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Jeschurun · 1885-02-26 · Heft 9 (26.2.1885) · p. 142

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
18 (1885)
Issue
Heft 9 (26.2.1885)
Article
Rußland : Huradno [Nachricht]
Date
1885-02-26
Page
142 (sequence 1)
Language
German
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142 * Huradrro. Dem ״Hamagid" wird berichtet, daß daselbst der hechangesehcnc Herr Meier Lenders im Alter von hunderrnndsicben fahren gestorben ist. Bis zu seinem Ende versäumte er Aue den GoneS׳ dienst in der Smwgogc und verbrachte sein ganzes Leben, auch in dem frühen Atter, da er sich den! Geschäfte widmete, mit den! § ludst! in des Gesetzes und dessen treuer Erfüllung. in äbarschan, l 7. Juli. Wie die ״Hazefirah" berichtet, beabsichtigt der Obeivolizcimeisier süninitlichc israelitische Badeanstalten einer eingehenden Untersuchung zu unterwerfen und deren BerhäHrune nach hygienischen Grundsätzen konstatiren zu lassen. — Ter Rechenschaft^- bericht des israelitischen Krankenhauses weist folgende Daten aus. Beim Beginn dcS Jahres 1864 waren an Kranken daselbst 280 (150 Männer und 127 Frauen) Personen nntcrgcbracht. Mn Lause dos JahrcS fanden 4108 (2248?)tänncr und Mir**» grauen) Aufnähme; es!vurdcn also im Ganzen 4481 Kraust vcrpflegt. Bon diesen wurden 3704 geheilt entlassen und 44 0 starben; ain Schlüsse dcS Jahres befanden sich demgemäß 402 im Hospital. Unter den daselbst Aufgenommenen waren aud) .425 Ehristen. Die Ambulanz der israelitischen Geineinde wurde im Jahre 1884 von 10 550 Personen (auch Richljnden) 45 814 Mal ärzt׳!ich behandelt und 1-5 141 Mal mit Medikamenten, ohne Entgelt versehen. - Den Schollim in Kiew ist der Aufenthalt verboten worden, weil sie keiner Zunft angehörcn. Fünsnndvicrzig Familien [mb da- .nach der Stadt verwiesen worden. Alle Vorstellungen dagegen blieben fruchtlos. £ie Maßregel soll von der Metzgcrzunft ans dem Grunde veranlaßt sein, weil die jüdischen Metzger billiger verkauften, als die nichtjüdischen. — Palä st t n a. * Hebet* die Mittel, welche seitens der MissionSgescllschaft angcwendet werden, um den Nothstund der einwandernden Israeliten für ihre Zwecke auSznbeutei׳., wird ׳ans berichtet, daß keine Mühe gescheut wird, den Armen Verdienst znznführen, ihnen auch Geldnnterstütznng gewähr! werde und sic in Krankheitsfällen unentgeltlich behandelt werden. Als Lohn hierfür erwartet mau nichts anderes, als den Abfall von der väterlichen Religion. Ob eine solche Erleuchtung und Bekehrung" wohl eine wirkliche und aufrichtige ist? Der ׳ Hunger und die Roth treibt die Aermsten in die Netze der Mission. Führt die Verzweiflung zu einer wahr.cn Ueberzengnng? Hunger thnt weh und Elend entnervt des Menschen Kraft. Hier winkt ihnen ein Drück Brod — sie sind unfähig zu prüfen, zu überlegen — sie fallen gierig über das Brod her und lasstu sich die laufe gefallen. Freilich wird alles Mögliche aufgeboten, um dieser sicherlich auch von christlicher Seite nicht allgemein gelobten Bckehrnngsweise entgegen zu arbeiten. Aber cs fehlt an hinreichenden Mitteln zur Steuerung der *Roth. Die Mission aber verfügt über große Mittel. Trotzdem ist der wirkliche Erfolg, den die Mission zu verzeichnen hat, nur gering. Sie fängt alljährlich nur eine sehr geringe Anzahl Elender und Ohnmächtiger, nur die Gcsnnkcnsten und moralisch Schwächsten. Möge Gott diesen Unglücklichen verzeihen, möge Er ihnen die bittere Noth zur Entschuldigung anrechncn. UuS aber liegt eS ob, alle möglichen Anstrengungen zu machen, damit sic nicht der Verzweiflung Preis gegeben werden. Mögen die Begüterten unter uns dessen stets eingedenk sein. — Australien * Mit Befriedigung entnehmen wir den zu Melboimie erscheinenden ״Jewish Herald" einen Bericht über die jüdische Schute dieser Stadt, welche kürzlich von einem NegicrungSbeamtcn inspizirt wurde. Dieser spendete den Leistungen hohes Lob. Neben dem allgemeinen Wissen findet das Hebräische und die Kcnntniß des Indenthums eine sorgsame Pflege. ״Religiöses und profanes Wissen geht sehr wohl Hand in Hand," das ist das Programm dieser Schule. Der religiöse Aufschwung, welcher dadurch bewirkt wird, ist anscheinend daS hauptsächlichste Verdienst dcS Rabbiners Dr. Abrahams. — Es soll der Versuch gemacht werden, von R c u - Sce l a u d Koscherfleisch nach England zu liefern. Demnächst soll ein Schochct und ein Schomcr zu diesem Behuse dorthin adgchcn. — In?111 cf lau b ist der Grundstein, zu einer Synagoge gelegt, welche auf 225 Männer- und 150 Frauen sitze berechnet ist. — Es scheint, als ob in Australien ein besserer Geist zur Geltung kommt als in Amerika. So spricht sich B. daS Eingangs genannte Melbourncr Journal über die amerikanische Reform recht bezeichnend aus. Das Hebrcw Union College in Cincinnati hat zu Ehren Montcfiore'S einen neuen Lehrstuhl für bie ״heilige Literatur" errichtet, und denselben in lächerlich bombastischcr Weise cingcwciht. Der Rektor dcS College, D1\ Wise. beschwor Gott und rief alle Geister der verblichenen amerikanischen Größen zu Zeugen an, daß diese große Dedikation gewissenhaft vollzogen worden sei. Da;׳.! bemerkt das australische Blatt: Wenn unsere amerikanischen Brüder nicht recht pomphaft auftrcten. dann ist es nichts. Wir hätten viel lieber gesehen, wenn Di׳. Wise ebenso feierlich verkündet hätte, daß die Professoren und Lehrer fortan nichts Anderes als die Lehren des traditionellen JndciithnmS, so wie eS uns von Generation zu Generation überkommen. lehren wollen; das; sie durch Beispiel und Lehre den Schülern Achtung vor den heiligen Gesetzen, Gebräuchen und Gewohnheiten einflößcn wollen, wie solche im Schnlchan-

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