Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 18 (1885)
- Issue
- Heft 4 (22.1.1885)
- Article
- Salomonische Spruchweisheit
- Date
- 1885-01-22
- Page
- 52 (sequence 2)
- Language
- German
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52 Andere, für feine זדה, die dir nicht angceignet ist, 13c־ schweige beim für eine נכריה, die einem Andern angehört. Das göttliche Wort, das die erste Ehe stiftete: ודבק באשתו והיו לבשר אהד. an sein Weib schließe der Mann sich au nnd zu Einem Wesen werden sie, das. bleibt noch das Gotteswort, von dessen Verwirklichnng alles Eheglück und alle Familienfrende bedingt ist. Wie groß oder klein der Kreis sein mag, in welchen Mann nnd Weib zusammen treten, um ihn mit gemeinsamen Wirken auszubauen, Einheit, innige einzige Einheit sei sein Gepräge, dem mit seinem in ihn ausgehenden Weide ausschließlich und innig und einig vereinten Manne, Alles, was an Edelm und Gutem, Reinem und Wahren: Mann und Weib in sich tragen, legen sie znm gemeinsamen Anfbau und Ausbau eines Hauses zusammen, in welchem die Kinder und alle häuslichen Gestaltungen also den reinen Karakterstempel ihres vereinten einheitlichen Wesens tragen, daß Alles, was von diesem Hanse ausgeht, die Einstüsse auf den engeren oder weiteren Kreis seiner Umgebung, vor Allem die Kinder, die von ihm entstammen, selbst wenn sie in die weiteste Ferne kommen, überall sich als פלגי מים, als die unverfälschten ungetrübten Wasserarme des Einen elterlichen Urquells bewähren, die überall, wo sie hinkommen, das Karakteristische des Elternhauses weiter pflanzen nnd pflegen, und noch in dem letzten Aussprößling Zeuge sind, daß hier nichts Fremdes und Entsremdeudes mitgewirkt. Tiefernst hebt unsere Sprnchweisheit den Finger auf und warnt den Mann vor der leisesten Abweichung zur Untreue. Gottes Augen sind auf seine Wege gerichtet und Er wägt auf der Wage Seines UrtHeils die Kreise, in welchen der Mann sich bewegt. Jeder Abweg, auf welchem der Mann seine Freuden sucht, indem er seinem Weibe, — das bis in sein und ihr Greisenalter immer daS Weib seiner Jugend bleiben sollte — nnd seinem Hanse den Rücken kehrt, wird zu einer Fange nnd einer Fessel, die ihn umstrickt nnd in das Grab seiner Lebensfreude und seines Lebensglücks unrettbar hiuabzieht. (שגה siehe Kommentar znm Pcnt.i k. B. M. 8, l.) ^Fortsetzung folgt.) Die sehrenirrsamiillling;11 Berlin am 20. und 30. Dezember 1884. (Fortsetzung?, Herr 1)1. Kirsch stein sprach zu seinen Kollegen ungefähr die solgenden Worte: wir können nicht das als Neligionslehre ansehen, was Sie als solche bezeichnen; wir vermögen denjenigen Theil des Pentatench, welcher von Opfern handelt, nicht als zurReligionslehre gehörig anzuerkennen. Wenn Sie die jüdische Religion kräftigen wollen, so lassen Sie die Opscrgesetze fallen. Dieselben haben nicht den geringsten Werth für uns, warum sollen wir unsere Kinder׳ mit dergleichen bedeutungslosen Dingen belästigen. WaS abgestorben und tobt ist, das muß begraben werden. — Als er in dieser Auseinandersetzung unterbrochen wurde, nahm Professor Steinthal das Wort und, ob der großen Erregung der Kollegen verwundert, sprach er ungefähr das Folgende: Mein Freund Kirschstcin hat ja gegen die Opfergcsetze lange nicht so scharf gesprochen, wie der Prophet Jeremias. Wir haben die Ansicht geäußert, daß die beiden Herren vollkommen zur Sache sprachen, weil doch ganz unbezweifelt die Erörterung über den Inhalt des Religionsunterrichts in eminentem Grade zu einer Berathung über die Feststellung eines Lehrplans für denselben gehört, und es vielmehr ganz unverständlich ist, wie man einen solchen entwerfen will, ohne in jene Erörterung einzutreten. Die Haltung des Vorsitzenden, Rabbiner Or. Ba in berge r aus Königsberg, erscheint unbegreiflich. Er ermannte sich unter dem großen Lärm in der Versammlung zu einer Erklärung ungefahr folgenden Wortlauts: Der Redner trägt Dinge vor, welche gar nicht hierher gehören; ich kann dieses nicht billigen nnd werde nicht dulden, daß ganz im Widerspruch mit unserer Maxime bei der Lösung unserer Aufgabe ein religiöses Moment in die Debatte gezogen wird. Das ist denn doch wahrlich eine starke Zumuthnug an den gesunden Menschenverstand, und weil es durchaus undenkbar wäre, daß der Vorsitzende einer so ansehnlichen Versammlung unter Billigung deren Majorität völlig Ungereimtes Vorbringen könnte, so dürfte cS wohl angezeigt erscheinen, den Sinn dieser Worte genaner zu erforschen; es wird uns daun auch ein Verständuiß für die gewaltige Erregung der Kollegen des Herrn K i r s ch st e i n und Steinthal. Der Präsident Herr Or. Bamberger wandte sich gar nicht gegen die durchaus unjudische und falsche Ansicht des Redners, sondern dagegen, daß er so unverhohlen sie gerade in dieser Versammlung anösprach. Die Herren Kollegen waren keineswegs über die hier kundgegebene unjüdische und salsche Ansicht des Herrn Kirsch stein entrüstet, sondern darüber, daß sie gerade in dieser Versammlung verlantbart wurde. Wäre dieses nicht der Fall gewesen, hätte die Rüge und Entrüstung des Präsidenten und der Versammlung in der That der eines jüdischen Religionslehrers nicht geziemenden Leugnung der jüdischen Lehre gegolten, so würde die Erklärung des Herrn Bamberger ganz anders gelautet haben. Er hätte alsdann es aussprechen müssen: