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Jeschurun · 1884-10-23 · Heft 43 (23.10.1884) · p. 678

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Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 43 (23.10.1884)
Article
Ferman des Vizekönigs von Egypten, Mehemed Ali, an den Gouverneur von Syrien, Scherif Pascha, vom 29. August 1840
Date
1884-10-23
Page
678 (sequence 2)
Language
German
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678 Aubtcnj des Oit?Stofeo Mo n kok o re Oct dem Suklan Abd uk Medschid;»r xonllantinoxet am 28. HKLoLer 1846. Syrien war inzwischen wieder dem Sultan zugefallen. -- Ter Ferman hatte gewirkt. Die nach nicht gestorbenen Gefangenen waren aus dem Gefängnisse entlassen worden. Sir Moses Montesiorc wollte aber ein höheres. Ls sollte die Möglichkeit einer Wiederholnng der schändlichen Blutanklagc für die Zukunft ausgeschlossen fein. Er begab sich deshalb nach Kon׳ stanlinopcl und erlangte eine Audienz bei dein Sultan, von welcher damals in der Allgemeinen Zeitung des Jiidenthums" die folgende Schilderung gegeben ist: .,Sir MoscS Montefiore hatte nach seiner Ankunft bei Sr. Excellenz Ncschid-Pascha, Minister des Auswürligcn, um eine Audienz beim Sultan nachgcsncht, um Sc. Herrlichkeit für die den Israeliten von Nhodus geübte Gerechtigkeit zu danken, und um. einen gleichen Ferman zu Gunsten der Juden von Damaskus, denen cs ebenso, wie den crftcra!, Nothwendiglcit geworden, sich von der Anschuldigung jenes gehässigen VorurtheilS zn reinigen, zu erbitten. Se. Erretten; antwortete günstig ans dicse Gesuche und bemerkte, daß. wenn Damaskus in der Gewalt des Sultans gewesen wäre, den Opfern die ivciteste Gerechtigkeit geschehen wäre. Das Fest des Namasan hatte indes: angcfangen. bevor die Audienz bewilligt war; inan dachte allgctnein, daß sic erst nach dem Ende der Fasten, die dreißig Tage dauern, stattsindcn würde. Sir Moses Montefiore wurde dcmnngeachtct den dritten Namasan 11?5!i (28. Oktober) zum Palast von Bahiek-Tasch gefordert. Er begab sich dahin mit Herrn Georg Samuel, Herrn Dr. W. Virc, Herrn Löwe, und Herrn F. Pisani, erstem Dragoman der englischen Grsandtschast. Bei ihrer Ankunft wurden sie von einer Ehrenwache begrüßt. Sic wurden hernach mit ganz orientalischem Pompe cingcsnhrt, und von einer militärischen Musik begleitet, in eine Abtheilung des Palastes, wo sie Ncschid-Pascha und Nizza-Pascha erwarteten. Hier!wartete man ihnen mit Pfeifen und Kaffee ans. Einige Augenblicke nachher zeigte ihnen ein Offizier an, daß Sr. Kaiserliche Hoheit sie zu empfangen bereit wäre. Bon einer großen Anzahl Offiziere wurden sie durch einen prächtigen Garten in den großen Andicnzsaal geführt, wo sie Se. Herrlichkeit sitzend fanden. Sir MvseS verlas eine Rede, um seinen Zweck auseinander zn setzen, welche von dem Dragoman in's Türkische übersetzt ward. Abd ul Medschid sprach folgende Autwort, welche von einem Offiziere sofort nicdergcsebriebcn, und dem Sir Moses von Ncschid Pascha übergeben wurde: ״Ich bin vollkommen befriedigt durch die Mitthcilung, welche die Deputation nur geniacht, und durch die Gesinnungen, die sie gegen mich ausgesprochen hat. Ich habe die Nachricht von den Ereignissen in Damaskus mit großer Betrübnis; vernommen, versuchte aber, der jüdischen Natioit eine Gcnngthuung dadurch zu geben, daß ich befahl, es solle in der Sache von Nhodus Gerechtigkeit geschehen. Die israelitische Nation wird immer denselben Schutz und dieselben Bortheilc genießen, wie die andern Unterthanen nteincs Reichs. Ich werde der Deputation bewilligen, was sie von mir verlangt hat. Ich weiß, meine Herren, die nienschensreundlichen Gesinnungen zu würdigen, welche sie in diese vauptstadt geführt haben." Nach diesen Worten lud Se. Herrlichkeit den Sir Moses ein. sich zu nähern. Hierauf verlangte der Sultan von ihm die Borstettnng der Personen, welche ihn begleitet hatten. Die Deputation zog sich alsdann zurück, und wurde in einen beit ach barten Saal geführt, wo mau mit Sorbet ausivartetc, und die Minister ihre Glückwünsche darbrarhteu. Alsdann wurde sie mit dentjelbcn Zeremoniell aus dem Palaste geführt, unter dem sie in diesen eingctrctcn. Aerman de- Sultan Abd nl Medschid an den Gber-Aadi von Aonltantinopel in Sletresf der gegen die Inden erlZokenen Anklage. Au der Spitze war von des Sultans'eigener Hand geschrieben: ״Was in diesem Ferman befohlen., worden, soll vollzogen werden." ״Es herrschte ein altes Borurtheil gegen die Juden. Die Unwissenden glaubten, daß die 3aber den Gebrauch hätten, ein menschliches Geschöpf zn opfern, um sich bei ihrem Peßachfeste seines Blutes zu bedienen. In Folge dieses BorurtHeils wurden die Juden von Damaskns und Nhodus (die Unterthanen unsres Neiches sind) von Personen anderer Nationen verfolgt. Die gegen dieselben verbreiteten Berlänmdnngcn und die Bcrfolgnugeu, die sic erlitten, sind zu Unsrer Kcuntniß gekommen. Mehrere Juden von Nhodus, die dieses eingebildeten Verbrechens angcklagt waren, sind unlängst von dieser Insel nach Konstauliuopel gebracht, hier nach den neuen Gesetzen gerichtet und für völlig 1111־ schuldig erkannt worden. So ist alles in Bezug auf sic geschehen, was die Gerechtigkeit und Billigkeit verlaugten. Außerdem sind die Neligiousbücher der Hebräer durch in der Theologie erfahrene Gelehrte geprüft worden. Aus dieser Prüfling ging hervor, daß es den Inden nicht allein des Meuschenblntes, sondern sogar des Blutes der Thiere sich zu bedienen streng verboten ist: was deutlich erweist, daß die Anklagen gegen sie und ihren Glauben rein Berlänmdnngcn sind. Aus

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