Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 18 (1885)
- Issue
- Heft 11 (12.3.1885)
- Article
- Österreich-Ungarn : aus Ungarn [Nachricht]
- Date
- 1885-03-12
- Page
- 174 (sequence 1)
- Language
- German
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S. P. Ans Ungarn, Anfangs Mär;. Daß > sehr erwünscht zu erfahren, ob von dem genug lehr der Antisemitismus mit moralischer Verrohung analog; löblichen Vereine auch dafür gesorgt wird, daß die ist, hat das Urthcil dcS Budapestcr Gerichtshofes über - jungen teilte am שוי׳ ט von der Arbeit befreit sind.) das antisemitische Brüdcrpaar Verhoouh, sowie die! Vorgänge bei der Verkündigung desselben auf eklatante | 3־ t alte וו Weise bewiesen. Am Purim, an welchem wir gehört,! wie Haman!eine ruchlosen äntoemmschcn Pläne mit seinem Kopse bezahlen mußte, wurde Julius Verhovay, der bei der letzten Wahl, obgleich damals der An׳ klagebeschlnß bereits gefaßt war, einstimmig;um Abgeordneten der 3tabt Ezegled gewühlt wurde, wegen Diebstahls, begangen an den Spenden sür die. norhleidenden Esanpo'S, verurtheilt. Nach der Verkündigung dcS Urthcils ertönten aus den Kehlen der Bcrhovapaner brausende ״Eljen Berhovay," Nieder mit den Schuften. Die Richter sind Schufte, Berhovay gehört der Nation und nicht den Mördern der Nation." Gerichtsrath l)r. Kcri rief der Menge;11: ״ So ehrt man den Richtcrstand," worauf ein Mitarbeiter des ..Függetlenseg" rcplizirtc: ״Was ehren, aufhängen soll man die Richter, die Schufte." 0 tempora! 0 mon;s! Frankreich. \V. Paris, Februar. Wie in jedem Jahre, so hat auch diesmal der Kriegsminister an die Armeebcfchlshaber ein Schreiben erlassen des Inhalts, den jüdischen Soldaten für s122-Urlanb zu geben, um das Fest bei ihren Familien feiern zu können — und zwar vom .'><>. Mär: bis zum 7. April. Die algerischen jüdischen Soldaten erhalten außerdem noch die für die Hin- und Nüelreisc erforderliche Zeit Urlaub. W. Paris, 0. Mär;. Der Direktor der Assistanee Publique hat von den Herren von Rothschild eine Summe von •ln000 graute für die am meisten norhleidenden Familien erhalten. Afrika. H. Algier, 1. Marz. ״Le Travail", eine Gescllschaft, welche den Zweck verfolgt, jungen bedürftigen jüdischen Leuten Gelegenheit zur Erlernung eines Handwerks zu geben, hat soeben ihren Jahresbericht veröffentlicht. Die Anzahl der Mitglieder beträgt .23;׳; die Beiträge belaufen sich auf 4870 FrS. 30 Ets. Das Konsistorium gicbt jährlich eine Unterstützung von l',00 FrS.- Von nächstem Jahre an soll dieser Beitrag um 500 Frs. erhöht werden. Im vergangenen Jahre wurden 39 junge Leute in die Lehre gegeben. 9 haben ihre dreijährige Lehrzeit zurückgelcgt. Die meisten lernen ats Schuhmacher, Goldarbcitcr. Spengler itnd Schreiner. .(Anmerkung der Redaktion. Es wäre uns * Turin, März. Bei der jüngsten Ausstellung i erhielten nicht weniger als 7l Israeliten Auszeichnungen,; einer erhielt die höchste Auszeichnung, ein Ehrendiplom,! l״ goldene Medaillen, 2«i silberne, 10 bronzene Me- daillen, 12 lobende Erwähnung, 3 Diplome zweiter! Ordnung und 3 Diplome dritter Ordnung. Palästina. ' || Im Februar. Wie der ״I. W." erfährt, ist in Jerusalem eine Familie von acht׳ Personen, -welche j bislang zur Sekte der Sabbatianer gehört hatte, neuerdings wieder zum Judeuthum übergetrctcn. Sie befinden sich in guten Verhältnissen und gedenken als! Kolonisten in Palästina ansässig zu bleiben. h. Ans dem Cmtifii kr ״Wim". | 11. | In Jaffa sind kürzlich zwei Missionsschulen er-! öffnet worden, die besonders stark von jüdischen Mädchen l besucht werden; für Unterhalt und Unterricht werden pro Mädchen jährlich 10 Pfund bezahlt. K l c i n a s i c n wird zur Zeit stark von 1)1׳. Sommerville bereist; derselbe predigte 11. 31. auch in Smyrna, wo Reverend Eppstein den Zuhörern die Predigt in'S Indisch-Spanische, der Umgangssprache der dortigen .Inden, übersetzte. Dort wurden auch zahlreiche.Exemplare des Neuen Testaments in diesem Jargon gratis vcrtheilt. Zwei schottische Damen, Me. Gregor und Smith,! welche bisher unter dem weiblichen jüdischen Geschlechte! inKonstantinope! ״gearbeitet" hatten, haben ihr ״Geschäft" j nunmehr nach R om verlegt. Daselbst wurden Ende!, vorigen Jahres zwei junge Inden in der Waldenserkirche getauft. N a b b i n o w i t ch in Kisch ׳ nefs befindet sich in Geldverlegenheiten, das Geschäft scheint denn doch nicht zu gehen. In Folge der Verfolgungen Seitens der dortigen Inden — so sagt er — habe er seine bisherige Wohnung iin jüdischen Vierte! aufgeben - müssen, und setzt bewohnt er ein Hans neben Pastor Faltin. Er habe auch — so sagt er — alle seine Kunden als