Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 18 (1885)
- Issue
- Heft 3 (15.1.1885)
- Article
- Deutschland : Hamburg [Nachricht]
- Date
- 1885-01-15
- Page
- 43 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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int Besitze des Vermögens des Testators, von welchem jedoch ansehnliche Beträge den Pcnsionskasscn der Talmnd-Thora-Schule und der Töchterschule tcstamentorisch zugcwandl wurden. k. 8. Frankfurt a. M., 10. Januar. In der am 25. v. Mts. stattgchabten Generalversammlung der Israelitischen Religionsgescllschast wurden, wie alljähr-!ich, die erforderlichen Ersatzwahlen für die aus dem Borstande und dem Ausschüsse austretenden und nach dem Statut für die gleiche Körperschaft nicht wieder wählbaren Mitglieder vorgenommen, auch berichtete der Vorstand über Vorkommnisse und finanzielle Ergebnisse des mit dem l. Oktober zu Ende gegangenen Geschäftsjahrcö 1883,84. Dieser Bericht enthält Manches, was auch für weitere Kreise von Interesse sein dürfte, weshalb ich mir erlaube, Ihnen Einiges daraus mitzuthcilen. — Zunächst wird l'oustatirt, daß alle Anstalten der Ncligionsgesellschajt sich in befriedigender und erfolg׳ reicher Wirksamkeit befanden und die Bürgschaft einer steigenden Konsolidirung in sich tragen. Der NcligionSgescllschaft sind folgende zu den regelmäßigen Einnahmen nicht gehörende Legate und Zuwendungen zugeflosscn: Ein Legat von 1800 J6, das dem Reservefonds der Schule, der dadurch eine Höhe von 24 000 J6. erreicht hat, zu gewiesen wurde; zwei Frciplatze an der Realschule wurden gestiftet und dafür der reglcmentmäßige Betrag von je 2000 46. eingezahlt. — Ferner wurde ein Schnlgeldfonds von 2000 <./6 gestiftet, dessen Ertragnissc dazu verwendet tverdcn sollen, minderbemittelten Eltern die Zahlung des Schulgeldes zu erleichtern: endlich ist die Summe von 4000 <46 eiugcgangcn, um den Grundstock eines Unltrstütznngsfonds für Lehrer und Lehrerinnen der israelitischen Volksschule zu bilden. Um diese Beträge hat sich das Aktivkapital der Ncligiousgcscllschaft erhöht. -- Die durch testamentarische Verfügung der Gumpertz-Dann'schcn Eheleute errichteten Stiftungen sind vor Kurzem flüssig geworden und haben die Genehmigung Seiner Majestät des Kaisers erhalten. Es bestehen dicselbcit in einer Aussteuer- Stiftung zu Gunsten solcher unbemittelten Mädchen, welche die Prima der Realschule der Neligionsgesellschafr absolvirt haben; und einer Talmud-Thorastiftnng zum Zwecke des Thora-Unterrichts an junge Leute. Beide Stiftungen sind mit je 20 000 J6. dotirt, rvovon jedoch die Erbschaftsstcner abzugehcn hat. — Die Kultussektion — die Kultnslasse, die Synagogenkassc, die Fleischhallcu, das rituelle Bad, die Friedhofs- und Bcdek-Habajith- Kasse enthaltend — hatte eine lausen de Gcsammtcinnahme von rund 05 000 46 und eine Gesammtauögabc voll umb 50 000 <46., so daß solche noch einen Zuschuß an die Schule von 0000 leisten konnte. Die Schule hatte eine Ausgabe von 98 200 46.; inet, des obigen Zuschusses 9000 46 und der über 12 000 H. betragenden Mitgliedcrbciträgc zur Schulkassc, aber nur eine Einnahme von 92 000 so daß diese um 5700 46 hinter den Ausgaben zurückgeblieben sind. Trotzdem brauchte der Reservefonds der Schule nicht in Anspruch genominell zu werden, indem sich nur der Betriebsfonds der Schule lim obige Summe vermindert hat. Um die Einuahntc ztt erhöhen und die Kultnskassc in den Stand zu setzen, den ganzen erforderlichen Zllschuß zu leisten, werden die Preise der Shnagogenplätze etwas erhöht werden müssen. — Die Stiftnngsscktion, 10 vcrjchiedene Stiftungen umfassend, hatte eine laufende Einnähme voll 14400.15. und dagegen zu verausgaben 8000 , was einen Ueberschuß von 5800 <4/1 crgiebt. — Für die Bad-Baukasse sind weiter cillgegallgeu Gaben von 3000 <46, 500.4L. und 50 <46, so daß sich die Gesamlnteinnahmen für diesen Zweck aus 10 100 45. erhöhen, während die bis jetzt geleisteten Zahlungen 30 000 betrugen. Da diese Ausgaben der Herstellung einen dauernden Werth behalten, der Anlage gelten, sind solche nicht aus der laufenden Einnahme zu decken, und wird der Saldo dem Immobilien Konto zur Last geschrieben werden. — Der Werth der Effekten hat sich dlirch vortheilhaftcn Tausch um 2000 <46. erhöht, die drill allgenteiilen Reserve-Konto gnt gebracht wcrsen. — Auf die einzelnen Anstalten übergehend, wird zuerst bemerkt, daß die Synagoge fortführt, den gemeinsamen Anziehungspunkt für die Mitglieder zu bilden. Die Würde des Gottesdienstes entspringt bcm Anstandsgcfühle der Syilagogeubesucher. Der Chorgesaug, der so weseiltlich zl!r Hebung des Gottesdienstes beiträgt, geschieht nicht durch bezahlte Ehoristcn, sondern durch jüngere Mitglieder und Kinder, ivelchc sich dieser Fuuktiott mit aller-Hingebung unterziehen; kurz Verwaltung 1111b Publikum wetteifern in der Hochhaltnng des Gottesdicnstes. — Die Realschule fährt fort, die Jugend für Thora im Dereech Ercz heranzubilden und erfreut sich auf beiden Gebieten des besten Erfolges. Ihr reiht sich bestens die Volksschule an. die nach kaum dreijährigem Bestehen über l 50 Schüler und Schülcrinucn . zählt. — Die Mikweh, die schon in ihrer jetzigen Ansdehituug allen berechtigten Anforderungen entspricht und einen Kouisort, wie keine zweite ähnliche Anstalt, besitzt, wird bald durch Fertigstellung des im Umbau begrisfenen älteren Thciles für alle Eventualitäten ansreichende Größe gewinnen. — Das von Herrn Baron Wilhelm E. v. Rothschild gegründete und erhaltene und unserer Verwaltung unterstellte Georgine Sara von Nothschild'schc -Hospital entfaltet fortgesetzt eine gesegnete Wirksamkeit zu Gunsten arnter Kranken. — Die Kaschrnthanstalten verbinden Zweckmäßigkeit mit sorgfältiger Handhabung der rcltgiöscn Vorschriften. Die Fleisch- Hallen konsnmirtcn 1047 Ochsen, nahezu 14"/,» des städtischen Konsums von 12 507 Stück; es ist dies