Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 18 (1885)
- Issue
- Heft 2 (8.1.1885)
- Article
- Die Lehrerversammlung zu Berlin
- Date
- 1885-01-08
- Page
- 20 (sequence 2)
- Language
- German
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20 kommission trage«, welche ans den ohne Zweifel stimmt lich höchst gediegenen Arbeiten die Quintessenz des Gediegcnsten gezogen hat. Eine ähnliche Stellung erklärte der Gcmeindcbund durch seinen Präsidenten, Sanitätsrath D1\ drifte 11 er, welcher zugleich Präsident der Versammlung jüdischer Neligionslehrer am 29. und :;0. v. Mts. zu Berlin war, auch zu den Beschlüssen dieser Versammlung einnehmen zu wollen. Derselbe hält cs sür sein Streben, die gesammte deutsche Judenheit zu repräscntircn, hinderlich, wenn er sich offen in das Lager der Reform begiebt. Ob der Wahrheit oder der Lüge gehuldigt wird, däS gilt ihm gleich. Er schlicht für sein Wirken für die jüdische Religion das religiöse Gebiet aus. — Daß solches vorgegeben werden kann, ist nicht das Traurigste, — daß solches geglaubt wird, ist tief betrübend und niedcrschlagend. Und da saßen nun die Herren Scminardircktorcn: Hol;mann- Berlin, Prager - Hannovcr, Stein-Kassel, Steinb e r g - Münster; ferner die -Herren S o m m c r - -Hannover, Fauerbach- Hildesheim, Dr. K r o n e r - Erfurt, Jakobs o h n - Leipzig, B l u m c 11 a 1! ־ Bielefeld, T r c u-Münster, Gntkind - Kassel, Cornelius- Rothenburg, 1)1׳. S a - mu el so h n - Breslau, I)r. Bloch- Posen, Di׳. Kirschft ein, Dr. Frankcl, Di׳. Ungerleider, Dr. M a h - baum׳Berlin, Professor Steinthal-Berlin, Dr. Cohn-Potsdam, Dr. Dam borg er-Königsberg, Dr. Werner-Danzig. Dr. Vogel ft ein-Stettin, Dr. Zucke r m a n d e l - Trier, Dr. E s ch c l b a ch c r - Bruchsal, E l s ä s s c r - Laupheim, Dr. B ä r w a l d - Frankfurt a. M., Klingcnstcin-Oberingclhiin zusammen und waren entschlossen, einen Normalplan für den Neligionsunterricht zu schaffen und nach der Mahnung des Herrn Professor Dr. Steinthal die spezielle religiöse Uebcrzcngnng nicht in die Debatte zu ziehen. (Fortsetzung folgt.) h. Ans dm Treidel! der ״pftiim." I. Gegenüber der stillen aber dafür desto emsigeren Thätigkeit der Missionsgcsellschaft, halte ich cs für eine Pflicht der jüdischen Presse, diese Thätigkeit zuweilen an das Tageslicht der Oessentlichkeit zu ziehen, damit eben auch unsererseits erkannt werde, wie wir dieser Mankwurssarbeit nicht mit verschränkten Armen Zusehen dürfen, vielmehr dem Treiben der Missionäre energisch cntgcgcntretcn müssen. Ein segensreicher Anfang ist dainit bereits in dem Vereine ״ E sr a s N i d a ch i m " in Jerusalem gemacht. Wie sehr dieser Verein ein - Bedürfniß, und wie noch mehr Bedürfnis; diesem Vereine größere Mitte! sind, möge der folgende Missionsaujnif lehren: ״Angesichts der so sehr zunehmenden Noth unter den Juden und der in Folge dessen an uns gelangten dringenden Gesuche, wünschen wir, das Werk der Versorgung in dem gelobten Lande in größerem Maßstabe zur Ausführung zu bringen. Eine unerträgliche Bedrückung vertreibt die Juden aus Rumänien, Rußland und anderen Ländern. Sic suchen im heiligen Lande den ihnen anderswo versagten Schutz. In Jerusalem giebt cs ungefähr 20000 Juden, von denen noch nicht ein Zehntel Arbeit erhalten kann. Ebenso giebt eS in Galiläa und sonst in Palästina viele Tausende, welche sich in großer Roth befinden. Wir bitten um Beiträge, um in Jerusalem, wo nahe zur Stadt Land sofort käuflich ist, Arbeit vergeben zu können, bis unsere Mittel uns in den Stand setzen, unseren Schützlingen zu Kolouien, unter ihrer eigenen Verantwortlichkeit, vcrhelfen zu können. Ebenso wünschen wir den jüdischen Familien in Galiläa, welche uns um unsere Unterstützung ersucht haben. Hülfe zu bringen, indem wir daselbst unter günstigen Bedingungen eine Niederlassung gründen; auch sür die Inden ans Cypern wollen wir in ansreichcndein Maße Sorge tragen. — Wir bitten die Spender um Angabe, für welchen dieser Zweige unserer Bestrebungen sie ihrc Gaben vcrwendet wissen wollen. Die Jahreszeit sür die Bestellung der Felder hat begonnen. Um uns den Ertrag der Ernte zu sichern und zu vermcidcu, daß wir sonst bis zur nächstfolgenden Ernte warten müßten, bitten wir um schleunigste Hülfe. ge;.: Shaftesbury, Präsident. E. A. Finn, Sekretär." Angesichts dieses Aufrufes, bedarf es wohl kaum noch der Bitte, dem Vereine ..Eras Nidachim" reichliche Spenden zukommen zu lassen. Bekanntlich nimmt Herr Rabbiner Dr. Hildesheimer in Berlin Gaben für diesen Verein in Empfang. (Auch wir erklären uns dazu bereit. Die Redaktion.) Aus der Mijstouskolonic Artus wird berichtet, daß endlich ein unanfechtbarer Besitztitcl dieser Kolonie erlangt worden sei und die ״Bevollmächtigten" eine Pction um die Erlaubniß, Häuser bauen zu dürjcn, nach Konstantinopel gesandt haben. Man hofft, durch den Einfluß angesehener Personen (des englischen Gcsandten?) diese Erlaubniß rasch zu erhalten. Es wird um einen ständigen Missionär für Artus dringend ersucht. Einem Berichte des Missionärs Ben Oliel aus Nom entnehme ich: ״Drei intelligente Inden sind momentan in einer Vorbereitnngsanstalt und machen daselbst außerordentliche Fortschritte in der Kenntniß des Evangeliums. Diese Anstalt ist nur ein temporärer