Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1884)
- Issue
- Heft 44 (30.10.1884)
- Article
- Deutschland : Frankfurt a. M., 27. Oktober [Nachricht]
- Date
- 1884-10-30
- Page
- 699 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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bcm Jubilar übcrrcichcu lassen, deren Wortlaut wir j hier folgen lassen: j Sr. ׳v>orf)11nU)lj}cborc11 Sir Moses Moutesiore Bart :c.! London.! Hochwohlgeboreuer, hochzuverchrendcr Herr! Der ergebenst Unterzeichnete Vorstand der israetüitischen Oteligiousgcjelljchaft \1\ Frankfurt a. OJi. foU]t nur dem Drange der ausrichtigen Gesühle seiner Hochachtung und Verehrung, wenn derselbe Ew. Hoch׳ wohlgcboren bittet, diese schlichten Zeilen als schwachen Ausdruck seiner und seiner Gemeinde innigen An-- jchluß an die Segen lind -Heil wünschenden Gefühle cntgcgcnnehnlcn zu wollen, welche Ihr herannahender hundertjähriger Geburtstag ans weitem Erdenrund in der Brust aller jüdischen Genossen wachrusr. Ist doch die jüdische Welt gewohnt, in dem Namen Moutesiore das Bild der opsersrendigsten Menschen-- liebe, der thalkräsligslen Hingebung für die Rettung und HeitcSsördcrnng leidender und von Gesahr bcdrohtcr Brüder zu verehren, ist doch der Name Montefiorc der lebendigste Kommentar zu den: Gottes- Worte לא תעמד על דם רען und das weithin leuchtende Beispiel, wie ein edler jüdischer Mann die Mahnung salomonischer SprnehweiSheit (Prov. 54) zu begreifen und zu bethätigen weiß: הצל לקיחים למות ומטים להרג אם תהשוך und wird doch Ihr glorreiches und erfolgreiches Eintreten lind Auftreten für unter Druck und Verfolgung leidende Brüder für alle Zeit der zu gleichem LiebeSwerke für allgeinciues Interesse weckende älnfruf bleiben. Mögen Sie, hochverehrter Herr, sich der Gebensdaner der Patriarchen erfreuen und Ihnen deren ungetrübter Segen בכל מצל םל beschiedcn sein; mögen Sie die Zeit erleben, welche die Erfüllung der Wünsche bringen wird, die Sic in einem so langen Leben für das Heil der Menschen im Allgemeinen und für Ihrer Brüder Heil im Bcsondcrn ans Ihrem Herzen getragen, die Zeit, in welcher nach den Worten des Propheten: ״(Lottes Hand die Throne von jedem Angesicht trocknen und die Schmach seines Volles von der ganzen Erde hinwegnchmen wird." Mögen die guten Wünsche Alle in Erfüllung gehen, die jeder Menschenfreund und jeder Freund dcS jüdischen Heiles Ihnen zu Ihrem hundertjährigem Geburtstage znwcndct, und die wir, sowie die Geutcinde, die wir vertreten, ans vollem Herzen theilen. Mit aufrichtigster Hochachtung uud Verehrung! Der Vorstand der israelitischen NeligionS-Gesellschaft zu Frankfurt a. M. (Folgen die Unterschriften.) Frankfurt a. M., im Marchcschwan 5(345. M. tf. Würzdurg, 54. Oktober. Am 50. Oft. wurde das in diesem Jahre um 75000 Mart angetanste Gebäude seinerBestiminnng als Israelitische Lehrer׳ bildnngsanstatt übergeben. Die Einweihung war zwar eine einfache, aber doch eine rech! feierliche. In dem zur Aula umgewandelten festlich geschmückten Turnsaal hatten sich um l l Uhr die Eingeladcnen eingcfnnden. Die tgl. Negierung hatte ihren Vertreter in der Person des tgl. NegiernngSraths Bernau, die Stadt durch einen NechtSrath gesandt. Auch die Schulbehörde war vertreten, sowie die Krcisschnt- Inspektoren und noch viele Andere, die der Anstalt wohlwollend gesinnt sind. Ausfallend war, daß das Kuratorium nicht iu Corpora vertreten war. Nachdem ein Ehoral unter Leitung dcS Vorsängers. Herrn Lehmann, gesungen, nud ein Festgedicht von einem Seminaristen vorgctrageu, hielt der Vorstand der Anstalt, Herr Distrikts-Rabbiner Nathan Bambcrger, die Festrede, deren Hauptinhalt die Schilderung der seitherigen Geschichte der Anstalt war. Den Schluß der Rede bildete ein Gebet für Se. Majestät den König, woraus von den Seuiinaristen der Psalm 50 gesungen wurde. Int Namen des Lehrerkollegiums sprach darauf Herr Dr. Dachauer. Nach dem Schlnßgesange, womit die offizielle Feier endete, besichtigten sämmtliche Gäste die wirklich ausgezeichneten Räumlichkeiten der Anstalt. Im ersten Stock befindensich je zwei Lehr- und Arbcitssälc, im zweiten die sehr geräumigen Lchlassälc und eine hübsch eingerichtete Synagoge mit einem Almemor. Das Rnckgebändc enthält im Parterre den Turnsaal, im ersten Stock die Küche nebst Speisefaal, das Vorstands׳ und Lehrerzimmer n. s. w. Der untere Stock des Hauptgebäudes dient als Wohnung des Hausmeisters. Die Adaptirnngsarbeiten wurden nach Plänen des UniversitätSarchitckteu Lutz anSgeführt tind kosteten 5000 Mark. Nur allgemeines Lob hörte man und den Ausdruck der Zufriedenheit über die große Akquisition, die diese Anstalt gemacht. Wir schließen unfern Bericht mit den herzlichsten Wünschen für das Gedeihen der Anstalt/ -ü- A«6der Lauddrvstei Stade, 55.Oktober. In Gestemünde wurden vor Kurze!» die Vorsteher der Synagogengemeindc mit je 10 Mark Geldbuße belegt, weil sic die Bestattung einer Leiche von dem Krankenhausc zu Bremerhasen ans an einem Sonntag- Vormittage während des Gottesdienstes in der Kirche hatten vornehmen lassen, und der Leichenzng sich an der Kirche vorbeibewegte. Diese Strafansctznng wurde mit dem Hinweis ans die hannoversche Labbathordnnng vorn Jahre 1.S51 begründet. Es erregt hier allgemeines Befremden, das; die Königliche Staatsanwaltschuft eine solche Strafverfügung erlassen hat, da man sich nicht zu entsinnen weiß, daß jemals die Bccrdignug!nährend des sonntägigen Gottesdienstes beanstandet worden sei. Ich richte an Sie, geehrter Herr