Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1884)
- Issue
- Heft 43 (23.10.1884)
- Article
- Adresse des Landrabbiner und des Vorstandes der Synagogengemeinde Hannover an Sir Moses Montefiore zum 8. Marcheschwan 5645
- Date
- 1884-10-23
- Page
- 681 (sequence 1)
- Language
- German
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M 43. Jeschrirmr. 681 Adresse de!) ^anöralUititoc und des BorÜandcs der nn a t\ 0 1ן eng enternde -.Hannover an Kir Moseo ^tcviiltilorc )Um S. Marcheschwan .r>r45. דהירלז H 0 ch v c r c () x i c st c r H c 1* r! Mit tiesgcfühltcm Danke gegen den Allgütigcn begrüßen Aiillioncn den Tag, an welchem Sie, wunderbar von der gnadenreichen Hand Gottes geleitet, volle hundert Jahre eines im Ruhmesglanze erstrahlenden Lebens zurnckgclegt haben. Durch Ihre anfopscrnde Menschenliebe, durch Ihr unermüdliches Schaffen und Wirken für das Wohl der Unterdrückten haben Sie sich die Liebe, die Hochachtung Aller erobert, so daß nicht nur Ihre Glaubensgenossen, sondern alle edeldenkenden Menschen in bcgcistcrnngSvvllcr Verehrung zu Ihnen emporschauen und wie in den Hütten der Armen, so in den Palästen der Neichen ein Jeder vor dem Namen Mvses Montefiore ehrfurchtsvoll das Haupt beugt. Uno Israeliten aber muß cs nrit ganz bcsondereur Stolze und der begluckendsten Freude erfüllen, auf einen solchen Sohn unseres Volles, auf einen ehr׳ würdigen Patriarchen in unserer Mitte Hinweisen zu dürfen, welcher in rastlosem Eifer, vor keiner Gefahr, keinem Hindcrniß znrückschrcckend, in allen Zeiten seines langen Lebens für das Recht der Unterdrückten eingetreten ist und dadurch den )tauten seines Gottes geheiligt und seinen Glauben zu Ehren gebracht hat. Unter den vielen Segenswünschen, welche Ihnen, hoch׳ verehrter Herr, heute aus allen Wcltthcilen entgegen gebracht werden, bitten wir, auch unsere innigen und herzlichen Glückwünsche wohlwollend cntgcgcnzunchmcn. Wie der Allgütigc bisher das Flehen der Unzähligen, die Ihren Bemühungen ein menschenwürdiges Dasein verdanken, erhört und Ihren! Leben Seine Gnade und Seinen Segen hat zu Thcil werden lassen, so möge Seine Huld auch fernerhin Ihr uns Allen lhcurcs Dasein beschirmen. Möge Er durch weitere Bcrnichrung Ihrer Lebenslage an Ihnen ein besonderes Zeichen Seiner Gnade und Huld der Menschheit offenbaren, möge Er Sic die Zeit schauen lassen, der Sie durch Ihr segensreiches Wirten vorgearbeitet, der Sic den Dienst Ihres Lebens gewidmet haben, die Zeit, wo allüberall in allen Orten und Ländern Verfolgung und Bedrückung geschwunden ist, wo Liebe und Eintracht alle Bewohner, welch' Glaubens sie auch seien, umschließt. Gott erhalte Sie noch viele Jahre in körperlicher und geistiger Frische, Israel zum Segen, der Menschheit zum Heil. In Ehrerbictinig und Hochachtung verharren Marchcschwan ü<>43. Han novcr ' Oktober 1884. LairdrMmer u. Borstand der Shüngogeugemcillde: Dr. Gronemann. Dr. Eohen. Jnlins Kanssmann. Bensch. A. Moll in g. Meyerhof. Kvrrcspondcllzcn imb Niiclinlhtcil. Dentschla n d. * Berlin, 19. Oktober. Folgendermaßen lautet der ״Post" zufolge der Erlaß des Knltnsnmnstcrs v. Goß!er an das König!. Provinzial-Schnlkolleginm zu Königsberg vom 18. Inn! 1884: ״Der Bericht des König! Provinzial-Schnlkolleginms vom 24. Juli 1883, betreffend die Ucbelstände, welche ans dem Nichtschreiben jüdischer Schüler an! Sonnabend für den Unterricht entstehen, hat mir Veranlassung gegeben, sämmtlichc Provinzial-Schnllollcgien zur Acnßerung anfznsordern über die Beobachtungen, welche dieselben an den höheren Schulen ihres Ressorts in dieser Bc- Ziehung gemacht haben. — In den eingcgangcnen Bcrichten wird nicht in Abrede gestellt, daß ans dem Nichtschrcibcn jüdischer Schüler für die Regelung des Unterrichts an! Sonnabend in mancher Hinsicht Erschwcrnngen erwachsen: aber die mciftat Provinzial- Schulkottcgicn, darunter auch solche, in deren Anfsichtsbezirken die jüdischen Schüler einen höheren Prozentsalz der Gesamnttsregncn; ansmachcn, sind doch der Ansicht, daß diese Schwierigkeiten sich ohne Anordnung besonderer Maßregeln überwinden lassen, und sprechen sich deshalb für die fernere Beibehaltung der bisherigen Bestimmungen ans. — Da ich den für diese ׳Auffassung geltend gemachten Erwägungen nur beistimmen kann, so muß ich Bedenken tragen, dein Anträge des König!. Provinzial-Tchulkollegiums ans Abänderung der durch die Verfügung vom ü. Mai 1859 und von! 30. Januar 1809 (Wiese 1, 148) getroffenen Anordnungen Folge zu geben: vielmehr muß ich cmnehmen, daß der geregelte Gang hinreichcnd gesichert bleibt, wenn einerseits die angezogcncn Bestimmungen über Dispensation vom Besuch des Unterrichts oder vom Schreiben am Sonnabend vorschriftsmäßig gehandhabt und bei der Einholung derselben die Ettern von den Direktoren ausdrücklich darauf hingcwicsen werden, daß die Schule keine Verantwortung für die ans derartigen DiSpensationen bei den betreffenden Schülern entstehenden Folgen übernimmt, und wenn andererseits alle 'über das gestattete Maß hi!;ausgehenden )Forderungen der