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Jeschurun · 1884-11-20 · Heft 47 (20.11.1884) · p. 750

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Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 47 (20.11.1884)
Article
Türkei [Nachricht]
Date
1884-11-20
Page
750 (sequence 2)
Language
German
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750 mit <ill, S v umza mit 8.3<>, Jstjg mit .3.30, Droma mit 73, zv ti »a mit 28, (iaoalla mit 83 und cn 10־f op mit 3״ Jeden bcfdjränfc, aljo im Ganzen 37 8-k2 Seelen zähle. Mit Ausnahme von den Nudelt in Salonichi ist deren materielle Vafle eilte elende;u nennen. Sic widmen sich allen Randwerten und Gcschäften und scheuen keinerlei Arbeit. Aste n. lieber die jüdische Bevölkerung des Bezirks Mos ul in Wilajet Bagdad, berichtet der in der -Hauptstadt Mosul residirende französische Vizelonsnl, Herr Siouffi. der ״All. Jft.", daß in diesem Bezirke jüdische Gemeinden bestehen: in Mosnl mit 10«», Cfrbil mit 730, Zakho mit .310, N'askir mit 3«;.3, Rigan und Mnzurigc mit 3.30, Brisle, Saara. Spendar mit 3«»5, Zibar und - Snrdjize mit 3N», Eharasan mit 30.3, Akra mit 283, Sandur mit 23«>, De hol mit 20.3, Ehoch und l^ondok mit l7״,Bct-Nnri mit 80, 3£er׳aci mit i<> und Barach mit 2<> Seelen, im Ganzen 4732 Personcn, von welchen 1702 zu den notorisch Armen gezählt werben müssen. Sie beschäftigen sich mit Landbau, Wandel und Handwerk, besonders Weberei und Färberei. Mliil'ismns und Ändentknm. Aon Friedrich Roll. :'.'Ulc 1un MmUon.) Fortsetznugö Doch der Anstifter selbst stand int Dienst der össentliehen Sicherheit, Beweise verntochten sie nicht zn bringen, Zeugen fehlten und unsere Behörden —. Meine Mutter wünschte, daß mein Vater gleich am folgenden Morgen Karinka zn ihrer Schwester bringe, die in einer ziemlich entfernten Stadt verhcirathet war. Mein Vater hielt sic jedoch auch dort noch nicht gesichert, er hätte es vorgezogen, sie zu einer andern Verwandten ins Ausland zn bringen, doch dazu fehlte ihm der Auslandspaß. Mitternacht war längst vorüber, meine Schwester lag bereits in ruhigem Schlummer; doch meine Eltern dachten nicht daran, ihr Lager auszusnchen. Sie berathschlagten noch immer, was zu thun, als ein Pochen an der -Hansthür sie aufschrcckte. Wie erstarrt saßen Beide und lauschten mit angehaltenem Athcm. — Doch das Pochen ward lauter, ward stärker. ״Oejsnet! im Adamen des Gesetzes! öffnet! Oder wir sprengen die Thür!" Meine Mutter stieß einen Schrei ans, sie hatte vom Fenster ans eine Anzahl Bewaffneter gesehen, die vor dem Hause postirt waren. ״Das ist die Rache jenes Buben," flüsterte mein Vater und eilte in das Zimmer meiner Schwester, um mit ihr in den Keller zu eilen und von dort aus zu entfliehen. Doch die Hausthür war morsch; bevor mein Vater das Zimmer meiner Schwester erreicht hätte, war die Thür aufgespreugt und die Bewaffneten drangen in das Haus. '״Im Namen des Gesetzes, Nikolaus Herzkow, Sie sind verhaftet." ״Was habe ich verbrochen?" fragte mein Vater, ohne sich zur Wehr zn setzen, denn die Uebennacht war allzu groß. Doch die Leute wußten nicht, um was er sich handelte, sie waren nur das vollziehende Organ des Gesetzes. Laut jammernd umschlang meine Mutier ihren Gatten, doch die Rohen stießen sie zurück, daß sie zu Boden stürzte; daun fesselten sie meinen Vater und schleppten ihn fort — Herzkow hielt innc, ein schwerer Seufzer, fast ein Aechzcn entrang sich seiner Brust. ״Armer Freund," murmelte Lewinski, indem er dem durch die Erinnerung noch jetzt Erschütterten die Hand drückte. Nach einigen Minuten Schweigen fuhr -Herzkow fort: ״Sie bemitleiden mich und kennen doch nur den Anfang unseres Unglücks. — Ich will es nicht versuchen, den Jammer meiner Mutter, die Verzweiflung meiner Schwester zu schildern, ich erwähne nicht, was alles sie ansgeboten, um auch nur. zu erfahren, aus welchem Grunde die Verhaftung meines Vaters erfolgt. Nicht daß sie auch nur einen Moment gezweifelt, daß es sich um eine falsche Denunziation jenes Schurken gehandelt, aber sic vermochten auch nicht in Erfahrung! zu bringen, welches Vorwandes sich derselbe bedient! hatte. Und während all dieses Jammers der Meinen! verharrte ich in vollständiger Gemüthsruhe auf der; Hochschule, oblag meinen Studien, denn die -Herrlichen ' konnten sich nicht entschließen, mich von dem Entsetzlichen in Kenntnis; zu setzen. -Helfen hätte ich ja doch - nicht können, ich war Student, kaum Zwanzig Jahre . alt, und mit Hülfe'unserer Freunde und Verwandten ließen sie kein Mittel unversucht, das zur Besreiung : meines Vaters hätte jühreu können. Endlich machte meines Vaters Bruder den Vorschlag, daß Katiuka. sich persönlich an den Gouverneur wenden solle. Meine j Schwester war selbstverständlich sosort bereit, und mein! Onkel selbst geleitete sie zu bent obersten Machthaber | der Provinz. j Graf Paliowski war ein Mann in schon vorge- ■ rückten Jahren von ernstem, strengem Aeußcrn. Aust : merksam las er die Schrift, die mein Onkel von sach-! kundiger Hand hatte anssetzen lassen, doch sein Blick glitt auch hin und wieder über die Schrift hinweg auf . die jugendlich schöne Bittstelleriu, die sic ihm über-

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