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Jeschurun · 1885-05-14 · Heft 20 (14.5.1885) · p. 318

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Journal
Jeschurun
Volume
18 (1885)
Issue
Heft 20 (14.5.1885)
Article
Schweiz : Bern [Nachricht]
Date
1885-05-14
Page
318 (sequence 1)
Language
German
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318 Schweiz. v Bern, 10. Mai, In der nächste»! Schwurgerichtsscssivn findet die Verhandlung wider den Mörder des Herrn L. Oppenheim von Lengcnon statt. Der hiesige ״Bund" ist schon heute sehr gespannt darauf, da man dabei wohl manches über das Verhältnis der Israeliten zu der ländlichen Bevölkerung erfahren werde. * Ncuenburg, 1. Mai. Die ״R. Pr. Ztg." schreibt von hier nach einem Berichte des ״Mveil" folgendermaßen, freilich ״unter allem Vorbehalt": Eine jüdische Firma in Ehaux de Fonds wollte mit ihren Gläubigern akkordiren. Die Gläubiger, von den ihnen gemachten Anerbietungen nicht befriedigt, wollten nicht darauf eingehen. Da legten sich die einflußreichsten Mitglieder der israelitischen Gemeinde ins Mittel, forderten die Gläubiger aus, gegen die angcbotenen 25 Prozent für voll zu guiltiren, und drohten ihnen im Weigerungsfälle mit dem Entzug der Kundschaft sämnulicher jüdischer Häuser. Der ״Rüvcil" will diese Mitthcilnng von verschiedenen sehr achtbaren und glaubwürdigen Personen erhalten haben. ״Sollte cs daniit wirklich seine Richtigkeit haben," fügt er hizn, ״so stehen wir nicht an, diesen Fall als einen Akt förmlicher Er- Pressung zu qualisiziren, gegen den die öffentliche Meinung nicht energisch genug rcagiren könnte." Wir fügen hier nur hinzu, daß mau die Absicht dieses Vcrichts unschwer erkennen und denselben auf seinen wahren Werth zurückführen kann. Wir nteinen den beiden Zeitungen gegenüber: Sollte es mit dieser Mitthcilnng nicht seine Nichtigkeit haben, sollte es sich vielmehr lediglich in dem vorliegenden Falle mit einen Akt der Menschenfreundlichkeit handeln, einen in Vermögens- Verlust gerathenen Geschäftsmann vor dem- Konkurs zu bewahren, indem von Seiten guter Freunde den Gläubigern eine Ansglcichsquote angebotcn worden ist, diese aber vielleicht ein größeres Opfer verlangten, wie solches ja erfahrungsmäßig öfters der Fall ist, so stehen wir nicht an, diesen Bericht als einen tendenziös gefärbten und entstellten zu bezeichnen, der geeignet ist, die gegenseitige Achtung und den Frieden unter den Genossen eines Staats- und Gemc'mdeverbandeS zu untergraben. Es will uns nämlich bedünkcn, daß, tveun mau Berichte ״unter allen» Vorbehalt" machen muß, man vernünftiger handelt, solche lieber zu unterlassen und sich erst genauer zu insormircn. Von einer ״unter Vorbehalt" geübten Verdächtigung bleibt auch ״immer etwas hängen", ' und, cs dürfte der Ehrenhaftigkeit gewiß nicht widerstreben, lieber etwas ungcsprochen zu lassen, als möglicher Weise unaegründcLe Verdächtigungen zu verbreiten. Holland. 0״- Amsterdam, 7. Mai. Es ist eine angenehme und für die Jetztzeit besonders Hervorhebenswerthe Ursache, die mir die Feder in die Hand drückt. Der hiesige Verein ראשית הכ2ה weihte am jüngsten Sonntag sein neues BereinSlokal ein. Vor etwa 70 Jahren durch drei Herren gegründet, war cs das stete Ziel des Vereins, durch Lernen den Geist unserer heiligen Thora einem immer größer werdenden Kreis vertrant zu machen und zwar dadurch, daß täglich, sowohl für die Jugend als für ältere Leute religiöse ׳Vorträge gehalttu wurden. ^ת und גגזרא vereinigten täglich eine Anzahl Mitglieder im Vereinslokal. Durch die immer größer werdende Mitgliederzahl sah man sich bereits zweimal zu dessen Umban veranlaßt, und als vor einigen Jahren, der Plan geäußert wurde das siebzigjährige Bestehen festlich zn begehen, gaben die Vorsteher zu erkennen, daß cs wünschenswert!) sei, che man Feste feiere, ein des- Vereins würdiges Lokal zu besitzen. Diese Idee fand volle»» Anklang und wurde sofort ein Komitee ernannt, um die »öthigcn Schritte einznlcitcn. Da zn dieser Zeit die Räume des alten בית המדרש disponibel waren, wandte sich das Komitee an den israelitischen Gemcindevorftand, welchem das betressende Gebäude cigcnthümlich zugehörte, um Uebcrlassung der rcsp. .Räume. Selbstverständlich ging man hier bereitwilligst auf die Idee j ein, und bereits nach kurzer Zeit konnte man mit dem Uniban der Lokalitäten beginnen. Die Unkosten des llmbanens, ca. 7000 Gulden, werden theilweisc aus Schenkungen, thcilweise aus ziussrcicn Darlehen bcstritten. Wie bereits erwähnt, fand am jüngsten Sonntag in Gegenwart des Herrn Obcrrabbiner Dr. I. H. Dünner, des israelitischen GemcindevorstandeS und der Bereiusutitgliedcr die Einweihung des Lokals statt. Der Präses des Vereins, Herr Rabbiner A. van Loen, croffnctc die Versammlung und schilderte in längerer treffender Rede die Bestrebungen, Ziele und Erfolge des Vereins. Möge der Verein noch recht lange aus der bisherigen Bahn weiter schreiten להגדיל תורה ולהאדירה. England. §§ Zmtdmr. 8. Mai. Der gegen die ausreichende und umfassende Hülfe unserer aus fernen Ländern einwandernden unglücklichen Brüder geltend gemachte Grund legt gerade kein rühmliches Zeugniß von der Hoch- und Warmherzigkeit gewisser einflußreicher Kreise ab. Um ein solches HülsSwerk zn schaffen, bedarf cs eines großen und über genügende Mittel vcrfügendei׳. Berwaltungskörpers, welcher aber nur ans der lebhaftesten Bethekligung der ganzen Londoner Judenschaft an den» Akte dieser wahrhasttn Bruderliebe hcrvorgchen kann. Den armen Brüdern zunächst eine gastliche Stätte in der großen Weltstadt $u bereiten und sodann ihnen bchnlflich zn sein, sich^m dem freien England neben

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