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Jeschurun · 1884-08-28 · Heft 35 (28.8.1884) · p. 558

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 35 (28.8.1884)
Article
Rumänien : Bukarest [Nachricht]
Date
1884-08-28
Page
558 (sequence 2)
Language
German
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558 werden. Dazu fonimt jcfct noch nitfcftnc •^aufir־־! gesetz, weiches lediglich die Juden treffen soll und sie! so trifft, daß ihrer 2׳! <u!<! dem Hungertode preisgcgcbcn j sind. Was man dagegen sagt, ist einfach unwahr. j Deinnach ftdlt sich sie Vage der Inden folgendermaßen:! Sie können!׳.ich! Vandwinhe, Schankwirt he. Bkaller, Hansirer, Apotheker. Advokaten, LKamte werden, ja mau will sic;ehr auch vom Handwerk ansschließen: Sic dürfen überhanv! nicht auf dem flachen Lande wohnen, können keine Staatsschnlen besuchen. -- Was bleibt ihnen übrig? Die Auswanderung, Selbstmord, Hungertod und Nanb. Das ist die Vage der Inden in dem Königreich Numänicu. Schreit die nicht zum Hiimnct? ר Braila,! V. August. Senn die Negierung einen Menschen ächtet, dann ist er ohnmächtig der Vau ne und Willkür eines jeden Buben prcisgcgeben. Sein Veden, feine Ehre, sein Berinögen sind verfehmt. — Unsere Negierung ha! die Juden gleichsam in die Acht erklärt und darum glaubt ein Jeder die Hand ansstrecken zu dürfen, um sic zu erschlagen. - — Ein jüdischer Handwerker, Schreiner, war heute emsig bei seiner Arbeit aus der Strafe, da tritt ein Mann aus ihn zu und schreit mit lauter Stimme: gieb mir mein Kind heraus; Du hast cs geraubt; Du hast ihn! den Mund verstopft und willst es tobten!" Der arme Schreiner erblasst vor Schrecken und vermag lein Wort zu erwidern. Er sieht sich von einem Hansen Menschen umringt, welche eine drohende Haltung cinnelnnen. — Man will sich an ihm vergreisen, ihn inassakriren — da durchbricht ein Mann die dichte Menschenkette und führt das Kind an der Hand. Glicht eine Minute später hätte er eintressen dürfen, so würde der Jude niedergeschlagen und damit das Signal zu einer allgetneinen Judcnmetzelei gegeben worden sein. — Gott fei gelobt, der uns ans der Gefahr errettet! Amerika. 2 New-Hork, V. August. Die zahlreiche russischjüdische Bevölkerung in hiesiger Stadt hat ein Komitee ernannt, um eine Organisation der inneren Verhältnissc zn schaffen. Dieses Komitee macht folgende Vor- ■ schlage: Die unter dem Namen.,United Hcbrcw Orthodox .Association" gegründete Vereinigung hat den Zweck: Förderung des Jubcmhnms, Einrichtung und Leitung der Gemeinden nach den Vorschriften des Sckmlchan Arnch, unbeschadet der besonderen Minhagim der ein-;einen Kongregationen, Streitigkeiten zu vertneidcu und solche zu schlichten, gegenseitige Lebensversicherung zu Gunsten der Wittwen und Waisen der Mitglieder. Die Biugticdschast ist ». A. auch-davon abhängig, das; der Auszuuehmendc m einer ד׳כראר Tw 2 כרת geschlossenen Ehe lebt. Ein glück sich er Wurf! Erzählung aus dem sechsten Dezennium des vorigen Jahrhilnderts. Aon cft 0 1) 11, Verfasste von ״Gabric!".;1e wird mit aller 2Ironie ver 21.!1:1■ arcu. Nel-eiU nun..!--rechte rorbeljaUeu.) i sZortstpung.) Zn ihrer Verwunderung trafen sie den Oberrabbiuer nicht;1! Hanse. Sein Schnellgabbe') thcilte ihnen mit, daß der Rabbi den schönen Tag dazu benutzt habe, vom Bcs-dinschammes ־) begleitet, dem im nahegelegenen Dorfc Vieben wohnenden 5rrcisrabbmer einen Besuch ab zustatten, daß er aber zur Gebctzeit zurückkehren werde, sic sollten ihn erwarten. Er lud sie ein, den großen schönen Garten näher zu besichtigen, oder sich in eine der von wilden Wein nmranktcn kühlen Lauben zu setzen. Alle Bachurim machten von dieser Erlanbttiß Gebrauch, bloß Neb Oschcr Blowitz nicht. Dieser war eben für Namrreizc vollkommen unempsänglich. Er hatte sich sein ganzes Leben lang ansschlnßlos dem Studium des Talmuds, und zwar in so hingebender Weise gewidmet, daß er nach und nach für alles Andere völlig abgestumpft worden war, daß — in des Wortes eigenster Bedeutung — ihm alles Andere auf der Welt interesselos, mau konnte sagen bedeutungslos geworden war. Das Betvuudcru der Natur erschien ihm sogar als eine höchst bedenkliche Sache und als Gerschoin ans dem Wege, au einer Stelle, die ihnen einen weiten Ausblick gewährte, entzückt stehen geblieben und seine Gcsährlen ans die Schönheit der Gegend, namentlich aber auf einen wundersam eigenthünrlich geästeten Baum aufmerksam gemacht hatte, zitirte Neb Oschcr eine von ihm selbst unrichtig aufgefaßte und völlig mißverstandene Mischna^). ״Wer des Weges wandelt, im Denken über das Thorastndium vertieft ist, sich darin unterbricht und spricht: Wie schön ist die׳'er Baum, wie herrlich diese Trist, der wird von der Schrift zu Jenen gerechnet, welche sich an ihrer Seele versündigen." — Während cs also Neb Oschcr vorzog. in der Wohnung des Nabbi zu bleiben, sich einen Stuhl zum Tische zu schieben nnb sich in das Studium der großen Folianten, von denen zahlreiche Exemplare hernmlagcn, vertiefte, zerstreuten sich die anderen Bachurim in mehreren Gruppen und durchstreiften den Garten. Gerschom hatte sich, voin weiten Wege ermüdet, mit den! schwarzen Löb und David Manctin in eine von Schlinggewächsen umrankte Lande gesetzt. Er erzählte seinen Gefährten, l; Duner, der;n Dieuftleistungti! für seine Person de״ ftimwt mar. ־) Rabbi ilMöbicncr. V Dprüchi der Väter, Abch. 3, Mischlin ‘J.

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