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Jeschurun · 1884-10-23 · Heft 43 (23.10.1884) · p. 686

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Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 43 (23.10.1884)
Article
England : London, 19. Oktober [Nachricht]
Date
1884-10-23
Page
686 (sequence 2)
Language
German
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686 die?(brcffm von sünsnndzwanzig bcr iiröfitcn Qknicinbci: . Polens und Rußlands, sowie mehr als 90חח llmer; {djrijtcu enthaltendes Album. Der Einband ist ein . wahres Meisterwerk der Holzschneidekunst. Er enthält! aus der Vorderseite biblische Episoden nebst dem Familientrappen Sir Moses Montesiorc's, während ans der Rückscite' das Geburtsjahr und das hundertste Jubiläumsjahr verzeichnet sind. Im Album befindet sich außer den Adressen und Unterschriften noch ein wohlgelungenes Portrait des greisen Jubilars, sowie eine poetische hebräische von Herrn Gordon verfaßte Widmung. £ London, 17. Oktober. Sic Sie sich, gechrtcr -Herr Redakteur, wohl denken können, bildet die bevorstehende Montcfiorc - Feier den Hauptgcgenstand des Gesprächs und der Anfmerksamkeit der Londoner Judcnschaft Alles ist bemüht, Theil zu nehmen an dem allgemeinen Festtage. Versamtnlangen über Versammlungen werden von den verschiedenen Gemeinden gehalten zur Besprechung der Adressen, des Gottesdicnstcs :c. Es würde zu weit sührcn. all das anssührlich zu schildern, was für diesen Tag in Aussicht gcnomnicn. Ich werde seiner Zeit über das Wichtigste berichten. — Ter Mayor von Namsgatc veranstaltet Moutesivrc zu Ehren am 28. d. M. ein Banket in der St. George's Hall. Marokko. ||j Wie der in Tanger erscheinende ״N1'׳veil du Maroe" berichtet, hat der Sultan ans die Beschwerde des italienischen Gesandten ein besonderes Edikt zn Gllnstcn der Juden in Demnat erlassen, um dieselben gegen die Erpressungen des dortigen Gouverneurs zu schützen. Das Edikt hat folgenden Wortlaut: ״Lob sei Gott! Siegel des Sultans, den Gott erhöhe! Wir bringen hierdurch zur allgemeinen Kenntniß, daß wir alle Plackereien, denen die Juden in Demnat durch den Gouverneur dieses Platzes ausgesetzt sind, abgeschasft haben, und zwar die Verpflichtungen: 1) um an ihren: Sabbath für ihn zu arbeiten, 2) die schmutzigen Plätze zu reinigen, 3) schwere Gegenständeans dem Rücken zu tragen, 4) ohne Vergütung zn arbeiten, 5) ihre Frauen ohne Zustimmung ihrer Gatten arbeiten zu lassen, <>) ihm Wnaren zn liefern für die -Hälstc des Wcrthcs, 7) Ocl und andere Produkte von ihm ,;u nchinen zu Zeiten, wenn die Preise niedrig, und zn bczahlen, wenn dieselben hoch sind, 6) ihm ihre Lastthicrc kostenlos zur Benutzung zu überlassen. 9) falsches Geld von ihm gegen vollwcrthigcs cinznwcchsetn u. s. w." Die übrigen Artikel enthalten Kuriositäten gleicher Art. Der Gouverneur wechselte Donro's ein gegen 13 Dukaten und gab sic aus für 15 Dukaten, nahm die Wolle ihrer Schafe, die Häute ihrer Rinder, führte neue Steuern ein, stellte ihre Betten, Möbel u. s. w. zur Verfügung seiner Gäste. Zum Schluß bemerkt de, ״Rüvcii du Maroe", daß der Sultan, wenn man fiel an ihn selbst wende, stets die Klagen anhöre und Abhülfe schaffe. Ein glücklicher Wurf; Erzählung ans den: sechsten Dezennium des vorige! Jahrhunderts. Bon S. Kohn, Verfasser von ״Gabriel". (,'\crtev unlH׳ju;]U־ -•)uuiiM 11 ei wird mit aller -mu׳<׳ x>tvןclwerden. l!eK'Vi\1\u1uv:>1Cvlue 1'üVld:alK11 (Schluß.) Viertes Kapi! cl Das Unerlaubte und Verbotene erscheint immer schöner und begehrenswcrther als cs in der Thal ist. Viele Bachurim, die sonst gar keine Freunde des Kegclspiels gewesen, hatten sich gerade während der Zeit, wo cS mit dem Interdikt belegt war, wie mit magischer Gewalt von diesem angezogcn gefühlt. Diese Erlaubuiß allein verbreitete eine solche Befriedigung, daß die Bachur'm, von derselben nur den bescheidensten Gebrauch machten Aber das Kegclspiel blieb nicht lange unangcsochten. Nach dem Hubertsburger Frieden, der am 15. Februar 1763 den siebeiijährigen Krieg beendete, waren in Böhmen. . namentlich aber in Prag und ganz bcsonders bei der jüdischen Bevölkerung, höchst ungünstige Verhältnisse eingctrctcn. Die Juden, vom Grundbesitze und dadurch auch vom Ackerbau durch das Gesetz, von: Handwerkerstände mehr noch durch Unduldsamkeit und bodculosc Deschränlthcit als durch staatliche Bestimmungen ausgeschlossen, waren lediglich ans den Handel angewiesen. Der Bauer konnte doch noch immerhin mühsam den! Boden das abringcn, was er zu seinem bescheidenen Lebensunterhalte bedurfte, — der Beamte bezog nach wie vor sein festes Gehalt, — der Hausbesitzer war zwar allerdings gezwungen, die Micthziusc zn ermäßigen, allein er besaß doch immerhin ein bestimintcs sicheres Einkommen - — jene Handwerker, welche für des Lebens nnabwcislichc Bedürfnisse arbeiteten, wurden! denn doch, wenn auch in minderem Grade als früher, j beschäftigt; — mit einem Worte, nichts tag so dar-! nieder als der Handel. Der größte Theil der Prager ’ Judcngemcindc war während des siebenjährigen Krieges 1 verarmt. Die jüdischen Kaufleute hatten während dieser l langen Zeit nicht nur wenig oder gar nichts ver-! dient, sondern sic hatten auch an ihrem Vermögen! schwere Einbußen erlitten. Der Verkehr mit dem Aus-! lande und den anderen Theilcn des großen Staates

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