Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1884)
- Issue
- Heft 40-41 (2.10.1884)
- Article
- Österreich-Ungarn : Aus Ungarn [Nachricht]
- Date
- 1884-10-02
- Page
- 645 (sequence 2)
- Language
- German
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()15 von bcu Saifcurtf, das; bereits mindestens :>00 000 Inden ] sich .;n einer solchen reformirtcn Synagoge bekennen —! nnd ferner, das; weder ״theoretisch" noch ״praktisch״" etwas Neues damit gcschasscu wäre'.'. Als gci-; stigcs Obcrljaupt dieser reformirtcn Snnagoge präsentirt , sich 3(1 bert Sztcr.'-nyi (ehemals Stern als Neu- ■ Pest er Rabbiner k), Eidam des Itubbincr Fasset in - Kanisza nnd Schwager des J)r. Sonnenfd)cin in j Amerika. — 31 rt läßt nicht von Art. — Ein Sohn dieses würdigen Reformators tritt ebenfalls in die gleichen Fußstapfen — er geriete sich im antisemitischen .,Fnggctlenscg" als enragirtcr Judenfeind und hat sich vor wenigen Wochen durch das Wasser der Taufe in den Bund der Christenheit ansnehmcn lassen, weiche um diese 'Akquisition wenig zu beneiden sein dürste. *H* Pest. Wie sich hcransgcstcllt hat. ist der Attentatsvcrsnch mittels einer Bombe ans die Synagoge nur eine irrige Bcrmnthnng gewesen. Die Bontbe ist leer, also völlig ungefährlich gewesen. Hs Brüx (Böhmen), 26. September. Die Ber biudung .,Pontana" des Real.Ober-Gymnasiums ist wegen Uebcrschrcilung der Statuten, begangen durch antisemitische Propaganda, behördlich anfgclöst worden. H o l l a n d. Aus Holland, 25. September. Die ״Magdcbnrgcr Prosclhtinuen-Fabrik" ist wiederum gebührend in unserem Lande ״prämiirt" werden. Herr Oberrabbiner 411׳. Dünner hat die Erzeugnisse jener Fabrik von jeher, wenn auch nicht als ״billig und schlecht", so doch als ״schlecht" bezeichnet, nunmehr ist aber auch Herr Oberrabbiner Be reu stein im Haag — endlich —- zu der Uebcrzengung gekommen, das; nicht Alles Rabbiner ist, was sich so nennt. Es betrifft den besonders drastischeu Fall, über den ich Ihnen wiederholt berichtete, derselbe hat endlich seine Erledigung gesunden. Herr Oberrabbiner B. hat nämlich die bewußte Dame nunmehr ins Indcnthnm anfgcnonlmcn — ״der Roth gehorchend und nicht dem eignen Trieb" - - nnd dem Pärchen;קדושי gegeben. — Was mir speziell an der genannten Fabrik und ihresgleichen anffällt, ist der Umstand, daß sic ihre Thätigkcit. soweit mir bekannt, nur dem schönen Gejchlechte znwcndct, sowie die Thalsachc, daß cs sich in den mir bekannten Fällen stets darum gehandelt hat, dcnt bereits bestandenen Zusammcnlcbcn eines jüdischen Mannes mit einer nichtjüdischen Frau die geistliche Konzession zu crtheilcn. — Und eine Partei, die solche ״Geistliche" nicht von il)1T11 Rockschößen crbschüttclt, will eine ״Ethik des Indenthnms" schreiben lassen?'? Rnmöuien. 'פ׳ב׳ש Krajowa, 4. Tischri. Es wird bekanntlich behauptet, daß das Hausirgesctz gar nicht gegen die Inden gerichtet sei, da in demselben nur von Hansircn aber nicht von Inden die Rede ist. Es gehört dieses za den grüßten Frechheiten, welche gedacht werden können. Man weis; dieses hier recht gut. -Iber, um in den Augen des Auslandes als ein zivilisirter Staat zu erscheinen, leugnet man frisch dra.if los. Deshalb halte ich eS nicht für unangemessen, hierdurch einem auswärtigen Blatte mitznthcilcn, daß den Slowaken von Seiten der Behörde die umfassendste Erlaubnis; znm Hansircn ertheilt worden ist. Uebrigens ist dies nicht blos hier in Krajowa der Fall, sondern, wie ich mich überzeugt habe, in ganz Rumänien. Die Slowaken bieten nach wie vor, gleich als ob das Hausirgesctz gar nicht cxistirtc, überall ihre Waarcn feil. Ich gönne den armen Leuten diese Freiheit von ganzem Herzen; aber der Umstand, daß nur getaufte Rumänen derselben theilhastig sind, beweist überzeugend, daß das Hausirgesttz trotz der ossiziellen und offiziösen Ablcngnnng ausschließlich gegen die Juden gerichtet ist. Si. Jassy, 2(י. September. Nach dein ,.Vupta" sind hier nicht weniger als 2000 Wohnungen, welche bis jetzt verpachtet waren, ohne Mielhcr nnd Bewohner. Die Redaktion giebt als Ursache die Verfolgung an, welche die Inden nöthigt, sich ins Ausland;u flüchten. Man sicht, daß die wahnsinnige Indcnhctze dem Wohlstände des Landes großen Schaden verursacht. Jens; Land. Petersburg, 22. September. Wir haben gestern nnd vorgestern in unserer herrlichen Tcsilla zu wiederholten 'Malen inbrünstig gebetet, daß Gott die Zeit hcrcinbrcchett lassen möge, wo Unrecht nnd Gewalt von der Erde entschwinden, nnd die gesummte Menschheit einem friedlichen Verein sich gegenseitig achtender und liebender Brüder darstellen werde. Wie weit sind wir noch von dieser Zeit des wahren Völkerfriedcns entfernt, der Zeit, die voll!ins Juden als das endliche Ziel der Menschcngcschichte inbrünstig herbei-׳ gesehnt wird. Ist cs nicht ein erhebendes Bild, das die Juden am Nosch Haschana seit Jahrhunderten gewähren? Da sichen sic, die von ihren Mitmenschen gehaßten nnd verachteten, unterdrückten nnd verfolgten Inden nnd kennen in der gewcihtestcn Stimbc keinen höhcrn Wunsch, als den Frieden, der die ganze Menschheit bcrciini beglücken wird. Bor der Hoheit dieser Erscheinung müßte, so sollte man denken, der Haß und Neid, die Verachtung und die Bosheit ans den Herzen unserer uns feindlich gesinnten Mitbürger weichen. Aber sic kennen uns nicht, oder wenn sie uns kennen, so wollen sie uns nicht keimen, und während wir für ihr Heil z!! Gott flehen, sinnen sic auf neue Leiden, die über uns verhängt werden sollen. — Wiederum