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Jeschurun · 1884-11-13 · Heft 46 (13.11.1884) · p. 732

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Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 46 (13.11.1884)
Article
Deutschland : Berlin, 6. November [Nachricht]
Date
1884-11-13
Page
732 (sequence 2)
Language
German
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732 fein wellenden Jahrhunderts, — jawohl cvlcmfyet, aber mit Il]r.n1lid1ten1. Taf die?)fcliflioit nichts, absolut nullt־? mit einer volitüchen Partei \\\ tIjttit hat. ift sctbnverüändlich. I och wollen e? unsere Gegner so mögen sie ihren Villen haben. Da hat am :31. Cftober der fieiireidic Kandidat der Dozial demotraten in Berlin, Herr Paul Dinger, bekanntlich ein Jude, folgende Zusehrist erhalten, welche im Original in der ״National׳- Zeit.׳.ng" enthalten in׳. ..Todesnnheil für den Inden Dinger. Da stirbst, verfluchter Ipig, wenn die Dozialdemolraten bei den Dlielnnahlen nicht für Dlöcker stintmen. Da׳? Messer ist sehon geschlissen! Hoch Deutsch-!and! Das Erekntivlomitee des E. iS. iS. Itzig 'raus. Jude Dchatmochel l'^j. Hep! Hep!" Zeh glaube, daß iel) weiter niclüehinznznfügen brauche. < >. Frankfurt a. M, -l. Noveinber. Nunmehr ist mit dem Abbruche des südlichen Theils unserer denltvitrdigen alten ..Iud'engasse" begonnen.!Dine Kornniissiou iü ernannt, die lnnstreichen Schnitzereien und Dehlonerarbeiten für die städtische Sammlung zu erhalten. Demnächst wird auch der Abbruch des nördliehen T heiles beginnen. Das sich hier befindliche Dtammhans der Familie von Rothschild soll möglicbst behutsam abgebrochen und daun im von Rothschild'schen Barke neu ansgerichtet werden. -l- OSnabriid, li. November. Der folgende Aall möge allen denen;11 bedenken geben, welche in dein Anschluß an die AnlivivisektionS Vereine eine Hülse gegen die unserer Dchäcluinstitntion drohende Gefahr;11 erblichen vermeinen. (ט־נ handelt sich um keinen ^eviiiaeren, als den Präsidenten des großen Dresdener Antiviviseknons Vereins und Führer der ganzen Be׳ tvegnng, um Herrn Ernst von Weber, welcher -in der von ihm redigirten Zeitschrift ..Thier- und Menschenfreund" einen ׳Artikel, — allerdings nicht uns seiner Feder, sondern ans der des Pfarrers Knrdt in Münster, was jedoch insofern gleichgültig ist, da ja Herr von Weber durch die Berössentlichnng jenes 'Artikels in seiner Zeitschrift sich ganz mit dem Inhalte desselben idemifizirt — veröffentlicht über die ..Menschenvivisellion eines I n den a r; t es." Dieser Indenarzt, Herr Nr. Pelz, hat eine Klage gegen Verfasser und Veröfsentlicher jenes Artikels, in welchem behauptet 'wird, daß jener Indennrzt", einen Schlosser O. D.. im scheintodten Zustande sezirt habe, erhoben. Das Gericht erkannte für Herrn v. Weber ans achtwöchentliche-Arrest-, für Herrn Knrdt ans scchswöchentliche Gejänguißstrase. l Anmerkung der Redaktion.) Herr Ernst von Weber schreibt in Bezug hieratts der ״National-Ztg.": .,׳Nicht ich habe den Artikel veröffentlicht und würde dies auch nie ge!hau haben ~ der Artikel ist vielmehr während meiner mehrmonatlichen Abwesenheit in England ohne mein Wissen und Willen in das Blatt gekommen und durch eine Verkettung besonderer unglücklicher Umstäitde ohne Zensur geblieben. Gegen das Unheil der Ferienstraslammer ist Revision eingelegt worden, die noch der Entscheidung harrt. Noch will ich hinznsngen, daß ich eilten Ausdruck wie ״Iudenarzl" nie gebraucht haben würde.") n׳. Posen, st. November. Mit Entrüstung und gerechtem Zorne las ich dieser Tage die antisemitische ״Germania". Es ekelte mich an, zu sehen, wie die Antisemiten Alles, Alles, und sei eS das Reinste und Edelste, mit dem giftigen Geifer ihres blinden Hasses zu beflecken!vagen. Da verschonen sie selbst die hehrste Tugend, das Muster der herrlichsten Menschenliebe nicht, da ist nichts ihnen heilig, da tasten sie sogar den ehrwürdigen, gottbegnadeten Greis an —- nnsern Montesiore. Wo die ganze Erde übcreinstimmt in ihrer Bewunderung für dm großen Sohn Israels, da wagt es die ״Germania" in Berlin, gegen ihn anszutreten. -Die schreibt, eS könne den Inden nicht verdacht werden, wenn sie den Inden Montesiore so sehr feierten, da er ja für sie sehr lhätig gewesen sei. Daß aber die christlichen Blätter ihm lobhudelten, das müsse sie durchaus mißbilligen. Wohl hätte sein Wirken auch hie und da einmal die Christen gestreift, aber von den Millionen des Juden seien doch nur vereinzelte Brosamen den Christen zu Gute gekommen. Wenn daher die christlichen Blätter den ,,internationalen" Inden, der doch geäußert habe, daß die Juden sich der Presst bemächtigen müßten, so verherrlichten, so sei dies wieder ein Zeichen, wie sehr sie mit er der j ü d i ן d) e 11 K necht s d) a f t ft änden. Wer wendet sich nicht voll gerechter Entrüstung ab, ob Jude oder Christ, wenn er sieht, mit welcher 1111versrorenheit man es wagt, den Mann anzntcisten, der nicht nur für seine Glaubensgenossen, sondern auch für seine nichtjüdischeil 'Brüder jederzeit ein ofsencS Herz und eine offene Hand gehabt hat -- wir erinnern nur an seine ׳Wirksamkeit für die Anshebnng der Leibeigcnschafl, an seine thatkrästige Sympathie für die Drusen n. s. w. Und daß er in jeder Bczichnng für das Wohl seiner Brüder gesorgt hat, das beweist eben sein Ausspruch, daß die Inden sich mit der Presse beschäftigen sollten, das heißt, daß .!e sich die profane Bildung aneigtten sollten, um sich selbst and) mit der Feder vertheidigcn zu können. -- Doch wozu soll id) den großen Mann noch vertheidigen der ״Germania" gegenüber . cS wäre dies höchstens eine Herab- Würdigung und Entehrung für ihn. Ich habe das Gesagte nur angeführt, um unsere Gegner zu karaklerisiren, ihre Mittel, ihre Objekte, ihre Zwecke. Da kann tind wird ]id) Jeder das Seinige zu Genüge denken. (Vergleiche hiermit die Stellung, welche der; Paps! eimummt unter ״Amsterdam." Änm. d. Red.)

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