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Jeschurun · 1884-10-23 · Heft 43 (23.10.1884) · p. 679

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Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 43 (23.10.1884)
Article
Ferman des Sultans Abd ul Medschid an den Ober-Kadi von Konstantinopel in Betreff der gegen die Juden erhobenen Anklage
Date
1884-10-23
Page
679 (sequence 2)
Language
German
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6 diesem Grunde, und geleitet von Unsrer Liebe zu allen Unseren Unterthancn, verbieten Wir, die jüdische Nation (deren Unschuld anerkannt worden) durch irgend eine Anklage, die nicht begründet ist, zu beunruhigen und zu quälen; und in Gemäßheit des zu Gulhanc proklamirtcn HattischcrifS werden . die Personen dieses Glaubens dieselben Rechte genießen, wie die anderen Unsrer Macht unterworfenen Nationen. Die jüdische Nation wird geschützt und vcrthcidigt werden. Dem׳ zufolge haben wir gemessene Befehle gegeben, daß die Juden in allen Theilcn Unsres Reiches ebenso geschützt werden wie die anderen Unterthancn der Hohen Pforte, und daß sie in keiner Weise in der freien Ausübung ihres Kultus, noch in dem was ihre Sicherheit und ihre Ruhe betrifft ohne begründete Ursache beunruhigt werden. Dazu soll der gegenwärtige Ferman, der an der Spitze mit Unserem Handsicgcl geziert ist und aus Unserer Kaiserlichen Kanzlei ausgeht, der jüdischen Nation übergeben werden, Du, obengenannter Kadi, handele, nachdem Du Kenntniß von dem Inhalt dieses Fermans genommen, in Gcmäßhcir dessen was er vorschreibt, trage ihn in die Archive des Gerichtshofes ein, übergieb ihn sodann der jüdischen Nation und sorge dafür, daß Unsere Befehle vollzogen werden, denn dieser Ferman ist Unser Oberherrlicher Wille. Geschehen zu Konstantinopel, den 2tcn Namasan 125(5 (6. 'November 1840)." Aeier in der portngiess scheu Synagoge zu London;n Ehren des aus dem Grient lieimgelieljrten Sir Moses MonLesiore am 8. Mär; 1841. Ein Augenzeuge berichtet über diesen Dankgottcsdienst in der derzeitigen ״Allgemeinen Zeitung des Jndcnthums״ folgendermaßen: Am 8. März fand hier in der Synagoge der spanischen und portugiesischen Israeliten ein feierlicher Gottesdienst statt, dem Herrn für den glücklichen Erfolg, den Sir Moses Montcfiore'S Reise nach dem Orient gehabt, zu danken. Bor den Thüren der Synagoge fand ich ein beträchtliches Gedränge ärmerer Israeliten, welche den edlen Vertheidigcr ihres Glaubens wenigstcns sehen wollten. Im Vorhofe waren Kinder und die Almosengäugcr der jüdischen Gemeinde versammelt. Man wurde nur auf Vorzeigung eines Entrecbillcts eingelassen, von denen ich eines nur.mit Mühe erlangt hatte. Die Synagoge war glänzend erleuchtet und angemessen gefüllt, die Damen, wie gewöhnlich, aus dem Chore. Alle israelitischen Gentlenren der Stadt waren gegenwärtig. Ich bemerkte unter Anderen den Baron Rothschild mit mehreren Gliedern seiner Familie, den Sherif SalomonS, Herrn Goldsmith, d'Israeli ff. 9 Um drei Uhr erschien Sir MoseS Montcfiore, und der Gottesdienst begann. Lady Montcfiore war ebenfalls gegenwärtig und saß neben ihrer Schwester, der Baronin Rothschild. Der Gottesdienst war hebräisch, doch wurden Bücher, welche den Tc).t aus der einen, die Ucbersetzung aus der andern Seite hatten, vertheilt. Der GolteSdienst dauerte von drei Uhr bis halb sechs, und bestand meist ans Gesängen. Eine Anzahl Spenden für die Armen wurde bemcldct, unter Anderen die des Sir Moses von l 00 Guineen, die gesammte Summe muß sehr beträchtlich gewesen sein, und wird an alle Armen der Synagogen Londons verthcilt. Der ehrwürdige Herr De Sola hielt die Predigt. Natürlich war der Gegonstand derselben die hochherzige That des Sir MoseS, der mit ungebeugtem Mnthe alle Gefahren und Hindernisse überwunden, mit nnermüdetem Eifer die Sache der Unterdrückten geführt, mit ungeschwächter Ausdauer unvorhergesehene Schwierigkeiten beseitigt, und allein mit den Waffen der Gerechtigkeit und Vernunft versehen, den erfolgreichsten Sieg erfochten hat. Er sei zurückgekchrt, nachdem er nur Segen verbreitet, und nur Frcudeuthränen hervorgerufen. Die Juden zu Damaskus haben sich in Frieden in ihrer Synagoge versammeln können, ihren Wohlthäter zu segnen, die türkischen Juden seien nun zu allen bürgerlichen und religiösen Rechten zugelassen, und nicht fern sei die Zeit, wo auch in anderen Gegenden dasselbe Ziel erreicht werden würde. Hätte bis jetzt die Verschiedenheit der Sprache den 300 000 Guben im ottomanischen Reiche ein Hinderniß in den Weg gelegt, so wäre jetzt die türkische Sprache in allen Schulen derselben eingeführt worden, und ihre Kinder werden noch in späten Zeiten Sir Moses Montcfiore segnen, als das Instrument ihrer Befreiung. Sir Moses' Name gehörte fortan der Geschichte an. Sein und seiner Gattin Ruhm wird der Nachkommenschaft überliefert werden. Die Predigt schloß nüt einem tiefgefühlten Segensspnich über die Königin, ״unter deren milden Herrschaft Israel immer Schutz gesunden," über deren ״weise und freisinnige Minister, die ihnen in der Befreinng ihrer verfolgten Brüder geholfen," über ,.jede Person, welches Glaubens oder Volkes," die mit den Duldern von NhoduS und Damaskus sympathisirte. Der Redner hatte einen wahrhaften Erfolg, denn alle Zuhörer fühlten sich von den Gefühlen der Menschlichkcit ergriffen, denen man eine größere Verbreitung noch immer zu wünschen hat. Der Gottesdienst endete mit einer Hymne zu Ehren des Sir MoseS und der Lady Montefiore. Das Programm der Feier lautete also: ״Order of Service to be observed in tlie (ק״ק שער השמים) Synagogue of spanish and portuguese Je%vs, Bevis Marks, on Monday, tbe

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