Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1884)
- Issue
- Heft 47 (20.11.1884)
- Article
- Videant consules!
- Date
- 1884-11-20
- Page
- 745 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2932754-2933049-2933095-2959302--17213-2959356- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
M 47. Ieschttrrni. 745 h. Vidcaiit coiisuIps! A» die Adresse iiiisercr (s'Ialibcli-igcllosscli >» Tiid-Niißliilid. Der national jndisch-chrislgläubige Schwindel in Bessarabicn l siehe Xr.?>1 d. Bl.) hat die Aufmerlsamkeit der englischen Missions-Gesellschaft auf sich ge״ zogen. Nev. John Wilkinson, ein eifriges Mitglied derselben, ist mit Nabinowitch. dem Spiritus itciov ded Schwindels, in Korrespondenz getreten. Es handelt sich vorerst darum, ob Nabinowitch nach London kommen soll, um auch dort zu predigen und sich mit der MissionSgesellschaft in Verbindung zu fetzen, oder ob Wiltinson nach Kischineff reisen soll, nin sich von dem Stande der Sache daselbst zn übcrzcngcu; in letzterem Falle würde sich W. von dem Missionar Adler — dessen Vorfahren haben auch die Krcuzzüge nicht aktiv mitgemacht! - - begleiten lassen, da dieser der hebräischen, deutschen und englischen Sprache mächtig ist und auch das ..Geschäft" gut versieht. Aus eine Anfrage bezüglich der ersten Eventualität, hat Nabinowitch den folgenden Brief in hebräischer Sprache an Wilkinson gerichtet: ״Kischineff, 8. Oktober 1884. beliebter des Herrn und Bruder in Jesu, hochgcchrter John Wilkinson, — Du hast mein Herz entzückt mit Deinem Briefe und den gesandten Broschüren, welche ich gestern empfangen habe. Wer bin ich, das; ich so viel Gnade finde in Deinen Augen und in den Angcn der anderen Brüder? Der Herr belohne Dein Werk, und mögest Du selbst vollen Lohn empfangen von dem Herrn, dem Gotte Israels, dessen Schutz Du vertraust. Aulen. Nun will ich mich beeilen, Dein Schreiben zu beantworten. In nreinem ersten Briefe entwarf ich Dir ein treues vollständiges Bild des Werkes, welchem der Herr mein Her; zngcwcndct hat, ihill meine besten Kräfte zu widmen. Durch die Gnade Gottes, welche mir zu Theil wurde, gleiche ich dem Baumeister, grabend in der Tiefe der Herzen unserer jüdischen Brüder in Nußland, uln dort daS Fundamentzu legen, welches ist IesuS Ehr., 1!nd in ihnen einen Tempel dem heiliget! Gotte erstehen zu lassen; damit sie erkennen, daß sie Jesus sind, und daß IesuS ist GottcS. Es ist mir momentan unmöglich, Dir die Znsamrnenstcllnngen der Zahl Dem׳ zu senden, welche der Verkündigung des Evangeliums Jesus lauschen, Dir die Art und Weise ihres Gottesdienstes und ihre Liturgie zu beschreiben, denn so manche Hindernisse, die ich hier nicht nennen kann, umgeben uns noch von allen Seiten, die heiligen Steine sind anSgestrcnt ans allen Straßen, Durch die Gnade Gottes und seines Messias gewinne ich täglich mehr die Guns! der hohen Beamten unserer Negierung für mein Werk, und ich vertraue ans Ihn, der uns versprochen hat, daß ״die Söhne der Fremden werden ansbauen Deine Mauern und ihre Könige werden Dir dienen" und ״Du sollst Deine Mauern Heil nennen", daß es mir gar bald vergönnt sein wird, zn schauen, wie ein Tempel (volles sich erheben wird unter meinen Brüdern in Rußland. Ich habe dies bereits in meinem jüngsten Schreiben angedentet. Was nun meine Reise nach London betrifft, so bin ich dazu bereit, wenn Du im Interesse der Ansbreitnng des Evangeliums unter unseren jüdischen Brüdern eS für!vünschenswerth erachtest, daß ich zu Euch komme, um geistige Hülfe von Euch zu einpsangen und in unserem gemeinsamen Glauben gekrastigt zu werden. Ich bin bereit, wenn der Herr es null, sofort abznreisen, sobald ich ein Schreiben von Dir empfange mit einem Beit!age zu meinen nothwendigen Neiscausgaben für diesen langen Aufenthalt, sowie zum Unterhalt meiner Familie während drei Monaten; ungefähr 100 Pfund Sterling. Wenn ich in London sein werde, werden wir znsainmmen Rath pflegen, ans welche Weise!vir in Gemeinschaft in das Haus Gottes gehen können, und dann werde ich Dir mein ganzes Herz ansschüttcn. Und nun schließe ich mit den Worten deS heiligen Paulus (2. Korinther .IX, 10): .Der aber Samen giebt dem Sämann und Brod zur Speise, wird vermehren euren Samen und wachsen lassen die Früchte eurer Gerechtigkeit.׳ Dein Freund, welcher sich preist in dem gekreuzigten Iesunt Ehristnm. Joseph Nabinowitch. P. S. Bestelle meine besten Grüße Allen, welche streben nach den! Aufblühen und Wachsen deS HorncS Israels und der Tröstung von Zion und Jerusalem. Die Gnade unseres Herrn Iesum Ehristum sei mit Euch Allen. Amen." * * Nabinowitch ist also ein ganz gewöhnlicher Missionär, der, wie cs scheint, bis jetzt nur auf eigene Faust ״gearbeitet" hat; es ist zu befürchten, daß, wenn erst die Sovereigns der MissionSgesellschaft — es sichen ihr ja große Mittel zu Gebote, und sic ist auch nicht knauserig in Bewegung gesetzt wcrden, die verabschcuungswürdigc Seelenfäugcrci, unter welchem Nainen; auch immer, größere Dimensionen annchmcn könnte. —! Mögen deshalb die Herren Rabbiner und Gemeinde- Vorstände in den bedrohten Distrikten auf der Hut sein, daß in den Netzen, welche schon gesponnen, später, wenn sie ansgeworfeu, Niemand gefangen werde. בל ־■ המציל נפש אה ת מישראל ובו׳-- hier wird eine Seelenfüngerei cm gros geplant.