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Jeschurun · 1884-09-11 · Heft 37 (11.9.1884) · p. 580

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Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 37 (11.9.1884)
Article
Die Ausgrabungen im Wadi Tumilat
Date
1884-09-11
Page
580 (sequence 2)
Language
German
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580 beim überhaupt seine ganze Theorie über die Richtung I des Exodus auszngcben ist."! Schon vor vierzehn Jahren hat der Verfasser in j einem Werke über Moses die Beruiuthuug geäußert,! baß der Name Snlkoth in TcLl el Maschuta stecke, ׳?!ach Analogie von Memphctnin -vcliopolis bc:׳n Geographen von Ravenna, welches sich nngczwung ׳! in Mc-m Phctum, ״Ort von Pc tum" auslöst, da /׳ auch die Sonnenstadt die Legende Pe-tum führte, v regt sich Ma-seli!1u1 in die Bcsraudthcile 111.1, Or , und Si*cI1uta, durch die Verlegung des Accents -.׳ Schul;1 geworden. Ein ferneres Symptom, daß wir mit unserer Bermuthuug über die stets von uns behauptete Richtung der Route des Exodus uns ans richtiger Fährte befinden, liegt in dem monumentalen Namen der Landschuft, nicht des Gaues, wie Herr Ncwillc und mit ihn! Herr Pvolc auniuuut. Jeder Nomos, dessen Metropolis ja stets von einen! Tempel benannt war, besaß ein dazu gehöriges heiliges Gebiet, welches zunächst die Einkünfte des Gotteshauses und der Priesterschaft zu liefern hatte. Als solches ist nun Au oder Annu ausgefnndc!!, geschrieben mit dem Auge und vielleicht mit der Bedeutung ״Quelle", wie Air! im Semitischen sic so oft beansprucht. Nun aber ist dieses Tempelgebiet Aimu (Ain) nicht nur identisch mit dem von Plinius ebendort angesctztcn Aean, sondern cS ist auch regelmäßig das Uu oder heilige Gebiet von Patnm im achten Gau. Diese Zusammengehörigkeit war schon von Brugsch erkannt, wenn er auch Aean zu weit nach Süden verlegte. Navillcs Funde bringen uns jedoch noch weitere Uebcrraschungcn. Auf der großen Stele von schwarzem Stein, welche Ptoleutäus Philadelphus mit seiner Gemahlin Arsinoc in! Gicbclscldc darstellt, wie sic den Göttern von Patnm-Snkkoth-Ero Opfer darbringcn, ist die Diebe von dem zum Rothen Meere führenden Süßwasscrkanale, von der Gründung der Stadt Arsinoc (an der Stätte des jetzigen Suez'?), von der Aufstellung einer Statue des Tum daselbst und von den Produkten des Auslandes, die zur Sec nach diesem Emporium gebracht wurden. Ein sehr interessantes Detail kam hierbei zum Vorschein, worüber wir die wörtliche Auslassung Navillcs hören wollen. ״Ein Ilmstand interessirte mich bei dieser 28 Zeilen langen Inschrift besonders: es ist der Name einer Lokalität, deren Tcmpelgottheit Osiris ist und der sich Pi-Keherct liest. Nun kann ich nicht umhin, zu henken, daß wir hiermit endlich das eghptische Prototyp des biblischen Pihahiroth erhalten haben und daß cS, welche Vcrmnthnug vielleicht ein wenig vorschnell ist, von den Griechen zu Phagroriopolis geformt wurde. Dieser Name Pi Kchcrct komm! zweimal im Texte vor, vielleicht noch öfter. Man wird begreifen, wie wichtig cS sein würde, die Lage dieses Punktes zu ermitteln und wie das bloße Faktum seiner Zugehörigkeit zum Gau Veroopolites und seiner Nachbarschaft mit Sukkoth und Arsinoc endgültig Schlcidcn's und Brngsch's Theorie beseitigen würde, wonach der Exodus durch den See Sirbonis oder doch die südlichen Moräste des SceS Men za! eh erfolgt wäre." Freilich ist die präzise Lage von PiKchcret hiermit noch nicht bestimmt, weil seine Entfernung von Arsinoc nicht angegeben ist und man also noch nicht beurthcilcn kann, ob von diesem Punkt anS ein Ucbergang durch den Arm des Rothen Meeres sich irgend empsichlt. Man muß die Monnmcntallcgenden und das ausführliche Werk Navillcs darüber zwar gespannt, aber geduldig abwartcn, um sich eine gegründete Meinung zu bilden. Die Ergebnisse der vorerst nur scchSwöchentlichcn- Thätigkcit Navillcs ans dem Boden von Tcll-cl-Maschnta crinnthigcn, wie man gerne zngcstchcn wird, zu weiterer Fortsetzung. Sic liefern auch, abgesehen von der Geographie, für Geschichte und Chronologie, einen zwar nur negativen, aber doch ziemlich kräftigen Haltpnnkt. Unser sranzösisch schreibender Kollege fand nämlich neben den Mancrrcstcn und Denkmälern des eigcnltichen Tempels von Pithvm-Sukkoth-Ero in unmittelbarer Nähe nnbcarbeitete, aber mit Marken der Steinmetzen versehene Blöcke ans Granit und anderem Gestein hernmticgcn. Er zog daraus den berechtigten Schluß, daß Ramesses ll. den Tempel des Tum (Pa-tum) nicht vollendete. Daraus geht hervor, daß der Ban noch im letzten Thcile seiner (;6 jährigen Negierung betrieben wurde. Diese Annähme ist um so plausibler, als die Vorbereitungen zum Auözngc in die 10(2 jährige Negierung seines Sohnes oder Nachfolgers Mcnoptah fallen, dessen Tod ' mit dem Exodus selbst gleichzeitig erfolgt zu sein scheint. Ein Papyrus des Bnlagcr Museums vcrhilft uns, abgesehen von vier anderen davon unabhängigen Zeuguisscn, durch das Doppcldatnm: ״Jahr 44 des Ramcssn IL, Frühausgang der Sothis (SirinS) am!4. Epiphi des Wandcljahrcs" zu einer absoluten Zeitbcstimnnrng. Das fragliche Dalum entspricht dem Jahre 1 533 ». d. gcw. Z., der Tod des Königs Namesses II. erfolgt ״nach langer Zeit" im Jahre!51!, der seines Sohnes des Exodus-Pharao Mcnoptah!492 oder!491, welches präzise Jahr mit dem biblischen Ansätze des Exodus übercinftimmt.

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