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Jeschurun · 1885-04-23 · Heft 17 (23.4.1885) · p. 270

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
18 (1885)
Issue
Heft 17 (23.4.1885)
Article
England : London [Nachricht]
Date
1885-04-23
Page
270 (sequence 2)
Language
German
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Whitechapel E., und ist von Morgens 5 Uhr bis Mitternacht geöffnet. Gottesdienst wird regelmäßig täglich darin abgehalten; die Mitglieder haben ein Recht aus alle usuellen Auszeichnungen, auch aus Beistand in KrankheitS-, TodeS- und Traucrfällen. An Wochentagen wird zwischen Mincha und Maariw עין יעקב und היי אדם, und nach Maariw 2רא) gelernt. Am שבת וי״ט wird nach Mincha תתריב gesagt: Jeden Sabbathnachmittag findet eine ״בשה! statt, von שבת בראשית bis שבועות wird an jedem Freitag Abend חומש mit אלשיך vorgctragen. Die fremden eben Ankommenden finden in der Anstalt vorlänfig Unterkunft. Außerdem wird ein regelmäßiger Abendunterricht für die Jugend eingerichtet, um sic und auch Erwachsene in Hebräisch, Englisch, Französisch u. s. w. zu unterweisen. Ferner ist ein Lese- und Schreibzimmer zur allgemeinen Benutzung vorhanden u. s. w. Wir wünschen der Anstalt das allerbeste Gedeihen und betrachten cS als eine ,מצוד, sie in jeder Weise zu unterstützen. Amerika. ^1 Newyork, 10. April. Der ״Jcschurun" hat seine Spalten wiederholt Berichten über das Treiben der Missionäre geöffnet, gestatten Sie auch mir, einen Beitrag dazu zu liefern; ich erachte derartige Veröffentlichnngen von großem Vortheil, und je mehr sic verbreitet werden, desto besser, denn oft genug fallen doch Arglose in die vorsichtig ausgeworfenen Netze der sauberen Gesellschaft. Unsere Stadt beherbergt verschiedcne Exemplare dieser eigenartigen Heiligen, doch diese Zeilen seien allein dem ehrenwehrten Jakob Fr es hm an gewidmet, der Mann verdient es; ausgehauen sollte er werden, — natürlich in Stein. Also, Jakob Frcshman ist Reverend — das ist ja jeder getaufte Jude, welcher gegen seine frühere Religion ' aktiv auftritt, per so —, und ״Sohn eines jüdischen Rabbi" vergißt er nie, bei seinem Namen drucken zu lassen, das giebt der Sache einen so pikanten Anstrich. Vater und Sohn sind übrigens einander werth; der . jüdische Rabbi", d. h. der verstorbene Freshman sen. ist seinem noblen Sohne mit dem edlen Beispiel vorangegangen, er betrieb das gleiche Handwerk, der Apfel .ist also nicht weit vom Stamme gefallen, aber, wenn man auf einem großen Plakate mit fetten Lettern liest: ״Jacob Freshman son.of the late D1\ Freshman a Jewish Rabbi“, geht doch Mancher -in die Versammlung. zu welcher Jeder, namentlich aber Inden, eingeladen werden. Es finden wöchentlich mehrere - solcher Zusammenkünfte ״prayer meetin'gs“ statt, und Madame Freshmann — liony soit qui mal y *pense — steht ihrem Ehegemal in denselben wacker zur Seite, auch sie versteht das Geschäft. In einem dieser Meetings ging es recht interessant zu. Einer der Zuhörer erhob sich und klärte die Anwesenden über den wahren Zweck der einbcrufenen Versammlung auf und hatte den Erfolg, daß fast alle Anwesende den Saal verließen. Herr und Frau Frcshman sammt dem edlen Mitarbeiter im Weinberge der Seelenfängerei, Jakob Davis, tobten ganz unbändig, aber sie hatten schließlich zum Schaden — denn ״geschnorrt" wird immer — auch noch den Spott zu tragen. Auch das folgende Faktum ist bezeichnend genug für die Sache, um berichtet zu werden. Bekanntlich ״arbeiten" die Herren Missionäre gar gewaltig mit dem 53. Kap. Jesaias, und so wollte auch unser Held vor dem jüngsten Rosch Haschonoh dasselbe, entsprechend präparirt, mit großen hebräischen Lettern gedruckt haben, um es theils an öffentlichen Plätzen vcrthcilen. theils in öffentlichen Lokalen aufhängen zu lassen. Frcshman besuchte zu diesem Zwecke mehrere jüdische Druckereien, aber dieselben weigerten sich, für ihn zu arbeiten; ״sie sollen ja ihre eigenen Schriften drucken! Es ist doch eine rein geschäftliche Sache! Ist mein Geld nicht so gut wie das Anderer?" bat und flehte er, aber es hals nichts, er mußte unverrichteter Sache wieder abziehcn. Schließlich sandte er seinen Gehülfen zu einem Drucker, ohne diesem zu sagen, für wen und was die Plakate dienen sollten und so erhielt er sie. — Auch eine Zeitung giebt der treffliche, vielseitige Jakob Frcshman; heraus, in welcher er über sein und seiner wcrthen Frau Gemahlin edles Werk von Salbung förmlich trieft und sich von anonymen Zuschriften beweihräuchern läßt und ist dabei, wie in seinem ganzen Gebühren, von einer rührenden Hcrzcusgüte; der Abonnementspreis ist nämlich nur nach unten fixirt, nach oben beschränkt er die ״Freunde der heiligen Sache" nicht in dem klingenden Ausdrucke.ihrer Theilnahmc, nach oben hat Jeder volle Freiheit, wir gewöhnliche Menschenkindcr pflegen solches ״schnorren" zu nennen, doch der Mann weiß, was er thut, die Dummen werden nicht alle. * Cincinnati, 5. April. Es ging uns ein von obigem Tage datirtes Schreiben des Herrn Dr. Jsaac Wise zu, des Begründers und Leiters des ״Hebrew Union College", welcher bekanntlich Vertreter der ausschweifcndsten Reform ist Wir lassen diesen Brief im Wortlaute folgen: ״Cincinnati, den 5. April 1885. An die löbliche Redaktion des ״Jeschurun". Geehrter Herr! An alle Blätter, die, die Ihre Seite 191 aus Cincinnati gebrachte Nachricht enthielten, hübe ich bereits geschrieben, daß die ganze Geschichte positiv nicht wahr ist, obwohl bis jetzt noch keines die Lüge widerrufen hat. Ich wiederhole nochmals den That.bcstand: 1) Kein Schüler aus dem ״Hebrew Union College"'in Cincinnati hat sich taufen lassen. 2) Kein Schüler dieser Anstalt, der eine התרת הוראת erhalten hat, ist ohne Anstellung, sie stehen alle an.- der Spitze größerer jüdischer Ge-׳

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