Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 18 (1885)
- Issue
- Heft 17 (23.4.1885)
- Article
- Österreich-Ungarn : aus Galizien [Nachricht]
- Date
- 1885-04-23
- Page
- 269 (sequence 2)
- Language
- German
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269 jüdische Elementarschulen, d. i. ja das Ehcdcr, eingcsügt j werden. Würde dieses non unseren יראים und שלידם : geschehen, würden sic ernst die Lache in die Hand nehmen und auch an die Gründung einer Lehranstalt ' für jüdische Lehrer gehen, so würden sie der jüdischen! Schule und dadurch der Zukunst der jüdischen Ge- ' mcinden den Geist der alten יראה bewahren. Statt dessen aber verharren sie in Unthätigkeit und überlassen cd Vertretern der Nejor!n, für die Schule zu sorgen.; Die werden dafür sorgen, weil sie energisch und weitschauend sind; aber sie werden in ihrem Sinne sorgen. Eine falsche irrige Vorstellung wird sich in den Schulen geltend machen, als ob allgemeine Bildung mit Thora׳ feuutniß und Gesctzestrenc nnoereinbar wäre. Und so! wird unsere Lässigkeit und Geistcskürzc die Jugend dem Abfall in die Arme getrieben haben, während unser Eifer und unsere Ein^cht sic als treue Söhne des Gottcsgcsctzcs erzogen hätte. Noch ist cS nicht zu spät; : noch bilden die Gcsctzestreuen die Majorität Aber : überlassen sie dem ״Schomer-IsracOVermi" und der Wiener Allianz, welche ihre Sendboten bereits in'S; Land geschickt hat, die Führung unserer vitalsten An- ׳ gclegeuhcitcn, dann haben sie dereinst den Verrath und; den. Abfall mit zu verantworten, der aus nnsc.ett Genteindcn תדריח• und ייראה verscheuchen wird, 'ד׳ל. Ich spreche dieses atis, offen und ohne Rückhalt, weil ich dazu beitragen möchte, das: dieser Verheerung vorgc- , beugt werde. Vielleicht wird doch ein oder der andere unserer נאונים ^darauf aufmerksam, vielleicht — אני Schweiz. ל Base! 17. April. Die hiesige Gemeinde wählte vergangenen Sonntag Herrn Dr. Arthur 0 1)11 ans Berlin zu ihrem Rabbiner. Derselbe ist Schüler des Herrn D1־. Hildesheimer. ל Zürich, .17. April. In Stadel, Kanton Zürich, wurde vergangenen Freitag ein.Glaubensgenosse, L. O p p cn h c i nt von Lcuguan, beraubt und ermordet. In dem Hause, in welchem derselbe zuletzt gesehen, wurde Haussuchung vorgcnommen und verschiedene Papiere Oppenheim'» vorgefuudeu. Der Thätcr ist verhaftet und soll bereits seine Thal cingcstaudcn haben. H o t l a n d. יש Amsterdam, 13. April. In der Diamantschleiferei unseres Glaubensgenossen, des Herrn Jak. S M c tz, ist man zur Zeit damit beschäftigt, den kürzlich gefundenen, außerordentlich 'großen Diamanten, welcher' an Größe und Weiße alle bisherigen größten Steine übertrifft, zu schleifen. Für den kostbaren Stein ist ein besorlderes Atelier eingerichtet worden und die ganze Fabrik steht während der Anwesenheit ihres theurcn GästcS-tinter besonderer polizeilicher Bewachung. Dieser Tage wurde Herrn Metz die hohe Auszeichnung zu Thcil, mit einem Besuche Ihrer Majestät unserer Königin beehrt zu werden, welche mit sichtbarem Interesse die Einrichtung in Augenschein nahm und sich sehr anerkennend über alles Gesehene anssprach. Zu Ehren des hohen Gaste» wurde in Anwesenheit Ihrer Majestät das erste Fleckchen an dem großen Kleinode geschlissen. ש Amsterdam, 16. April. Der Anfang Januar 1882 hier gegründete ״Verein zur Unterstützung von Wittwen von Lehrern der ׳Niederländischen Israelitischen Rcligions-Artnenschulcn"' hielt jüngsten Sonntag unter Vorsitz des Herrn Philip Elte eine Generalversammlung ab. Nach Art. 19 der Slntntcn soll mit dem Auszahlen von Wittwen - Pensionen im Betrage von 390 Gulden jährlich erst begonnen werden, wenn ein gewisses Grundkapital beisammen ist; dieser Zeitpunkt ist leider noch nicht eingetreten, aber vor mehreren Tagen ist ein Lehrer gestorben, der eine Wittwe mit sechs Kindern hintcrlassen hat. Ans Ersuchen deS BereinSvorstandeS hat sich nun die ״Kommission der ReligionS-Armenschulen" bereit erklärt, die viervrozenligcn Zinsen des Betrages, welcher an beni Grundkapital noch fehlt, so lange beizntragcn, bis dasselbe die statutengemäße. Höhe erreicht haben wird. Das Anerbieten wurde von der Versammlung mit Dank angenommen, Art. 19 durch einen Zusatz etttsprcchend erweitert, und so kann der Verein seine eigentliche segensreiche Thütigkeil beginnen. Möge ihm recht viel t hütige Thcil na Hute zu Theil werden. England. §§§. London, 15. April. Eine überaus wohlthätigc und zweckmäßige Institution ist hier auf Bcranlassung des Herrn S. Cohen, 32, Ehurch Laue, Whitechapel E., seit Oktober 1881 ins Leben gerufen; ein בית המדרש והכנסת אורחים. Die Erkenntniß der Thatsache, daß die armen, ans der Fremde hier anlangenden unglücklichen Inden keinen Anhaltspunkt und bei ihrer UnbckannLschaft nicht so schnell einen Annchmer finden, und durch die bittere Noth nur zu leicht dem Netze der Missionsgcsellschast' zum Opfer fallen, hat den Impuls zur Gründung dieses Instituts gegeben. Die Hälfte der also zum Abfall verleiteten Juden sind Deutsche. Dieses Bcth Hamidrasch wollte auch eine Vcrcinigungsstättc für die Etngewandcrten sein, . in welcher sic Anregung und Belehrung finden und sich selbständig fühlen. Ngch Maßgabe der vor-, handelten Mitte! wirkt diese schöne Gründung im Stillen seit ihrem Entstehen. Die Anforderungen über* steigen aber die zur Verfügung stehenden Kräfte, und cs wird deshalb 'eine Erweiterung derselben angestrebt und zur Förderung der Zwecke in weiten Kreisen ausgefordert. Die Anstalt befindet sich jetzt 19, Ehurch Lane,