Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 18 (1885)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1885)
- Article
- Holland [Nachricht]
- Date
- 1885-01-01
- Page
- 12 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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glühen. Unser Streben in dieser Beziehung muß sich . kleiner und der Abfall von diesem Gesetze stets größer daraus konzeittrircn, innerhalb unserer Zeitvcrhälluisse werde; dann dürfen nur nicht mit einem resignirtcn mit offenem Auge die Gegenwart erfassend, die l)cran-! ״Gott bessere es" unser Der; erleichtern und in dieser wachsende Generation so heranzubitden, dag sie mit; Nesiguativn verharren. Genug wird Gott cs bessern, vollem Bewußtsein iu das öffentliche Vcbctt hinaus- | aber vorher n!rissen nur das Unsrigc zu dieser Bestetreten könne und nicht Gefahr laufe, den! ersten Anpralle der Versuchungen;1! erliegen. Dann, aber auch nur dann werden unsere Kinder gefeit sein gegen jede Versuchung von Junen und Außen, daun werden sie, wenn sie der Bearissichtignng des Elternhauses entrückt sind, nicht geblendet und verwirrt werden von den Erschcinnngcn, die sich ihnen aus dem Markte deS ösfcntliehen Lebens im Verkehre mit Andersgesinnten und Andersgläubigen darbieten. Und zu diesem hohen Ziele können wir nicht gelangen, wenn wir nur etwa den Religionsunterricht, um eS mit einem Worte zu bezeichnen, den Zcitanforderungen entsprechend, rcsormircn!vollten, wenn wir zu der Einsicht kämen, dag nicht auch jeder sogenannte ',Rcbbe" gut genug sei, unsere Jugend mit ihrer Aufgabe als Jchndim bekannt zu machen. Wir wären dann wohl einen Schritt weiter, als wir uns jetzt befinden, aber noch weit ab von dem Ziele, das wir zu erreichen haben. Vor Allem muß das Kind von der ersten Unterrichtsstunde an wissen, daß für es Hebräisch so obligatorisch ist. wie jede andere Disziplin, daß der jüdische llnterricht nicht gleichsam ein Anhängsel sei der profanen Bildung. Dann nuiß ihm dieser Unterricht nicht in einer schwer verdaulichen Weise gereicht werden; das Kind muß mit demselben Vergnügen an seine jüdische Stunde gehen, mit welchem cs auch Französisch und Englisch und Geschichte :c. lern!. Und ferner darf es nicht der Gefahr auSgcsctzt werden, daß in der Bildungsstätte, welcher cs zur Erlangnng allgemeiner .Kenntnisse anvcrtrant wird, den religiösen Anschauungen deS Elternhauses geradezu entgcgcngcarbeilet wird. Bezüglich deS letzten Punktes genügt wohl diese Andeutung דדי להבימא ברמיזה. — Ich habe mir für heute erlaubt, nur einige Mängel, wclche bei den gegenwärtigen Systemen des jüdischen Unterrichts direkt und indirekt hervortrctcn, stüchtig zu skizziren; über die positiven Vorzüge von jüdischen BildungSanstaltcn für die Gejammtausbildnng sind sehr wcrthvollc Arbeiten in den älteren Jahrgängen dieser Zeitschrift nicdcrgelegt. H Wir m nffcn zur Gründung solcher Anstalten übergehen, wenn wir nicht nur wollen, daß wir, sondern daß auch unsere Kinder dem traditionellen Jndcnthnmc erhalten bleiben, aber dann dürfen wir ::ich׳. unsere Hände in den Schooß legen und nur Nagen, wie leider die Kenntniß des jüdischen Gesetzes bei der Heranwachsenden Generation immer ״) Jeschurnn kV. und V. Jahrgang: ״Jur indischen Lchulfrage" von 1)r. iU. Hirsch; VIIl. Jahrgang: ״Die jiioi* sche Realschule u. s. w." von 1)1׳. Mendel Hirsch. rnng bcigctragen haben; tvenn wir, was ln unseren Kräften stand, geleistet haben, dann, für das Mehr, השלך על ה׳ יהבך. Erst müssen wir vor Ihn mit dem Bekenntnis; h'nureten könnet:עשינו מרו שגזרה עלינו, dann erst können wir die Bitte folgen lassen אך אהה עשה מה שהבמההנו. O c ft c r r c i cl) * il 11 ß a r n. |jj Wien, 2(i. Dezember. Die hiesige israelitische Gemeinde dürste gegenwärtig etwa 90 000 Mitglieder zähle!:. Es tritt daher an die Vorstehnng der Kultusgcnicinde die Nothivendigkeit heran, aus die Erwciterung des ihr von der Kommune zugewicscncn Thcilcs des Zentral-Friedhofcs Bedacht zu nehmen, und cs haben diesfalls die nöthigen Einleitungen begonnen. י Klus Mähren, 23. Dezember. Der Landesrabbiner von Mähren, Herr Abraham Placzek נע zu Boskowitz, ist hochbetagt verschieden. Derselbe war ein bedeutender Gelehrter und wcltersahrcncr Mann. ת׳נ׳צ׳ב׳ה. Dr. W. Pest, 7. Dezember. Der ״Kollektiv- Bericht" in Nr. 49 reprodnzirt eine Mittheilung des ״Budapcster Tageblatt", heute bringt dasselbe Organ (Nr. 21S, Seite 3) eine interessante Mittheilnng in derselben Assaire. — Das ״Tageblatt" schreibt: ״Wie :vir von guter Seile vernehmen, hat sich die Negierung bereit erklärt, au dem Gesetzentwnrse über die Reform des Oberhauses weitere Modifikationen vorzunchmen, wenn sie durch neuerliche Konzessionen ein Kompromiß erzielen kann. Die Negierung ist bereit, die Zahl der zu ernennenden Okrerhausmitglieder, :vclche nach dem Gesetzentwürfe '..* der gesammten Mitgliederzahl ansmachen darf, freiwillig aus zu. rednzircn, und ebenso ist sic geneigt, die Vertretung der Israeliten im Ober- Hanse ganz fallen zu lassen, wenn dadurch die Annahme der Vorlage gesichert erscheint/' — Soll ich hierzu noch einen Kommentar schreiben'? — 'O tempora 0 moros! Armes Ungarn, arme Inden! — Die Stellung des Herrn Ignaz Reich ist keineswegs erschütter!, er sitzt nagelfest und spottet Aller, die gegen ihn Stellung nehmen wollen. Er wird allen Angriffen gegenüber Sieger bleiben — und dann wehe euch, die ihr von dem Terrorismus Reichs euch befreien wolltet. — Wenn alle orthodoxen Zeitschriften, dem muthigen ״Jeschurnn" gleich, die gerechten Klagen gegen die Durchführungskommission aufnehmen, und dem allmächtigen Herrn Reich die Wahrheit mittheilten, könnte man ihn vielleicht ,;um Besseren bestimmen — doch das