Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1884)
- Issue
- Heft 41-42 (16.10.1884)
- Article
- Deutschland : Cöslin [Nachricht]
- Date
- 1884-10-16
- Page
- 666 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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666 der Oicnfictiucr cmtifcinitifcfjcn Unrnfjcn, zu welchen die :)liuffctjr der in dem Shnagogcnbraudprozeß srcigc-; ן pro ׳.׳{]nie 11 im Mär; d. I. Veranlassung > bol, wird am L״. d. Bi. vor dem hiesigen Schwurgericht;nr Verhandlung kommen. Die Zeugen sind! bereite• für diesen Termin vorgeladcn. Ein Ncnslettiner \ (^csch 1 oreucr wird in dieser Periode nicht initwirkcu. XV. ^hind), ע׳ סבוה. Äiit tiefem Weh im Herzen sä;reibe ich Ihnen, geehrter Herr Redakteur, diese Zeilen, die gewiß nicht verfehlen werden, selbst in weiter Ferne schmerzliche Theilnahme hervorzurufcn.;רבי יוס; הבה ist tobt! Diese Liachricht dnrchzittertc! am vergangenen יבב." ׳בובה um die Mittagsstunde! die ganze Stadt und versetzte Arm nnb Reich, Jung und Alt, Ind und Christ in tiefe Trauer. Nicht allein! unsere FV'ineinde, deren Leiter und Führer der Verj storbenc gewesen, nicht allein unsere Stadt und Hcimath verlieren in dem Verblichenen den edlen Menschenfreund, den Helfer and Noih und Beknmmeruiß, sondern auch viele Bewohner des Auslandes und anderer Erdtheile haben durch sein Hinscheiden eine uürksamc Stütze verloren. Tie drei Grundsäulen, הורה עבודה רכ״ה, die nach Ansicht unserer Weisen י״ל den Bestand der Welt sichern, bildeten die Richtschnur für das Leben unseres geliebten Meisters. Als einziger Sahn frommer Eltern saß derselbe auf deren Wunsch in seiner Jugend zu den Füßen hervorragender ה" ה und hat bis an sein Ende והגיה בו יונים ורידה erfüllt. Obgleich von Berns Kaufmann, so hat er sich doch mit ganzem Herzen unserer männlichen Jugend angcuoimuen: er hat sie für die בר מציה vorbereitet, er hat sie allsabbatlich in seinem Hause versammelt, um sie in ה ו נדב א״ה וב׳ zu unterrichten: und wo sich in unserer Gemeinde noch religiöses Wissen vorsindet, da entstammt es seinen täglichen und abendlichen Bortrügen. לא פסק גירסא מפומה das Lehren und Lernen hörte nicht ans ans seinem Munde וסופו מוביה על ההלהו, denn in der Mitte seiner Schüler, die sich allsadbaihlich bei ihm versammelt hatten, hauchte er 'על פי ד seine reine Seele ans; mit einer Erklärung des Gotteswortcs noch auf den Lippen ist er urplötzlich בג-ביקה hinübergeschlummert לה" עולם, er, der fast die Hälfte seines Lebens im Gotleshanse zugebracht, wo er seit Menschengedenken das Amt eines Borbeters, eines קורא und הוקע betleideie. Auch war er מוהל bis zu dem Tage, an welchem sein zweiter würdiger Sohn diese Funktionen übernehmen konnte. So steht nun die schivergeprüfte Familie und die hartgetrosfeue Gemeinde vercinsamt und trauernd da, fragend מי יעמוד בפרץ אומי יגדור גדר Wer wird die Kluft ansfüllen können? Bei der Beerdigung, bei welcher die ganze jüdische Gemeinde zugegen war, und zu welcher fast alle Getueinden Ostsrieslands Vertretungen gesandt hatten, sah mau hohe und höchste Beamte, Militärs, Magistrat, Bürgervorsteher und viele angesehene christliche Mitbnrger. Der Landrabbiucr, Herr 1)1*. B nchholz aus Emden, sprach am Grabe Worte der Trauer und des Trostes. Möge der Allgütige der trauernden Familie seinen Trost nicht versagen, und möge dasWort der Schrift zur Wahrheit werden בלע המוה ל גצה וגי. O e st e r r eich- U ngarn. Hi. W. Prag, 8. Oktober. Wie alljährlich, so wurde auch Heuer während der hohen Feiertage der Gottesdienst im Lokale des Ez-Hadaat-Bereincs abgehalten. Die geräumigen Zimmer, die Herr M. Lasch auf eigene Kosten frisch malen ließ, waren übersüllt von andächtigen Betern, die fast aus lauter jungen Männern, Kanslentcn und Studenten, bestanden. Die Funktion wurde ausschließlich von den Nabbiuatsjüugcrn versehen. Herr Lasch, der eigentliche Wohlthäter des Vereines, ist nicht allein bestrebt mit pekuniären Mitteln das Gedeihen des Vereines zn fördern, sondern auch mit Wort und That. So z. B. wurde auf seine Be-! sürwortnug der Genuß an den für unbemittelte ösfcntj lich Stiidircnde bestimmten Freischwinnuplützen in der - hiesigen Zivilschwintmschule auch den Nabbinatsjüngern! zu Thcil. Hiermit hat Herr Lasch nicht blos der talj mndischen Borschrift, חייב אדם ללמד אה בגו לשיט | jeder Mensch sei verpflichtet, feinen Kindern Schwimm- ן unterricht ertheilen zu lassen, sondern auch in hygie-! uischer Richtung eine Wohlthat ausgeübt. Auch Seitens j unseres Herrn Oberrabbiners erhält der Bereiu kräftige > Unterstützung. Die k 00 fl., welche er von einem ״nn-! genannt sein Wollenden" zur Verwendung eines wohl-? thätigcu Zweckes erhalten hatte, übergab er dem Ez׳- i Hadaath Vereine —Letzterer Tage bildete sich hier ein! Verein, .,Altmünnerklnb" benamset, mit der Bestim- | mnng, die Interessen des Jndenthnms zu wahren und! für die Erhaltung der traditionellen Eiurichtnngeu ein-! zustehen. Ein sehr schöner Zweck. Allein, wie wir! ans sicherer Onellc erfahren, soll der Name bloß ein! singirter sein und zur Beschönigung anderer Nichtnnj gen dienen. Der Umstand, daß weder in dein Aufruf j noch in den Statuten die Mittel zur Erreichung des i angegebenen Zieles angeführt, ferner, daß die Znsamj mcnsetzung des Vorstandes nicht die nöthige Garantie! bietet, bekräftigt nufere Bermuthnng. Es wäre uns! erwünscht, wenn man nns hierüber eines Jrrthums! überzeugen möchte.! *||* Pest, 30. September. Eines großen Bori zngcS darf sich die Oesterreichisch-Ungarische Monarchie! vor dem deutschen Nachbarstaate rühmen: sie besitzt! eine Perle, um welche ein Stöcker sie beneiden muß, nämlich eine Gesellschaft, welche sich Anlisemiten-Partei 1 nennt, also das ausschließliche Ziel verfolgt, gegen