Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1884-10-23 · Heft 43 (23.10.1884) · p. 677

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 43 (23.10.1884)
Article
Rede des Sir Moses Montefiore in der Versammlung der Londoner Judenschaft am 23. Juni 1840
Date
1884-10-23
Page
677 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2932754-2933049-2933091-2958983--16981-2959033
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

677 Manne 1ן111ו1)'1ן die Lösung seiner edlen Aufgabe in glänzendster Weise und seines Namen wird fortan gedacht auf dem weiten Erdcnrunde. Adresse der. Sir Mosec. Monleliore an Meljemed Ali, Mzeüärng von Hgnpten, vom 4. August KS4<K Damaskus stand damals unter egyptischcr Bot- Mäßigkeit. Sir Moses Moiilcsiorc suchte deshalb in Alexandrien einen Fcrmau zu erwirken, um denn Winhen des damaszenischen Pascha ein Ende zu setzen und eine gerechte Behandlung der Angelegenheit herbeizuführen. Diese Adresse hat folgenden Wortlaut: ״Nachdem wir in Europa von den gegen einige zu Ew. Hoheit Unterthanen gehörige Inden in DaniaSknS ergangenen Beschuldigungen gehört, sowie von den ihnen angcthancn Martern und Qualen, um Bekenntnisse von ihnen zu erzwingen, und da wir wissen, daß unsere Religion,. das Verbrechen, dessen man sie beschuldigt, nicht nur nicht sanktionirt, sondern uns auch lehrt, den Gebrauch deS Bluts auf's Aenßerste zu verabschencn, sind!vir von unfern Glaubensgenossen in Europa abgesandt worden, um be! Ew. -Hoheit um Gerechtigkeit zu bitten. Mit dem größten Vergnügen haben wir erfahren, daß Ew. -Hoheit, sobald sic von den angewandten Foltevit unterrichtet waren, sofort Befehle gaben, solche einzn stellen. Wir kominen daher mit der sichersten Ucberzengnng, daß Ew. -Hoheit, so hoch berühmt in Europa wegen Ihrer Tapferkeit im Felde, Ihrer Weisheit im Rat he und Ihrer Duldsamkeit gegen alle guten Untcrlhaucn ohne Unterschied, mit Ihrer gewohnten Gute unstr Gesuch gewähren wird. Wir kommen ohne -Haß, ohne Leidenschaft, lediglich mit dem aufrichtigen Begehren die Wahrheit an'S Vicht zu dringen. Demnach ergeht unsere Bitte an Ew. -Hoheit, uns die Befugnis; zu rrtheilen, nach Damaskus zu gehen, dort solche Untersuchungen anzustellen, die zur Erlaugung hinlänglicher Evidenz in Betreff derjenigen Anschuldignugen, welche die gcsammtc jüdische Bevölkerung jener Stadt in bisher unerhörte Veidcn gebracht haben, leiten können, und daß das- Ergebnis; solcher Untersnchung amtlich von dem Gouverneur von Damaskus bestätigt und Ew. Hoheit vorgckegt werde. Daß Ew. -Hoheit nnS außerdem die Mittel, diese Auskunft zu erlangen, erleichtern möge, sowie freies Geleit gewähren für die zu misrcr Mission gehörigen Personen, völlige Sicherheit für alle Parteien, die Nachwcisuugcn crthcilen, die Erlaubnis;, die Gesängeneu so oft!vie nvthig zu sprechen und zu befragen, und daß Ew. Hoheit Autorität und Ertanbniß durch einen besonderu, in hiesigen Archiven eingetragenen, amtlich dem Gouverneur von Damaskus zuznsendenden und dort öffentlich in den Straßen anSzurrisenden Fcrmau in Anwendung gebracht werde. Es sei nnS erlaubt hinznznfügcu, daß die Augen von ganz Europa ans Ew. Hoheit gerichtet sind, und daß die Gewährung unseres Gesuchs der gesummten zivilisirten Welt erfreulich sein wird. Es ist bekannt, daß der Fürst, der so vielen Ruhm erlangt hat. die Gerechtigkeit noch höher schätzt. Es ist eine.Huldigung Ihres Geistes, Ihrer Wahrheitsliebe. Ihrer GcrcchtigkcitSliebe, die diese Deputation von allen Israeliten der Erde veranlaßt hat, mit Bertraucu an Ew. Hoheit zu appclliren, im Bewußtsein, daß diese Appellation nicht vergeblich sein kann. A l c x a n d r i c n, 4. August 1840. SWofc M 0111cfi orc. I-erman der. ^?izeliönigr. von Egypten, Mchemed Ali, an den E,onvcr1n׳nr von Syrien, Scherif Mascha, vom Bl. August 1840. Man hat uns eine Vorstellung der -Herren MoseS Montcfiorc und Erc-mieux cmgcreicht, welche deren Bitten und Hosfnnngcu enthält. 2׳ft sind abseitcn aller der sich zur Mosaischen Religion bekennenden Europäer zu nnS abgesandt worden. Sic bitten 11115, diejenigen ihrer NeligionSgcnossen, welche in Folge der Untersuchung über das Verschwinden des Paters Thomas und seines Dieners Ibrahim im Monate Dsy'lidge 1255, verhaftet sind, durch unscrn Befehl aus freien Fuß zu stellen, und die Ruhe derjenigen, welche die Flucht ergriffen haben, zu sichern. Wir haben cS für angemessen erachtet, den Wünscheu und -Hoffnungen der Abgeordneten einer so zahlreichen Bevölkerung zu entsprechen. Demzufolge befehlen wir, daß alle diejenigen Inden, welche eingekerkert worden, in Freiheit zu setzen seien; denjenigen, welche ihren Heerd verlassen haben, soll die größtmögliche Sicherheit gegeben werden, daß sie zurückkehren können. Jeder möge sich wieder an sein Geschüft, seinen Handel, oder seine sonst gewöhnlichen Arbeiten begeben. Wir befehlen Euch, alle geeigneten Maßregeln zu ergreifen, daß keiner derselben irgend eine iibctc Be- Handlung erleide, von welcher Seite cS sei. Ich will, daß sie in voller ungestörter Sicherheit seien, gegen jedes Ercigniß, welcher Art cS sein möchte, ganz wie vor jenem Vorfälle. Das ist unser Wille.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.