Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1884)
- Issue
- Heft 40-41 (2.10.1884)
- Article
- Herr Samuel Montagu über Amerika [Nachricht]
- Date
- 1884-10-02
- Page
- 647 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
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647 Zu BiSmark, Dakota, ist ein gleicher Mangel > an jüdischen Institutionen zu bemerken. Ungefähr fünf- - nnddreißig Meilen von der Stadt liegt die Pa inte d- WordS Colony von russischen Flüchtlingen. Ich besuchte davon drei Farms und nahm wahr, daß die Häuser ans Turf hcrgcstellt sind, die Mauern von einer entsprechenden Stärke unter Anwendung von hölzernen Balken. Die Insassen schienen sich ganz behaglich, hoffnungsvoll und zufrieden zn fühlen, ebenso wie andere Ansiedler, welche ich in Bismark traf. Die Kolonie befindet sich im zweiten Jahre ihrer Existenz, welche den eifrigen Bemühungen des Predigers Di׳. Wechsler zu St. Paul zu verdanken sind: mau kann dieses wirtlich einen Erfolg nennen. Die tfcutc haben jetzt die schlimmste Zeit hinter sich und jetzt im entsprechenden Verhältnis; für jeden Haushalt 00 ו Acres in Bearbeitung. Sic erklärten, daß sic den Sabbath und die Spcisegesctze beobachteten; an ihren Thürpfosten bemerkte ich die Mesusa. Die Leute, und ganz besonders die jüngeren Männer, scheinen von guter physischer Vcschasscnheit und geeignet, sich zu besten Landbaucru heranSzubilden. In W i n n i p e g, Manitoba, scheinen die jüdischen Einwohner in Betreff des SabbathS gewissenhafter zu sein. Sie besitzen eine Synagoge, welche gut besucht werden soll. Mehrere russische Juden sollen hier gut zurecht kommen. Ich hatte keine Zeit, eine Ansiedelung zu besuchen, welche zweihundert Meilen weiter westwärts in Moosomin liegt und von Sir A. T. Galt anfangs dieses Jahres angelegt worden ist. In Winnipeg sah ich jedoch einige der hier Angcsicdcllen, welche sehr hofsnnngSvoll waren, ich sah daselbst auch manche Andere, die kolonisirt zu werden wünschten. In St. Paul, Minnesota, wohnte ich dem Gottesdienste in der deutschen und polnischen Synagoge an, welcher recht zahlreich besucht war. Man erzählte mir, daß der Sabbath und die Speiscgcsetze im Allgcmeinen von den Mitgliedern dieser Gemeinden dcobachtet werden. Daraus besuchte ich den Tempel, welcher aber fast ganz leer war. -Hieran soll die Abwesenheit des Di׳. Wechsler und anderer Gemeindcmitglieder schuld sein. Der Gottesdienst ist der reformirtcste und verringcrtste. Beide Geschlechter sitzen zusammen; fast alle Männer haben das -Haupt unbedeckt. Der GottcSdienst läßt kalt und bietet nichts Anziehendes. In Ehieago sind viele der angesehensten Bürger Juden; einige davon sind religiös. Eine Anzahl rnssischer Flüchtlinge finden hier einen guten LebenSuntcrhalt. Ein wohlhabender Jude hat ein sehr großes Schlachthaus und eine Fleischkonscrvensabrik eingerichtet, in welchen Etablissements ungefähr zweitausend Arbeiter beschäftigt sind, darunter befinden sieh über hundert russische Flüchtlinge. Bon den letzteren wird mit großer Anerkennung gesprochen; sic wären intelligent, zuverlässig und geschickt. Ich sprach einen davon, welcher in eifriger Arbeit beim Ausladen und Aufschichten von Kohlen beschäftigt war; Andere vertheilcn sich aus die verschiedenen Abtheilungen und verdienen guten Lohn bei schwerer Arbeit. Sic sind dort sehr zufrieden. - Lchlnß folgt.- Inserate werden die Zspaltigc Pctitzeiic ‘8t tfV -H ftiir den Inhalt derselben übernimmt die oder deren Raum mit 25» Pfg. berechnet. /ch-H-'-j j• V •f Redaktion keinerlei Verantwortung. InsertionS- und AbonnementS-Annahmc für Frankfurt a. M. auch bei Herrn I. Kansfmaun daselbst, ohne Preiserhöhung Seife נשר fiir Fleisch- und Milch-Geschirr ^feinste Referenzen! empfiehlt in jedem Quantum die Keifeufavrik von W. Gntknlicrg. DamßM. Prospekte aus Verlangen. Niederlagen gesucht. Sic in meinem Verlage erschienenen anerkannt vortrefflichen Schulbücher, als Fibeln von DreifnS-Plaut, Ni ahm er, ^iebmanu, hcbr. (vrammaiil von Iaphct, Tesilla kezara v. Ninhincr, Slrrn'S bibl. ckieschichle und Rcligio112bnch, Schwarz Religion, Iaphct's wörtlich iibersevle Tephilta, Schönschreibhefte für jüd. ftuirnit־ schrist 11. s. w. 11. s. w. tiefere ich Wicderveikäusern;11 günstigsten und lohnenden Konditionen. Auch sämmttiche übrigen jüd. Schulbücher sind;11 billigen Vrcisen von : mir;11 beziehen. Ansichtosendnngen stehen;11 Diensten: arwfnhrliche Kataloge gratis! und franko. : Sraiitimt am fflain. I. AiNlfsllUNIN. BllchhlNldl»»^. Im Verlage von Foh. Awbr. Barth in Leipzig ist neu erschienen und ■ durch alle Bnchhandliingen zu beziehen: In meinem Hanse können noch einige Knaben Aufnahme finden. Dieselben ein- Pfaugen beivorzüglichsterPflege eine sorgfältige Erziehung. I8:1ac Hirs<;h. Hannover, Thcodorstraße 5.; mit Anmerkungen, Scholien und Glossar unter besonderer Berücksichtigung der talmudischen Diskussion, bearb. von!>!׳. B. Mischer, Rabb., 2(58 Seiten. 1881. Preis <5 Mk. ״Wir begrüßen dae! Buch mit Freude, welches dazu beitragen kann, besonders an der Hand eines geschickten Dozenten,;11 einem wisscnschafll. Stiidinm der rabbin. Literatur anzuregen n. s. w." (,Brüll, Monatschr.) Talmndrsche Chrestomnlhie