Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1884)
- Issue
- Heft 40-41 (2.10.1884)
- Article
- Rußland : Petersburg [Nachricht]
- Date
- 1884-10-02
- Page
- 646 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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!auch! bao l'^c rächt auf, daß die 311 beulontmifftoit°! deshalb aus eigene Kosten zwei Bethäiljer cm, ln welchen endlich ihre ׳Arbeiten vollendet haben soll. lio ist schon j nach altem Ritus der Gottesdienst abgehallen wird, so oft ein solches!Geruch! lolportirt ivorden, daß ich , und flicht in edler Begeisterung für das orthodoxe deinselbcn keinen (vlaubcn schenke. Freilich wird wohl! 3ubentljuni zu wirken. 15 r verschmäht es auch nicht, vielleicht einmal die Konimission fertig werden. Ach de-! von Zeit;11 Zeit als Vorsteher das Gort zur Grzweifele aber, dag es;n unserem lauten sein lvird. Mahnung und Belehrung von der Kanzel herab an Genu der Maforitätsbcschlnß im 3iuue des :Kechts feine Gemeinde zu richten. Seine Ncden sind ebenso gesagt werden sollte, so tage er längst vor. — Ach er- : kernig und originell, wie seine ganze Persönlichkeit, warte von der Kommission kein veil mehr. Uns bleibt Ramenllich weiß er das Berderbliche und Verwerfliche nichts denn Vertrauen ans Lottes Schub und Beistand, der Reform drastisch;11 schildern und dagegen die nur die einzige Hoffnung, dag sich die Grkmnlniß in Dogmen des alten JudenthnniS in ein Helles Licht zu den maßgebenden Kreisen Bahn breche, wie die wüsten stellen. Gr ist ein intimer Freund deS kürzlich vernihilistischen tlmiriebe durch die Andcnheben immer neue : storbenen angesehensten Bürgers BonstonS, Gilman ׳.Aahrimg finden, und Rußland nicht eher den inneren! Gollamorc, gewesen. Frieden besitzen werde, bis der Jude frei und gleich sei. j Rußland kann sich mit einem Schlage ökonomisch Helsen. / wenn eS die Ansiedelung der Anden im ganzen Reiche sreigiebt und diesem intelligentesten und betriebsamsten! Tbeile der Bevölkerung uueiug-schränkte GrwerbSsreiheit gewährt. Darin findet ,in erster Vinic die in liefe r 11 ssi scl!e Frage ihre Vösnng und in ihr auch die An den frage. Bevor aber diese Grkenntnig sich nicht Bahn bricht, haben wir Anden — nichts;11 hoffen. Amerika. fs. Boston, Anfang September. Der zu Halifax erscheinenden politischen Zeitung ,.The Gvcning Mail" lvird über die hiesigen indischen Gemeinden von ihrem chrisilichen Bostoner Korrespondenten ein eingehender Bericht erstattet. Ach entnehme demselben das Folgende: Am Fahre 1(>H7 wohnten hier mir zwei Anden, heute aber über ',«uni, welche in drei Gemeinden zerfallen, entsprechend den drei verschiedenen Stadttheilen. Die eine umfaßt etiva חחע>צ Seeten mit drei Synagogen und ist größtcnlheilS russischen, polnischen und rumänischeu Ursprungs. Sie zählen gerade nicht zu den begiuertsten Bürgern, aber;cichnen sich durch ernste Religiosität und treues Festhalten am alten Väterglauben ans, was sich nicht nur in der Form des Gottesdienstes, sondern auch in der gewissenhaften Beobachtnng der Sabbath- und Speisegesetze dvknmentirt. An einem anderen fashiouablcrcn Stadtthcile hat sich die Rcforin unter den Predigern Laster und Gisc ctablirt. Gegen diese trat eine höchst mlercssanlcPersöntichkeit uiit großem Gr folge aus. Gs ist dies Herr Alfred A. Markus, welcher, ein geborener Südafrikaner, als junger Mann hierher kam und im Inwclciihandel zu Vermögen gelangte Seine außerordentliche Rechtschaffenheit und Biederkeit gewannen ihm die höchste Achtnng nicht nur seiner Glaubensgenossen, sondern auch der angesehensten nichtjüdischen Kreise. Gr protestirtc gegen die Umwandlung der alten Synagoge zu einem Reformtcmpel -- allerdings nicht mit Grfolg. Gr richtete iji'ir S’iniinrl lllimiüp iiiier A>1!cn!׳.lt. Herr Moutagu zu London hat bekattntlich eine Reise nach Amerika unternommen, um die Verhältnisse der jüdischen Auswanderer aus eigener Anschauung kennen;11 lernen. Gr verösfentlichl die dort gewonnenen Gindrüekc durch ein Schreiben an den Jewisch World" welches deS Interessanten so Mannigfaches bietet, daß eine Mitlheiliing desselben auch außerenglischen jüdischen Kreisen gewiß willkommen sein wird. Dasselbe lautet folgendermaßen. GS wird Ähre Leser intcressiren, das Resultat meiner Beobachtungen und Grsahrnngen in Betreff der jüdischen Verhältnisse des nordwestlichen Amerikas kennen zu lernen. Ach lege deshalb hier meine persönlichen A.'.'.sehamiiigeii darüber nieder, für ivelche ich allein die Verantwortlichkeit trage. AtS eine allgemeine Regel gilt eS, daß die wohlhabenderen und angeseheneren Glaubensgenossen der von mir besuchten amerikanischen Städte die ReligionSgesctze nicht beobachten und sich amnaßen, die orthodoxen aber weniger angesehenen Anden, deren eS in vielen Gemeinden oft in betracht׳- ticher Anzahl giebt, theils zu ignorircn, IhcitS mit Bcrachtnng zn behandeln. Um mit der entferntesten von mir besuchten Stadt, mit Satt - Lakc - Gitt), zu beginnen, thcile ich von . derselben mit, daß daselbst viele der besten Kaufladen im Besitze von Anden sind. Dennoch ist dort weder eine jüdische Schule, noch eine Synagoge, ja nicht ein׳ mal ein Schochcl. Der Mormoncn-Präsident Taylor versicherte mir, daß bei seinen Leuten die freundlichste Gesinnung gegen die Juden herrsche. Er sagte, daß sic die Juden für das anSerwahlte Volk hielten und an dessen Wiederherstellung in Palästina glaubten. Er bemerkte auch, daß Inden Anspruch auf Aufnahme in die Mormonen-Kirche als Acltcstc ohne voranSgegcmgcne Wahl erheben könnten.