Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1884)
- Issue
- Heft 37 (11.9.1884)
- Article
- Österreich-Ungarn : Aus Ungarn [Nachricht]
- Date
- 1884-09-11
- Page
- 590 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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500 rottima ncrbieue, a(« ob unter Nichtjuden bic grau-! sam!'len iOiovbfiUIc, Vater-, Mutter- und Gatteumorde! gar nicht beständig Vorkommen. Aber nicht tauge . dauerte der Triumph der Autiseiuiteu, den» schon ■ mußten die Blätter ihre 010*!; dahin berichtigen, baß der betreffeilbe Muttcrmörder kein Jude, sondern von Geburt ein Christ sei und;u den heftigsten Antisemiten der ganzen Gegend gehöre." * Ärad, 31. August. Unter den Deputationen, welche der .Kaiser heute erupfiug, befonb sich auch diejeuige der hiesigen israelitischen KnttuSgemeiude. Aus die Ansprache ihres Führers, des Rabbiners Jakob Steinhardt, antwortete der Kaiser also: ,.Gnädig empfange Ich Ihre Huldigung, seien Sie überzeugt, daß ohue Ullterschied be$ Glaubens jeder Bürger des Landes, den die Treue und eine selbstlose patriotische Haltung darum verdient machell, auf Meine Gnade und auf den Schutz Meiner Regierung jederzeit rechnen kann." F 1 a u f r c i ch. L. Paris, 1. September. Das Tribunal hat in Sacheil der Iffla'schen Beschwerden, hiusiehtlich der Gedenktafeln an der Portugiesischen Synagoge (siehe vorige Oiumntcr) entschieden, das; der Beschwerdeführende mit feinen 1 Ansprüche abzuwcisen sei. Ob cS in dieser Sache noch zu einer Apellation kommen wird, ist zweifelhaft. Nnmänien. .../.Bukarest, 25. August. Am 17. August ist eine zweite Gruppe von Auswanderer, deren Namen. der ״Hajoez" aufführt, von Jasso aus aus eigene Kosten befördert worden. (5* befinden sich darunter 52 Handwerker. In Runlänien weiß man nämlich and) Handwerker zu Hansirern zu stempeln. ES geht ein solcher über die Straße, um Arbeit abzuliefern. FlnggS ist ein Diener des Gesetzes bei der Hand, um ihn als Hansirer anzuhalten, da er doch ohue Zweifel mit dem Paar Schuh und dergleichen hailsiren will. Da Hilst *eine Widerrede, der -Handwerker soll unter das Hausirgesctz fallen. Die Zahl der namhaft gemachten Auswanderer beträgt jetzt!408. Bukarest, 1. September. Die Zahl der bis jetzt bekannt gewordenen jüdischen Auswanderer, insofern solche durch den ״Hajoez" namhaft gemacht werden, beläuft sich auf 1104. Daß diese Vtftc eine höchst unvollständige ist. bedarf nicht der Crwühunng, da dieselbe nur diejenigen Namen ausweist, welche dem genannten Blatte gemeldet worden sind. Es dürfte nicht daran zu zweifeln sein, daß die erwähnte Zahl nur einen Brnchtheil der rumänischen Emigration darstellt. Gin gküclckicher Wurf! Erzählung auS dem sechsten Dezennium des vorigen Jahrhunderts. Aou S. K o l) 11. Vcrstsscr ״ 11 סטÖVibriel". (,\vc»a1 ־n1befn.-,to ,.1;a-.lii-niif u׳iv& mit aller streitl,c uerjol.U ivetDcit. Ueuci>eiuu1.1->re.l,re uurLu'lialteu־ .Fiu-lsctziiiig.) .Herr ׳Altstadtl nimmt statt 3700 nur 1800 Gulden und diese werden wir ihm, da wir für unsere Fabrik einen Käufer mit baarcm Gelde haben, in klingender Münze anszahlen!׳ — .Ich dank' Ihm viel tausendmal, Herr Altstadt!/ hatte meine Mutter wieder unter strömenden Thränen gerufen und hatte dabet die Hand ihres Gläubigers erfaßt, ,ich habe mir Ihn viel härter und unnachsichtiger vorgestellt!׳ — Ich wandte lein Auge von Altstadtl ab und tauschte mit größter Spanmmg seinen Worten. ,Frau Merglandin/ sprach er endlich, ,Sie hat mir gar nicht zu danken, — ich nehme die!800 Gulden nicht'.׳ — ,Was heißt das!'? schrie Geisenheim, dessen Gesicht vor Zorn krebSroth wurde, ,was sind das für gemeine Indenkniffc, will Er vielleicht noch etwas hcranSprcsscn? Hat er nicht ausdrücklich gesagt, daß Er 1800 Gulden für Seme Fordernng nimmt? — ich kann das bei Gericht mit gutem Gewissen beschwören; — will Er mir'S ablengncn? — ,Es fällt mir nicht ein, Ihm das abzuleugnen/ halte Altstadtl ruhig erwidert, ,das habe ich Ihm gesagt; aber setzt, da ich mit der Frau Merglandin selbst rede, erkläre ich rund und deutlich, daß ich nie und nimmer 1800 Gnldeu für meine Forderung nehmen kann, nehm.n will und nehmen werde!׳ — ,Warum?' schrie Geisenheim in höchster Wnlh und faßte Altstadtl an die Rodklappe. — ,Hand weg von der Brust eines ehrlichen ManncS!׳ donnerte Altstadt! und schüttelte dessen Kehle wie ein giftiges Reptil ab, daß Geisel! - heim vor Schreck schier in den Boden cinzusinken schien, .ich kann aus dem Grunde nicht achtzchuhnndert Gulden für meine Forderung nehmen, weil — ich ja gar keine Forderung au Ihrem Gatte habe! ich habe ja s-chon bei seinen Lebzeiten die ganze Summe auf Heller und Pfennig bekontnicn, — der Schurke da/ er deutete aus Geistnheim, .kam heute zu mir und erbot sich, mir!800 Gulden auS dem Nachlasse Ihres Gatten zu verschaffen, wenn ich mich verpflichte, ihm den dritten Theil des Raubes zu geben; für diesen Preis wollte er mir meine EinpsangSbestütignng über den Schuldbetrag znrückstellen. Wir waren natürlich ohne Zeugen, als mir der Hallunke den sauberen Borschlag machte. Hätte ich ihn einfach znrückgewicsen, hätte der Schuft es geleugnet, mir etwas Unredliches vorgeschlagen zu habe!?, und hätte Sie. Frau Mcrglandin, und Ihre armen WaiSlcin betrogen, an den