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Jeschurun · 1885-03-05 · Heft 10 (5.3.1885) · p. 148

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Journal
Jeschurun
Volume
18 (1885)
Issue
Heft 10 (5.3.1885)
Article
Salomonische Spruchweisheit
Date
1885-03-05
Page
148 (sequence 2)
Language
German
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148 Der grauen Viele haben Wackeres geübt, i Xit aber hast sic Alle überragt!! Lüge ist Liebreiz, Tand ist Schönheit, Ein Weib, das Gott fürchtet, daS schaffe! sich j Ruhm! i Gebet ihr von der Frucht ihrer Hände, Das; in den Thoren ihre Werke sic rühmen! 1) גלל•*, eigentlich Beute, dann eine Errungenschast, aus die nian keinen Anspruch, oder keine Hofsnung Hai. 20: והיתד! לך נפשך לשלל (Irrem. 39,18.). Das Vertrauen des Mannes wird nicht nur immer gerechtfertigt, sondern slclS übcrtroffen. 2) Es kann Jemand einem Anderen außerordentlich viel Gutes erzeigen und gleichwohl aus anderer Seite durch Eigenthümlichkciten seines Wesens und durch die Art seines Schaffens ihm auch lcidvolle Augenblicke bcreiten. Sie war aber ihrem Manne i!nmer nur die heitere Spenderin seines Glückes und hat ihm nie. so lange sic lebte, auch nur eine trübe Minute bereitet. — Nimmt man גמל in der Bedeutung von vergelten, so wäre der Sinn: sie hat ihm stets das Gute, nie aber das Böse vergolten, nie eS ihn entgelten lassen, wenn er einmal ihr gegenüber gefehlt. Der ׳Beisatz: alle Tage ihres Gebens, spricht für die erste Auffassung, da vielmehr damit gesagt ist, daß aus keinem Tage ihres Lebens ihm etwas Trübes erwachsen ist. 3) Sic war der Fleiß und die ThätigkeitSlust selbst. Sie wartete nicht bis etwa ihr Mann ihr *Wolle und Flachs;um Spinnen gab und löste dann etwa das anfgegebenc Pensum. Sic suchte, sie forderte Stofs, um ihn mit der Lust ihrer Hände zu bereiten. Höchst bezeichnend ist das הפין בפיה, man hätte הפץ ידיה erwartet, wie 2) בידיה טוו B. M. 36, 25) und auch im Verfolge כפים .ידיה שלחה בכישור sind nämlich nicht die arbeitenden, schassenden, sondern die. geschlossenen, oder einen Inhalt cinschließenden Hände. Ihre Hände konnten nicht ruhen, und tvcnn sie in Ruhe geschlossen waren, ״sehnten" sie sich nach Arbeit, das ist הפץ׳ בפיה. 4) Sie war immer thätig und wußte durch VorauSbedenkcu der entferntesten Fälle ihrem HauS-- stände Vorthcilc zu bereiten. 5) יטב, verwandt mit זמם ,במט dem Grundbegriffe nach: Zusammenhalten, konzcntriren, heißt einen Weg ersinnen, wo mit kleinen Mitteln unvcrhältnißmäßig Großes erreicht werden sott. (Siehe Kommentar zu 1. B. M. 11, 6.) Sie ermittelt durch fortgesetzte kleine Ersparnisse die Möglichkeit, ein Feld anzuschaffcn. 6) Sic war nicht ein robustes starkes Weib, sie machte sich stark; ihr Eifer und ihr Psiichtgcfüh! verliehen ihr Kraft und Stärke. 7) Im Winter waren alle ihre Hausgenossen in Wolle gekleidet, sie aber bedurfte nur Nachts, wenn sie ruhte, wariner Bedeckung: am Tage, wenn sie bcschäfligt war, sah mau sie nur in Leinen gekleidet, sie hatte Wolle nur zum Schmuck. Ihre Thätigkcit ließ sie den Frost nicht empfinden. 8) Wenn ihr Mann in! Rathc der OrtS- oder Land-Geineinde saß, erkannte inan ihn als Gatten des wackeren WcibcS, deren geistiger und sittlicher Einfluß in Wort und That des ManneS in öffentlicher Angclcgcnheit sich kund that. Ihr Beispiel und ihr kluger weiser Rath wirkten somit durch den Mann selbst auf die Angelegenheiten der Gesammtheit wohlthätig ein. 9) Wenn dieser Satz nur von ihren vorthcilhaften Unternehmungen zum Wohlc des Hausstandes redete, so würde er auf völlig störende Weise den ganzen Zusammcnhang unterbrechen, der nun auch ihren geistigen und sittlichen Einfluß schildert, und hätten wir ihn dann oben erwartet, wo die Schilderung ihrer ökonomischen WirthschastSführung gegeben ist. Glücklicher Weise nöthigt schon das והגור נתנה לבנעני zu einer andern Auffassung. נתן heißt nicht verkaufen, steht vielmehr im geraden Gegensatz dazu. Vgl. לנד תתנה או מבור לנכרי. Es dürfte demnach der Satz uns zeigen, wie sie sich die Mittel zur Wohlthätigkcit verschaffte. Sie verwandte dazu nichts von dem ihr zur Wirthschafsführung gegebenem Geldc. Dazu war sie zu gewissenhaft und schätzte die Seligkeit des Wohlthuns zu hoch. Wohlthnn wollte sic mit ihrem Erwerbe, ihrer Arbeit, ihrer Kraft. Sic spann und webte ein Tuch und verkaufte cs, und der Ueberschnß — der doch nur das Erträgniß ihrer Hände Arbeit bildet, mit welchem sie den Werth des Rohstoffes erhöht — schenkte sie auch nicht in Natura, sondern fertigte damit einen (Gürtel an und schenkte den einem armen Hausirer, der also wiederum daraus eine größere Summe profitirte, als wenn sic daS gewonnene Geld, oder auch nur den daraus gefertigten Gürtel selbst einem Armen geschenkt hätte. So war sic gewissenhaft und wohlthätig zugleich .und wußte auch ihre Thätigkcit im möglichst hohen! Grade wohlthnend zu vcrwerthen. (Fortsetzung folgt.) Der Antisemitismus des Pilofßjiljfit. (Fortsetzung.) Denn daS Hochgefühl des jüdischen StammesbcwußtseinS entspringt der hehren Aufgabe, für welche Gott den Stamm erkoren, der Abraham, Isaak und Jakob als seine Ahnen verehrt. Diese Aufgabe besteht in der den! Abraham für seinen Stamm crtheiltcn Weisung: ״werde du ein Segen; durch dich werden alle Familien des Erdbodens gesegnet werden," mit

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