Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 18 (1885)
- Issue
- Heft 3 (15.1.1885)
- Article
- Zur Geschichte der Juden in Mecklenburg
- Date
- 1885-01-15
- Page
- 37 (sequence 2)
- Language
- German
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37 ein Jude Michael in Peuzlin schon ein Jahr lang 511111 llebcrtritt zum 311bf!Ul)11nt bearbeitet. Dies war jedoch vergebens gewesen, bis Eleasar selbst im Anfang des M'onatS Februar, uni Lichtmeß nach Peuzlin lam und im Vereine mit Michael und einem Juden Jakob aus Rußland den Mönch bewog, daß er Jude ward.*) Eleasar reiste wieder nach Hause, Michael und Jakob aber zogen mit dem Mönch nach Friedland, wo ihm die Juden eine Mark aus ihrer Opferbüchse zur Zehrung schenkten. Hier bestürmten nun sämmtliche Inden den abtrünnigen Mönch, daß er ihnen eine geweihte Hostie verschaffe, und gaben Alle ihre Bereit- Willigkeit zu erkennen, den Kauf deS Sakraments durch Geld zu unterstützen. Auch die Juden zu Nobel gaben ihre Zustimmung zur Bestechung deS UeberläuserS, und der Jude Smarghe (Schemajah?) zu Parchim gab Rath und That um einen Goldgulden. Der Mönch weihte also eine Hostie und brachte sie selbst nach Sternberg, wohin Jakob gereist war, und nachdem Eleasar und Michael von einer Reise nach Schwerin zum Herzog MagnuS znrückgekehrt waren, nahmen diese drei Juden die Hostie in Empfang. Eine zweite große Hostie kauften die Juden von einer Ehristcnsrau zu Teterow für l<> Schillinge und beschnitten sie zur Form einer kleinen Hostie. Noch eine andere große Hostie erlangten die Inden zu Penzlin, nachdem der Mönch abgereist war, und behielten sie bei sich." (Hvrtsctznng folgt. - MihrrHuil. Talmndische Chrestomathie mit Anmerknngen, Scholien und Glossar:(., von Pr. Bernhard Fischer, Rabbiner. Leipzig! 881. Johann AmbrosiuS Barth. Der Nutzen dieser Ehrestomathie für das wirklich ernsthafte Studium des Talmuds dürfte sehr Zweifelhast sein. Auf HM Oktavseiten, die weit über die Hälfte von den Erklärungen in deutscher Sprache in Anspruch genommen sind, kann auch kaum annähernd ein genügender Leitfaden in das große Gebiet der Targnmim, deS Siphra, der Siphre und Mechilta, Mischna, Tosephta und Boraitha, der Midraschim und der Gemara geboten werden. Der Verfasser glaubt, für seine *') Wie höchst ungtcmblich klingt dies? Denn abgesehen davon, daß Jndcn grundsätzlich nie Prosclitc» machten und religionsgesetziich auch nicht machen dürfen, wäre cs geradezu wahnsinnig von Leuten gewesen, die froh waren, daß man sic nur leben ließ und duldete, inmitten einer Legion von Pfaffen und einer fanatischen Bevölkerung, so aggressiv mit allen Mitteln der Bersnchung einen Franziskancrmönch zu bekehren!! Arbeit das Verdienst in Anspruch nchmen zu können, zum ersten Male ein ausreichendes Lehrbuch zur Einführuug in die Methode des eigentlichen TalmudstudiuniS geboten zu haben. Er scheint mir aber auch dieses nicht erreicht zu haben. Wer an der Hand dieses Lehrbuchs in das Gebiet dcS Talmuds eindringen will, der wird auch nicht einen Schritt vorwärs kommen. Einige auSge ählte Lesestücke, selbst wenn siednrch die angefügten Noten und die Unterweisung eines Lehrers zum Verständniß und zur Aneignung gebracht werden könnten, reichen für diesen Zweck wahrlich nicht anS. Welcher Lehrer wollte es unternehmen, nach diesem Lehrbuche Talmud zu lehren? Der Verfasser hat offenbar für nichtjüdische Jünger geschrieben, die sich mit der talmudischen Literatur vertrant machen wollen, diese aber werden kaum etwas von ihm prositiren können. Wir halten den Zweck dieser Arbeit für durchaus verfehlt und verzichten deshalb auf eine Würdigung der Texterklürungen. Nur in Betreff der Scholien, welche als Einleitung in die einzelnen Bücher beigegeben sind, möchten wir eine kurze Bemerkung machen. Wenn dem Verfasser darum zu thnn ist, die nichtjüdische Welt mit dem jüdischen Schriftthnm bekannt zu machen —- eine an und für sich gewiß sehr lobenSwerthe Absicht — so hätte er sich doch angelegen sein lassen sollen, seinem Leserkreise begreiflich zu machen, als was dasselbe sich giebt, für was es gelten will und von dem jüdischen Volke, welches cS als seinen heiligsten und kostbarsten Schatz sich gerettet hat anS der Flucht der Jahrhunderte, gehalten wird. Er hätte sich aber nicht verleiten lassen dürfen, die fälschliche und wahrlich auch wissenschaftlich in keiner Weise begründete schiSmatische Sonderansicht einiger weniger neuerer kritischer Schriftsteller ohne jegliche Bemerkung als die einzig anerkannte und über jedem Zweifel erhabene Auffassung hier niederznlegen, so daß der unerfahrene Lernbegierige die Meinung gewinnen muß, diese sei die einzig richtige und von jeher rezipirte. Der sich Rabbiner nennende Verfasser giebt es z. B. als historisch feststehend, daß der Pentateuch erst von ESra, nach Ausscheidung deSjenigen. was die Parteien und Schulen hinzugesügt hatten, redigirt und kanonisirt worden sei. Abgesehen von der Negirnng der Echtheit und Göttlichkeit des Pentateuch, zu welcher sich der Verfasser bekennt, lehrt er hier etwas durchaus Unwahres und durch keine wissenschaftliche Begründung Erhärtetes. Der Leser lernt also nicht daö Wesen des jüdischen Schriftthnmwie es sich selbst giebt kennen, sondern nur die rein subjektive, durchaus falsche Meinung des Verfassers. X. Los Captifs, Drame jinleo-romaiii par Maurice Walch. Paris 1884. A. Durlaclier. Der Verfasser hat die. ergreifende Erzählung von