Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 18 (1885)
- Issue
- Heft 16 (16.4.1885)
- Article
- Abessinien [Nachricht]
- Date
- 1885-04-16
- Page
- 255 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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255 Zeit benützt hatte, und von dem noch eine genaue Schilderung in abessinischen und jüdischen Geschichtswerken vorhanden ist, anzufertigcn. Statt aus Gold soll jedoch der Thron aus vergoldetem Silber augefertigt werden. Achtzehn volle M.mate hat nun der Künstler au diesem Throne gearbeitet und denselben glücklich vor etlichen Wochen in den königlichen Palast gebracht. Am 22. v. M. hat nun König Johannes den neuen Thron in Gegenwart seines Hofstaates und seiner Minister feierlich bestiegen und von demselben Besitz ergriffen. Amerika. R. Newyork, April. Die Reform hat hier-;!!lande allerdings nicht abgcwirthschaftct, aber bedeutend an Zuversicht auf ihre Stärke eingcbüßt. Nicht daß sic befürchten müßte, von dcr Orthodoxie überholt zu werden — eine solche Furcht wäre leider nur allzu grundlos. Aber die Herren Nevcrends leben in dcr allerdings wohlbegründetcn Sorge, daß sie ihre gläubige Schaar einbüßen könnten. Dcr praktische Amerikaner!uerkt schließlich den ganzen Humbug der Reform und will überhaupt von etwas spezifisch Jüdischen nichts mehr wissen. Die Tempel sind leer, und das ist das Schrecklichste — denn in Tempel, Predigt und Orgel erschöpft sich die Reform. Man sucht allerhand Neues zu ersinnen, um die Neforingeistlichen zu einer bedeutenden Wichtigkeit wieder zu verhelfen. Da fällt man auf allerhand Mittel und Mittelchcu, als Freitag- Abend-Predigten, Sabbath-Nachmittag-Homilicn,Sonntag-.Morgen-Vorträge u. s. w. u. s. w. Es nützt dieses Alles nichts, weder der Reform noch der Orthodoxie, und das ist das Traurige. Möchten doch die Leute endlich zur Einsicht gelangen, daß uns die Rückkehr zum Gehorsam gegen Gottcsgesetz das Heil der Zukunft verbürgt. Afrika. * Älgier. Die Lage der Juden in Marokko wird von Tage zu Tage trauriger. Andere Macht- Haber machen es ihrem Kollegen zu Demnat nach, da ja jener bis jetzt ungestraft ausgegaugcn. So fanden Ausschreitungen in der in dcr Nähe von FcS gelegenen kleinen Stadt Sefron statt. In Tanger traf die Kunde von Gewaltrhäligkeiten gegen die Juden in Asita ein. Dorthin soll vor vier Monaten, in Abwesenheit des Gouverneurs, Mahomed Atlab mit zahlreichen Truppen gekommen sein. Derselbe gab vor, zum Gouverneur der Stadt ernannt zu sein und legte den Juden die Kosten der Erhaltung seines außerhalb der Stadt lagernden Heeres auf. Dann forderte ervon den Inden die Stellung von 20 Männern und 10 Frauen zur Arbeit bei den! Bau von Baracken für seine Soldatcn. Man kam diesem Befehle nach. Die Unglückseligen, durch das Loos bestimmten Juden hatten unter der schweren Arbeit bei der Wintcrkältc furchtbar zu leiden. Schließlich legte er ihnen noch einen Tribut von 2000 Dollar zur Bestreitung der Reisekosten nach der Hauptstadt auf. Auch dieses wurde unter den schwersten Opfern aufgebracht. Kaum war nun der Gewalthaber fort, als der wirkliche Gouverneur zurückkehrte; sobald dieser von dem Geschehenen Kunde erhielt, erklärte er alles für einen hinterlistigen Streich und legte den Juden zur Strafe, daß sie sich hatten überrumpeln lassen, eine Kontribution von gleichfalls 2000 Dollar aus. Die Lage der Juden ist eine höchst traurige, da sie nicht im Stande sind, die Summe aufzubringen. Sic haben daher an die Juden in Tanger die Bitte gerichtet, sich für sie bei der Negicrung zu verwenden; doch ist wenig Hoffnung auf Besserung der Lage der Unglücklichen vorhanden. ,*.ג 4\ f fk: A/ii■?kür den Inhalt derselben übernimmt die? 14' t 4י U, •|,|4י> Redaktion keinerlei Verantwortung. Insertions- und Abonnements-Annahme für Frankfurt a. M. auch' bei Herrn I. Kauffmann daselbst, ohne Preiserhöhung. Ein frommer junger Kaufmann ans vornehmer Familie, im Besitze des cinjähr.- freiwilligen Zengnisscs, der mit der Kur;- waaren und Papierbranche durchaus vertraut, der französischen. 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