Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1884)
- Issue
- Heft 40-41 (2.10.1884)
- Article
- Salomonische Spruchweisheit
- Date
- 1884-10-02
- Page
- 628 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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628 gethan zu Ijabnt, raubt nicht unwiederbringlich die '! Heiterkeit seine,u Gcmüthe. -Hat er erst sein Unrecht; erkannt, dann versucht cr, nicht das Auge darüber zuzudrücken und cs im dunklen Grunde seines Innern jortnagcn zu lassen. Mit solcher Selbsttäuschung, weis: er, kommt ׳.:um nicht weiter. Bielniehr saßt er, was er gethan, voll und ganz und nnverschleiert ins Auge, gesteht cS sich und Gott, arbeitet rüstig daran, eS, soweit noch möglich, wieder gut zu machen, und gelobt Gott mit ernstem Vorsatz, fortan jede solche- Schuld von sich fern zu halten, und in diesem Ernst gewinnt cr die -Heiterkeit wieder, die so wesentlich die Lösung unserer Pslichtanfgabc fördert. (Fortsetzung jolgt.) (gin Mini! für עלילת דם i!t kr TlM. Abarbanc! zu Ezechiel 36,13 findet in den Ausdrücken: יען אומדים לכם אוכלת אדם אתי ומשכלת גויך היית׳ וכוי daselbst, eilte Andeutung ans das Christenblutmärchen, worüber Manassc den Israel in seinem Werke: ״Rettung der Inden", Abschn. .l, Schluß. Licht verbreitet. Es will uns scheinen, als wäre schon int fünften Buche MosiS*) ein Hinweis aus diese verderbenbringende ״Blutbcschnldigmtg" vorhanden. Denn es wird uns dort der Blntgcnnß — wie feine andere verbotene Speise — durch אזהרה אהר אזהרה untersagt. '.01 it verstärktem Nachdruck, mit bekräftigender Betonuug ruft uns das göttliche Wort zu: רק הזק לכלתי אכול הדם!, damit nicht genug, fügt sie die Warnung hinzu:!לא תאכלנו und abermals:!לא האכלנו. Oiiut hat zwar jedes einzelne לא האכלנו nach דרשות הוי׳ל אשר יסורתן כסיני על פי ה׳ seine spezielle Verwendung; doch schimmert uns, dem Davidischen Aussprüche gemäß: אהת דבר אלקים ושתים זו שמעתי, wenn wir uns einstweilen ans den einfachen Wortsiltn beschränken, ein אעפ׳ שאי; ראיה לדבר זכר לדבר ein sogenannter רמז entgegen, der sehr lehrreich und beachtcuswerth ist, der Wink näntlich für die für unser Volk so unheilvolle Blnlbeschuldigung. Was der Bermuthung Rannt gewährt, daß diesem dreisachen Blutvcrbotc irgend welches tieft Geheimniß zu Grunde liege, das ist die sich daran knüpfende eigenthüntlichc Motivirung:;למע ייטב לך ולבניך אהרןך*:::*) und endlich gar: למע; יימב לך רלגבגיך אהריך ער עולם. *1 M2N oente .״ו Ta;׳.ich!!a.: מי א בא מידי רבתיבי כנתוני דלא רמיזי בארייתא; Nasch!: שהחומש הוא יסוד .נביאים וסו'׳ יש סמך למצוא מן התורה .אזהרה לדם התמצית — אזהרה לדם האיברים ד ־•־■**; Vcrai. Raschi, nach Mischna Tractat Maccoth, Schluß. Denn nicht nur schreibt David beit Samuel halcvi im 17. Jahrhundert in seinem טורי זהב zu הלבות פסה Kap. 472: והאידגא נמנעו מליקה יין| ארוס מפני עלילות שקרים בעוחר׳ und Moses!.Mendelssohn in seiner Einlcitung zu gedachter Schrift des Mattasse den Israel (die er aus dem Englischen ins Deutsche übertrug), im 18. Jahrhundert (1782) wie folgt: ״Und selbst die Aufklärung unserer besseren Tage erstreckt sich noch lauge so wett nicht, daß diese gröberen Anklagen gänzlich ohne Wirkung sehn sollten. Es ist nicht lange her, daß die Jndenschaft zn Posen beschuldigt wurde, sic hätte ein Christenkind, zum Gebrauch der Osterfeyer ermordet. Zwcy fromme Radbinen wurden als Häupter der Gemeine vor Gericht gezogen, cingckerkcrt, nach der dasigcn Halsgcrichtsordnung gemartert. Ich verschone das nrenschliche Gefühl meiner Leser mit der umständlichen Er- Zahlung dieser Martern. Sie waren die schrecklichsten, die sich die Barbarcy je erlaubt hat. Allein die Geplagten waren standhaft genug, kein Bekcnntniß von sich erpressen zu lassen: ob sie gleich so Lange gcpciniget wurden, bis sie unter den Händen der Furien den Geist aufgabcn. — Barmherziger Gott! und die Männer waren so unschuldig an der Ermordung des Kindes, wenn ja eine Mordchat bcgangen worden, woran noch sehr zu zwciscln ist — so schuldlos, als ich und meine Leser cö sind." Nicht nur, sagen wir, breitete dieses Erzengniß geistiger Fittsicruiß seine schwarzen Schwingen noch über das 17. und 16. Jahrhundert anS; Esther Solymossi am 'Rande des für gctstcshell hochgepricsenen 19. Jahr- Hunderts zog wie ein düsteres Gewölk über den Horizont der Ansklärung uujcrcr Zeit herauf und verdunkelte alle bisherigen Errungenschaften der Kultur und Zivilisation. Gott, der Allwissende, der צופה ומביט עד פוך כל הדורות, wußte, daß das Bluttnärchen bis in alle Ewigkeit immer wieder au der Oberfläche der Zeitströme zumj Vorscheitt kommen wird, darum:;למע ייטב לך ולבניך אחריך עד עולם untersagte er uns mit verschärfter Strenge den Gettnß des Blutes, damit wir atts all den albernen Anklagen gerecht hcrvorgchcn können. ״Weiin auch alle Völler Blut genießen, so wird es schließlich heißen müssen: ״Israel -nicht"; denn seine Thora kann sich in Warnungen vor Blutgenuß nicht erschöpfen. (Vergl.Morc Ncbuchim, Th. 111, Abschn. 46.) Möchte sich recht bald die Verheißung deß Prophetcn der tausenden Haphtara bewähren: והלכו גרים לאורך ומלכים לנגה זרהך. Rogasen, den 12. Ellul 5644. Rabbiner Dr. E. Pleßncr.