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Jeschurun · 1885-02-12 · Heft 7 (12.2.1885) · p. 110

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Journal
Jeschurun
Volume
18 (1885)
Issue
Heft 7 (12.2.1885)
Article
[Rezension] / m.
Date
1885-02-12
Page
110 (sequence 1)
Language
German
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110 gläubigen. Von Dr. D. •froffmann. Berlin *1885. Die Angriffe und Verdächtigungen, welchen das Judenthum sich ausgcsctzt sicht, haben zur Abwehr ■ dringend herausgcsordcrt. Bedarf cs ja nur der Dar-! legung des Inhalts des jüdischen Schriftthums, um! die Lüge als Lüge und die Verleumdung als Verleumdung zu kennzeichnen. Freilich wird nur der sich; überzeugen lassen, welcher ehrlich die Wahrheit sucht. > Der Lügner und Verleumder will nicht überzeugt! werden; spinnt er doch im vollen Bewußtsein daS Gc- - webe der Bosheit, um die Wahrheit zu entstellen und! Lug und Trug zu verbreiten. Der berüchtigte ״Juden-! spiegcl" von dem Apostaten JustuS fand zuerst im! ״Jcschurun" 0^63) eine gründliche und eingehende? Vcrurthciluug durch Gugcn hcimcr's tlassischc Ab-; Handlung. Dieser folgten mehrere ähnliche Arbeiten,! unter welchen die vorliegende sowohl wegen des um-! fassenden Materials, über welches sic sich verbreitet, j wie wegen ihrer Gründlichkeit, einen hervorragenden! Platz einnimmt. Zuerst in der ״Jüdischen Presse"! abgcdruckt, ist sic jetzt in Buchform erschienen und! wird sowohl in jüdischen Kreisen, wie in vorurthcils-! freien christlichen Kreisen als eine sehr willkommene Gabe begrüßt werden. X. ספר מי מנוחות, von Eliser Lipmaun N eu s a tz. Preßburg. (Lin in glttem, leicht verständlichem Hebräisch versaßtes Buch, welches zur Belehrung und Befestigung in der gewissenhaften Befolgung des jüdischen Neligiousgesctzcs einen schätzcnswcrthcn Beitrag liefert. Der verstorbene Verfasser "hat wohl zunächst die nächsten Kreise seiner Heimath, die ungarischen Gemeinden, im Auge gehabt. Es wird dort auch gewiß diesem Merkchen an einer entsprechenden Ausnahme nicht fehlen. In Deutschland ist leider nicht auf ein allgemeines Verständniß derartiger Werke zu rechnen, weil es hier an der uothwcndigen Voraussetzung, dem Vcrstäudniß der Sprache beim größeren Publikum, fehlt, und gerade für dieses das vorliegende Buch geschrieben ist. 111. Z!u {!)i’frfjifijif kr |1!ki1 i!t Mti!lk!ll!1u׳g. (Umcr Benutzung des Donath'scheu Werkes.) ^Fortsetzung.) ״Er reiste drher nach Schwerin und zeigte den Vorfall dem Domprobst an, in der Hoffnung, Ruhe und Versöhnung zu finden. DaS Domkapitel trug den -Herzogen Magnus und Balthasar die Sache vor. Nach cingeholtcn Bedenken der Bischöfe von Schwerin, Natzebnrg und Eanin begaben sich dann am 29. August die -Herzoge in Begleitung vieler Prälaten, Geistlichen, Näthe und Lehumäuner nach Sicrnbcrg. Peter Däne mußte die Hostien ausgraben,') welche daraus in großer Prozession in die St. Marieukapelle gebracht wurden." ״Die -Herzoge stellten nun ein Verhör an, bei welchem das erste Protokoll niedergeschrieben ist. Aus demselben geht nun hervor, daß bei diesem Verhör Peter Däne's Schuld und überhaupt der ganze Verlauf der Sache völlig verschwiegen wird. ES wurden nur die -Hostien von Penzlin und Teterow erwähnt. Peter Däne wird nur ein ״Priester genannt, welcher vielleicht, von göttlicher Furcht bewogen, das Sakrament an sich genommen" und von einem Geiste ein ״Wahrzeichen" zur Ehrung des Sakraments erhalten habe. Genannt werden nur der Jude auS Rußland und der verlauscnc Mönch aus Penzlin, Eleasar war verschwunden, die Hochzeitsgästc waren wieder zerstreut, und so hoffte man wahrscheinlich die Sache unterdrücken zu können, da Eleasaws Weib, welche Alles wußte und Alles mit angesehen hatte, nichts vcrrieth und auch die Theilnahmc des Priesters verschwieg." ״Die Herzoge begnügten sich aber hiermit nicht, sondern ließen sämmtliche Juden im Lande gefänglich einzichcn, nach Sternberg führen und hier am 22. Oktober peinlich verhören. Es waren 65 Mitschuldige, 5 hatten die -Hostien durchstochen, 60 halten das Verbrechen mit 'Rath und That gefördert. In dem letzten peinlichen Verhör gestanden in der ״Urgicht" Peter Däue und Eleasar'.s Frau Alles, was in Sternbcrg geschehen war, und die übrigen Juden alle Vorgänge vor der Mißhandlung der Hostien." Nach diesem Geständnisse der Ucbelthäter mußten die -Herzoge nach den damaligen Ncchtsansichten der Gerechtigkeit freien Laus lassen. Es ward sogleich das Urthcil gesprochen und am 24. Oktober 1492 nach den Satzungen des Rechts vollzogen. Es waren 25 Männer und 2 Frauen, die Mütter der Braut uud des Bräutigams, welche am 24. Oktober 1492 vor der Stadt Sternberg, aus einem Berge vor dem Lukowcr Thore, welcher seitdem der Judenberg genannt wird, in Gegenwart des Landcsherrn die Strafe der Ketzer, den Feuertod, erlitten. Freilich mochte der edle -Herzog Magnus über eine solche Gräuclthat tief gerührt sein; aber er konnte wohl nicht der ganzen Ansicht seiner Zeit entgegen handeln. Auch stimmte ihn das Benchnieu der Juden nicht zur Milde. ״Kalt, vergrätzt und micucnloS gingen sie zum Tode. Da redete der -Herzog Magnus noch einen Juden Aaron, dem er *) Nach Gnzmer wollte er den Ort verheimlichen, grub bald da, bald dort, stets aber mit dem Angesicht nach dem Ort der Hostien gewendet. Dies erregte Verdacht, er mußte an dem Orte graben, den;ein Auge vcrrathen, und es wurden zwei blutende Hsstien gefunden.

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