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Jeschurun · 1884-09-18 · Heft 38 (18.9.1884) · p. 594

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Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 38 (18.9.1884)
Article
Ein Echo des Schofar
Date
1884-09-18
Page
594 (sequence 2)
Language
German
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594 wiederum der Sommer zu Rüste geh!, sich entsinnen, das; bai? 3nbcntl)11m Ansprüche au sie erhebe'? 3ft denn Niemand da, der in die Mitte dieser ״Andächtigen" tritt und ihnen den תוקף קדשת היום, den vollen Inhalt der überwältigenden Macht ' nnd Heiligkeit dieses erhabenen Tages vor die Seele führt, dessen Bedeutung nnd Größe nichts gemein hat mit den! schwächlichen Bilde der modernen Anschauung, die durch ein paar armselige Minuten einer unklaren andächtigcn Stimmung sich mit ß)ott und seinem heiligen l^esebe abznfinden glaubt, nnd ihnen die Wahrheit ■;um Bewußtsein bringt: אשרי'העב ידע' תרועה, nur derer wartet das wahre Heil, das wahre (s)liUf, die den Therna Ruf verstehen, die in ihm den Ruf ihres Herrn, Richters nnd Valero vernehmen zur wahrhastigen Gotteshuldignng, zur ernsten Sclbsterkenntniß und Prüfung und zum treuen Gehorsam'? ' -"•I -• י .u, -י' איום, דינם בו י^הדיי־ אפר מאז לשי יקומים. Dieser : .lag ist vom Urbeginn zum Gerichte bestimmt — das j Wirken eines jeden Tages zil prüfen, treten alle Wesen! heule vor das Angesicht des Allniächtigen, ihr Urthcil j lvird heute erwogen in Gerechtigkeit, in Milde. Denn! an diesem Tage הראש,ץ אדם פי גוצד trat der Mensch! in die Welt ein und wurde eingesetzt als Verwalter, als von Gott bestellter Hüter und Verwalter der Schöpfung-, und es gilt, Rechenschaft abznlegen an jedem Jahrestage dieser Einsetzung in dieses hohe Amt vor dem Throne des allmächtigen Schöpfers und Herrn der 'Welt, wie der Bien sch dieses erhabenen Berufs gewaltet, ob er die ihm eingeränntte Macht nicht mißbraucht, die ihm für diesen einzigen heiligen Zweck seines Daseins verliehenen Kräfte nicht entweiht, den Befehlen seines Königs und Gebieters nicht zuwider gehandelt, ob er ein gewissenhafter, treuer, im Sinne seines Herrn handelnder Verwalter gewesen. Der erste Schofarhall ruft uns aus zu solchem Gerichte, hin zu dem מלך עליון, zu dem in seiner Höhe und Erhabenheit, dem menschliche sinnlichen Auge unsichtbar thronenden Wcltenkönig, dessen allmächtige Hand in dem Geschicke des irdischen Daseins waltet, dessen Auge in das tiefste Innere des Sterblichen dringt, der in seiner Gerechtigkeit und unendlichen Gednld alle seine Geschöpfe umfängt, לעדי עד ימלוך, der die Herrschaft über seine Welt nicntals niedcrlegt, sondern sie lenkt und leitet zu dem Ziele hin, das seine Weisheit gesteckt. Wie klein erscheinen wir vor solcher Größe in unserer irdischen Hinfälligkeit, und wie unvollkommen unser Thun! Da trifft uns der Therna schmetternder ץ111(י und mahnt uns zum Brechen mit der Vergangenheit verfehltem Leben. Wie wenig haben wir verstanden, unserer Aufgabe gerecht zu werden. Leichtfertigkeit nnd Leidenschaft, Unverstand und Starrsinn, Hochmnth und Lässigkeit haben uns unserer Pflicht entfremdet. Und wie wir der verflossenen Tage gedenken, so wissen wir, gedenket auch Gott ihrer, פי אין שנחה לפגי נכא פפודך, vor dem Thron seiner Herrlichkeit gicbt es kein Vergessen, jede Minute unseres Seins ist dort verzeichnet, jeder Gedanke unseres Geistes, jede Regung unf.res Herzens. Wir hätten unser Dasein verwirkt, wenn nur nufer Thun dessen fernere Bercchtigung bedingte; Gottes, unseres Herrn, Gebot war nicht die Richtschnur unserer Handlungen. Nur in dem entschiedenen Entschlüsse die Zukunft zur Sühne der Vergangenheit zu benutzen, winkt unö Erhebung ans der tiefen Gesnnkenhcit, und in dem Gelöbuiß, der edlen Urahnen hehres Vorbild unbedingten Gottes- ' gehorsamS uachzuahmen, erivächst uns die Kraft und! die Hoffnung für ein besseres Dasein — ועקדת יצחק לזרעו היום ברחמים תזכור |. Unsere Pflicht, das innige Bcrhältniß, in welchem! wir zu unscrm Gotte stehen, der heilige Beruf als j Herold des Gottesworts int Kreise der Bruderiucnsch-! heit Sein Gesetz zu verkünden, mahnen uns in erneuter! Kraft. Mit unseren Vätern fühlen wir uns vereint, > die aus Gottes Mund der Offenbarung Seines Willens! gewürdigt worden. Wir erleben mit ihnen den großen l Augenblick, da sie Gott uns kund gab in seiner Er-; haben heit, wir seine Stimme vernahmen; — als das i Weltall erzitterte — die Gebilde der Schöpfung er- 1 bebten, da Gott, unser König, am Sinai uns offenbar! ward, um uns, seinem Volke, Lehre und Gesetz zu : ertheilen unter Donnergrollen, Blitzeszuckcn, Schosar- ׳ schall. — — Und wiederum tönt der Schofar. Es j ist der Ruf unseres Vaters, unseres Hirten, unseres j Führers. Wir jauchzen ihm zu — wir folgen ihm, wohin er uns geleitet — als sein Kind, sein Diener,! sein Herold, sein Volk, bis die ganze Menschheit mit! uns des Schofarrufs inne wird, der durch alle Zonen! dringt, und mit uns vereint hinaufwallt zur ZionS- > höhe. Gott die ewige Huldigung zu weihen — j .והשתחוו לד׳ בהר הקדש בירושלים ן Nur angedeutet haben wir hiermit etwas von dem! תוקף קרישת היום, von der Hoheit und Heiligkeit dieses j Tages, die durch unsere Liturgie in unnachahmlicher Herrj lichkeit als Echo des dreiklängigen Schofarhalls zum AnS-! druck gebracht werden. Möge der Tag uns allen ein יום תרועה in Wahrheit werden, Utöge mit ihm eine wirklich neue Zukunft für jeden von uns und ganz Israel anheben, לחיים טובים תכתבגו, mögen wir alle für ein wahrhaft gutes Leben bestimmt werden, das in Gott allein seine Kraft, seinen Segen, seine Erhebung, seine Vollendung findet, היום תחדש עלינו שנה סובה!

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