Das Judenthum in Gegenwart und Zukunft" für einen — Philosemiten! Armer .Hartmann, das hast du doch nicht verdient! England. §§ London, Mai. Die englische Gesellschaft zur Bekehrung der Juden hat in ihrem letzten Jahresberichte zehn Bekehrungen zu verzeichnen. Da das Einkonttuen der Gesellschaft 35 000 Pfund Sterling (700 000 Jf!) beträgt, läßt sich ein Schluß auf die Kostspieligkeit der Derchristlichuttg jüdischer Seelen niachen. — So ein paar lumpige Jndenseelen müssen doch wohl ei!;en großen Werth haben für die Herren. Es wäre sonst merkwürdig, daß man sich so bemüht, die ״schlechten" Inden in die eigene Gemeinschaft zu ziehen. Rußland. . .z. Petersburg, 14. Mai. Wie der ״Woschod" meldet, ist in der betreffenden Senatskomntission über die Frage verhandelt morden, ob denjenigen Israeliten, welche sich auch außerhalb der ihnen zugewiejeuen Rayons anfhalrcn dürfen, gestattet sein soll, sich mit Handel und Industrie daselbst zu beschäftigen. Diese Frage konnte nicht xar maiora entschieden werden und gelangt deshalb wahrscheinlich im Plenum zur Erledigung. — In Finnland wohnen nach der statistischen Aufnahme überhaupt nur 598 israelitische Familien; und zwar 400 in Helsingfors,!62 in Abo, 28 in Tamersfors, 3 in Tawastehus. Es dürste im wohlverstandenen LandeZinteresse liegen, den fleißigen und betriebsamen Juden -nicht nur nicht den Aufenthalt in Finnland zu versagen, sondern deren Ansiedelung zu befördern. — Nach Mitlheilungen aus den südlichen Provinzen soll von da aus eine starke Auswanderung jüdischer Fantilien stattflnden, und zwar nicht gerade der ärmeren Bevötterung. Die fortwährenden Chikanen, und die GeschäftsLosigkeit in Folge derselben, bewirken die Entvölkerung Rußlands. . ..y. Warschau, 15. Mai. Aus Podoli en wird von einem Exzesse berichtet, welcher in einer Kreisstadt bei Gelegenheit der Nekrutengestellung gegen die Juden stattgefnnden hat. Die trunkmen, kaum ge׳ musterten jungen Krieger erwiesen ihren Heldenmuth gegen die friedfertigen jüdischen Einwohner, welche sich indessen energisch zur Wehr setzten. Da die Polizei zu schwach war, so sind nur vier Verhaftungen vorgenommen werden. Die Gefangenen wurden jedoch auf Befehl des Obersten sofort in Freiheit gesetzt. — Im Landbezirk Ilza, Gouvernement Radom, hat die Bczirksvertretung auf Antrag ihres Vorsitzenden den Beschluß gefaßt, alle Juden, welche keinen Grundbesitz in dem Bezirke besitzen, anszuweisen und ferner mit fünfzig Rubel Strafe jeden Christen zu belegen, der einem Juden ein Haus vermiethet. — Zu Mitgliedern der Korvnoer Stadtverwaltung (Duma) sind vier Israeliten gewählt worden. Palästina. * lieber antiquarische Entdeckungen in Palästina schreibt man der ״Post": ״In Jerusalem sind Felscysternen und Felsgemächer aufgeweckt worden. In der Gegend östlich vom Zionsthor ttcgt innerhalb der Stadt der ״Deutsche Platz''. Hier waren mehrere Häuser erbaut worden, für welche die Anlage einer großen neuen Cysterne erforderlich war. In einer Tiefe von 4—8 m unter dem Schutt wurde der ziemlich stark nach dem Tyropöonthale geneigte Felsboden angetroffen, aber nicht als eine zusammenhängende Flache, sondern überall zu runden und eckigen Höhten und Tiefen bearbeitet. Ans dem blosgelegten Raume von etwas mehr als 100 qm fanden sich sechs m den Felsen gehauene Cysternen und die Keller eines längst verschwundenen Hauses. Die anSgesparrten Wände des natürlichen Gesteins, durch welchen Chstcrnen und Keller von einander getrennt waren, haben durchschnittlich