Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1884)
- Issue
- Heft 43 (23.10.1884)
- Article
- Sir Moses Montefiore
- Date
- 1884-10-23
- Page
- 676 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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676 Kinderraubcs. 181\2 feierte er unter aflgcmciiUT Thcilnaljnic des flcfainuitcn englischen Volks den fünfzigsten Jahrestag der Vereinignng mit seiner edlen Judith — doch in demselben Jahre entriß ihm dcrToddielreneLebensgeführtin. 18>8; sehen wir tÖ^omcfiovc wiederum im Cricnt, \\1 Anfang des Jahre-5 in Palästina, an! Ende in Marokko zur Neltung der verfolgten Marokkaner ^nden. 1888 wandte er seine schritte;um sechsten Dcale dem gelobten Lande zu: wiederntu ist er nnablässig beinüht für die Hebung der materiellen Vage der dortigen Inden. 1887 suchte er Rnniäiiieu und dessen Fürsten ans, um für die Emanzipation seiner rnmänischeu Glaubensgenossen zu wirken. 1871? steht er;um ,;weilet! Male vor dem Throne des russischen Ezareu, mit den Glückwünschen zum Bü, jährigen Geburtstag Peter des Großen Bitten für die noch immer gedrückten russischen Inden vereinend. Auch die bedrängten persischen Inden verdanken der Thätigkcit Montcfiorc's Vieles.— 187.8 unternahm der '.N jährige Moutesiore seine siebente Reise nach Palästina. Tamil hätten wir in Kurze die Hauptdalen ans dem Leben Sir Moses Nfontesiores ansgeführt. Wir können sic in die Worte Salomo's zusammenfaffeu: רדף צדק והכד יצצא דדיה צדקה. Wer Pflichttmic nnd Licbeshingebung anftrebt, findet Vcbcn, W oh 1 t h a t nnd Ehre: Leben durch sich, Wohl!hat von Gott, Ehre von den Menschen. Itcde dc״s Hir Moscs Mouleüore in der Tbersamiulttni; der Londoner IndenschasL am 2$. Zuni 1840. Ein Schrei des Entsetzens erfüllte die Welt. In Damaskus war die furchtbare Anklage erhoben, Juden hätten den Kapuzinermönch Pater Thomas gemordet, tun dessen Blut zu gottesdienstlichen Ztvecken am Peßach zu verwenden. Durch eine unmenschliche, barbarische sogenannte Gerichlsprozednr hatte man einem unglücklichen Inden das Gcstäudniß davon unter furchtbaren Folterqualen erpreßt. Sieben der angesehensten Mitglieder der jüdischen Gemeinde schmachteten in Folge dessen im Kerker und erduldeten die härtesten Marter. Auch die drei Ehaehamim der Gemeinde waren dieser brutalen Farce einer Rechtspflege;tun Opfer gefallen, mit glühenden Zangen zerriß man ihren Veit». Hundert jüdische Knaben wurden in Fesseln in's Gcsängniß gebracht. Die Bethäuser wurden dcmolirt, der jüdische Friedhof aufgewühlt. Da traten die Londoner Inden zur ernsten Berathnng zusatmnen und beschlossen, Sir MoscS Moutesiore ttach Syrien zu entsenden, um sich der unschuldig Angeklagten und Gemarterten anzuneh-- tuen mid die das Iudemhnm schändende Blntbesehnldigtuig zn entkräften. Sir Moses Moutesiore übernahm diese schtvierige Mission mit folgenden Worten: ״Meine Herren' Dies ist keine Gelegenheit, Schmeicheleien zu sagen oder;11 empfangen. Wie sehr ich mich auch geehrt fühle: die einfachste, klarste Autwort ist: Halten Sic mich für fähig, den Auftrag zu übernehmen, so setze ich jede 'andere Rücksicht beiseite, und sage: Ich will gehen! Ich fühle das ganze Gewicht der Verantwortlichkeit, die ich ans mich nehme. Ich fühle tief, von welcher Wichtigkeit für unsere Nation die Schritte sind, die ich thun werde, und Eines nur mäßigt meine Besorg׳! iß, die Bet rachtung, daß Herr Erümienx, ein Mann, begabt mit den größten Talenten, diesen Auftrag mit mir tljcilt, dessen gan;en Umsang ich fühle. Wir gehen, tun die Fordernngen der Menschlichkeit zu vertheidigen, die in unseren verfolgten nnd leidenden Brüdern beleidigt ist; wir gehen, um, wo möglich, das dunkle Gewirrc teuf - lischer Thateu auszuhcllcn, die Verschwörung zu entdecken, die Verschworenen zu beschämen; wir gehen, unsre Brüder int Osten von dem Schandflecke zu reinigen, den Unduldsamkeit nnd Bigotterie ans nnjrc Nation zu werfen versucht haben —: Fanatismus, Betrug und Naubsucht, von charakterlosen Verfolgern ansgeübt. Noch mehr wollen wir versuchen, den oft - liehen Regierungen aufgeklärtere Grundsätze der Gesetzgebnng nnd Gerichtspflege cinzuflößen; sie zu vermögen, die Tortur abzuschassen, und das ewige Recht hoch über die parteiliche Gewalt zu setzen, und, meine Herren, ich hoffe, daß unsre Bemühungen mit Erfolg gekrönt werden; ich hoffe zuversichtlich, daß wir unsre Brüder von der unsinnigen Bcrläumduug reinigen, den Negierungen des Orients begreiflich machen werden, daß kein Her; in England von den Leiden unsrer Brüder ungerührt geblieben, daß keine Hand, keine Stimme in England ist, die sich nicht unsrer Sache gegen Ungerechtigkeit und Unterdrückung annimmt. — Leben Sie wohl, meine Herren! ich bete zu dem Gott unsrer Vater, daß er unsre Schritte leite, in seine Hände befehle ich meine Sicherheit, ich baue aus seinen allmächtigen Schutz. — So blicke ich ans meine Nücktchr in der gewissen Hoffnung, Ihnen dann sagen zu können, daß der Richter der Wett mlsrer Sache den Sieg verliehen, Könige mid Herrscher unter seinen Willen gebeugt hat, und so vereinige ich mich zum Schlüsse im Gebete mit Ihnen für den Frieden Jernffttenrs, im eifrigen Gebete, daß der Herr, der Heilige in Israel sie schützen möge!" Diese Hoffnung ist, dem Herrn sei Preis und Dank, nicht getäuscht worden. Deut hochherzigen