Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 18 (1885)
- Issue
- Heft 3 (15.1.1885)
- Article
- Deutschland : Frankfurt a. M. [Nachricht]
- Date
- 1885-01-15
- Page
- 44 (sequence 2)
- Language
- German
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44 citt $Jctuci$, das; auch Richtmitgliedcr in hervorragendem Matze Abnehmer dieser oitftitutc sind. — allein das 2d}ul()a1K\ and) das Geineindehans bilde; thasächlich ein Vehrhaus. Kann! sind die Kiuderftintmcn verhallt, welche in die Ken in!!in unserer Religion und in das für das Veben uöllji^c Wissen durch die Ballsschule cingesührt werden, so versammeln slch dort Bercine. welche sich das Studium der heiligen Thora zur Aufgabe setzen. Die Bereiue ÄUckor-Ehajim, Viwjas- Ehen, Ez-Ehaiim, der Schaßvercin, die GemitMH Ehassadim und die Kabrouim Ehcwra Hallen in diesem der Thora und Aboda gewidmeten Hanse ihre Vehrvorträgc ab, und so wirkt die Neligionsgesellsibaft in ihrer Gesauinuheil wie in ihren einzelnen Mitgliedern für die Erhaltung unserer heiligen Religion. Der Bericht schließt mit dein Wunsche, daß der Allgütige diesen Bestrebungen auch ferner seine Huld zu Theil werden lasse, und daß Er denselben seinen allbcsruchtenden Legen verleihen möge. Wir sprechen hierzu, wie die Bcrsammlnng,!reiche den Bericht mit wahrhafter Befriedigung entgcgennahm, ein inniges: Amen! O c st c x x c i ch -111t g a r u. b. Wien, 8. 3uni. Das Tagesgespräch bildet ein blutiges;Itenkontre zwischen zwei im allgemeinen Kranleuhause fnngirendcn jungen Aerzten, einem 3ndcn und einem Ehristcn. Oie Ursache desselben wird nach antcntischer Duelle ans folgenden Vorfall zurückgcsührt. Alle Kranke werden zunächst in das sogenannte Journal-;immer geführt, wo sie von dem Arzte du joiir nach Namen n. s. w. eingetragen und vorläufig untersucht werden, um eine Bestimmung für ihre Unterbringung zu trcsjcn. Zufällig halte der jüdische .Arzt diese Funktion an dem kritischen Tage. Er glaubte, an einem schwer verletzten Manne, der ihn! zugcjührt wurde, schleunigst einen andern Verband anlcgcn zu sollen, als einer der anwesenden Sekuudnrärzte, ein Schüler Biilroths. den Wunsch anssprach, den Patienten der Billroth'schen Klinik znzntheilen, woniil auch der Arzt du jtmr einverstanden lvar. Er wollte jedoch zuvor, wie es seine Pflicht erheischte, den gefahrdrohenden Verband ändern, wogegen aber der andere Arzt Einspräche erhob. Der jüdische Arzt ließ sich aber dadurch nicht beirren, und wurde dafür von dem Kollegen mit dein Schimpfwort ״frecher Iud׳", oder so ähnlich, bcdacht. Hieraus eine schallende Ohrfeige und als deren Folge eine Forderung aus Säbel. 3m Duell wurde der Herausfordernde verwundet. VT. Prag, 1 3 2׳annar. Wir müssen offen eingestehen, so naiv dieses Geständnis; auch klingen mag, daß wir die Sucht des angeblichen Zeitgeistes nie begreifen konnten, warum er sich mit über he den der Snssijancc m das Gotteshaus stürzt, um hier unter den-traditionellen Institutionen Orgien zu feiern. Ist die Welt im Allgemeinen gebildeter und erleuchteter geworden, nun, so sollte sie doch kraft dieser herrlichen Errungenschaft einsehen, dag eine Religion, die sich jeden Vauueu und dem Bou-Plaisir eines Menschen anpanen läßt, keinen Anspruch ans Wahrheit habe. Die Re'.igiou ist die Seele des Volkes, und mag die äußere Gestalt desselben dem Einflüsse der Zeit und des Ortcs unterliegen, die Seele ist invariabel, sic bleibt stets die alte. Der schauerliche Anblick der stecre, den unsere modernisirten Sw!agegen selbst an Sabbath׳ und Feiertagen bieten, hätte doch den doktrinären Arrangcnrcn zur Genüge beweisen sollen, - daß, wie gewisse Pflanzen nur unter dem Einflüsse eines warmen Klima grünen und gedeihen, ebenso das jüdische Gemnth und Herz nur ans dem heimischen Boden seiner überlicserlen Gebräuche und Zeremonien sich erhebt und erwärmt. Run, Thai fachen lassen sich allerdings nicht so leicht wegeskainotiren. Die Abnahme der Frcgnen; in unseren Audachtsslüttcn merkt wohl das geblendetste Auge, doch den Grund dieses Umstandes glaubt man anderswo z!l suchen. Man ist nämlich der Meinung, daß die Reform unserer Gotteshäuser noch nicht weit genug durchgeführt sei, daß Mädchen Ehoral, Abschaffung wichtiger Gebetslücke und sonstige den jüdischen Religionsgcsetzcn fremdartige Einrichtungen die alte shnagonale Physionomie noch nicht ganz verwischt haben, und daher das Bethaus mit dem erleuchteten, aufstrebenden Geiste unserer Generation in grellster Disharmonie stehe. Da ist denn die überkluge Repräsentanz der ״Mcisclsynagogc" ans eine besonders herrliche Idee gelangt. Sie schreitet in dem stolzen Bewußtsein, eine großartige Erfindung gemacht zu haben, in das Boudoir des Nationalthcaters und hott sich von dort eine invalid gewordene, nicht zur jüdischen Konfession gehörende Primadonna, deren theatralischer Sing-Sang bald eine Menge von ..Erleuchteten" in das Gotteshaus lenken muß. Welch heilige Andacht hier herrscht, wahrlich, davon kann sich die Außenwelt kaum einen Begriff machen. Man wird uns sicherlich nicht eines allzngroßen Pessimismus zeihen, wenn wir der Befürchtung Ausdruck geben, daß dieses den indischen Religione. e,..^׳n Hohn sprechende Gebahren alsbald unsere Übrigen Gcmeindcn ansteckcn werde. Man fürchtet die Konr'nrrcn; und wird sic zu überbieten suchen. Frdlich läßt der Umstand, daß der Prager Impressario nicht immer ״abgesungenc" Bretter- Heldinnen aus Vager hat, unsere Vcsorguiß etwas milder erscheinen, aber der Gemcindeseckcl kann, wcnn's justement darauf ankommt, auch manches Wunder wirken. Was aber an! meisten befremdet, ist, daß man dergleichen närrischen: Treiben so rühig und thcilnamloS zuschan! und der Thvrheit freie Hand läßt auf dem heiligsten Gebiete. נ Prag, 0. Januar. Die Idee der Einrichtung